Test
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08.10.2010

Details:

Der PSI Audio A25-M ist ein aktiver, 3-Wege Nahfeldmonitor und stellt das Spitzenmodell innerhalb des PSI-Portfolios dar.

Für diese Bauart typisch, wird das Eingangssignal vor den Endstufen in die drei Wege aufgesplittet (Trennfrequenzen 550 Hz und 3,2 kHz ) und erst danach leistungsverstärkt. Konkret heißt das: 170 Watt für den 260 mm (10") Basstreiber, 80 Watt für den 142 mm Mittenweg und 50 Watt für den 25 mm Hochtöner - normal für eine Box in dieser Größenordnung (320x590x380 mm).

Das Gehäuse ist aus mitteldichten Holzfaserplatten (MDF) gefertigt und an allen Kanten sauber abgerundet. Es ist sowohl in einer roten (Alain "Roux"), als auch in einer diskreteren, schwarzen Lackierung erhältlich. Die Rückseite besteht aus Metallblech und dient der aufgeschraubten Elektronik als Wärmeableitung. Da Ringkerntrafos und MDF nicht unbedingt zu den Leichtwerkstoffen gehören, überrascht es auch nicht, dass eine Box rund 28 kg auf die Waage bringt.

Auf der Rückseite findet man sowohl den Stromschalter und -anschluss, als auch den XLR- Eingang für das analoge Quellsignal sowie zwei Mini-Regler zur Lautsprecheranpassung. Einer von ihnen steuert das Roll-Off Filter, der andere dient der Pegelkalibrierung. Das ist nicht besonders viel, andere Mitbewerber bieten in dieser Preisklasse deutlich mehr Raumanpassungsmöglichkeiten. Allerdings ist es auch immer eine Sache der Philosophie, wie viel Elektronik man zur Raumanpassung in einem Studio-Monitor verbaut. Viele Toningenieure sind z.B. auch der Meinung, dass eine Abhöre entweder in einem Raum grundsätzlich funktioniert oder eben nicht. Harmonieren Monitor und Raum von vornherein nicht, bringt es auch nichts, das Lautsprechersystem elektronisch so lange zu verbiegen, bis es irgendwie passt(oder auch eben immer noch nicht). Aber, wie gesagt, da fangen wir an, zu philosophieren...

Die Ausstattung ist dennoch praxisgerecht, denn hat man die notwendigsten, raumakustischen Maßnahmen bereits getroffen, braucht man eigentlich "nur noch" im Bassbereich anzugleichen. Bassüberbetonungen, bedingt durch eine zu "Wand-nahe" Aufstellung, können so wirksam kompensiert werden.

Einem eventuellen Platzmangel bei der Aufstellung begegnet man indes mit einem drehbaren Hoch/Mittentöner: Möchte man die Speaker horizontal ausrichten (z.B. unter einer Leinwand), dreht man einfach die ganze HF/Mid-Sektion entgegengesetzt um 90°.

Wie bereits angedeutet, sitzt ein Großteil der Entwicklungsarbeit in der Elektronik: Konventionell betrachtet stellt ja jeder der drei Wege ein Tiefpass-System ("Masseträgheit") dar, welches sich durch frequenzbedingte Laufzeitverschiebungen auszeichnet.

Setzt man nun einfach drei Wege "zusammen", erhält man also ein nicht zu unterschätzendes, komplexes "Phasenspiel". Dem gesamten Speaker nur "einen" idealen Phasengang zu verpassen, ist die Aufgabe des "Compensated Phase Response"-Systems. In der Praxis heißt das: Ideale Gruppenlaufzeit und absolute Klarheit mit wunderschöner Differenzierung in der Stereoabbildung.

Das Stichwort Masseträgheit begegnet uns auch bei dem AOI-System (Adaptive Output Impendance), welches, salopp gesagt, den "trägen, faulen" Chassis einfach im richtigen Moment Power gibt, um sie anschließend auch wieder abzubremsen. Diese permanente Überwachung der einzelnen Chassis-Bewegungen in Kombination mit der dynamischen Anpassung der Endstufen-Impedanzen führt zu einer sehr kontrollierten Membranbewegung, die wiederum in der Praxis für eine sehr präzise Impulstreue der Box sorgt.

Selbstverständlich muss man in dieser Qualitätsklasse nicht auf thermische und mechanische Schutzschaltungen verzichten, sodass man, auch nach Jahren, noch Freude am Investment haben wird.

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