Test
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09.02.2016

Pioneer CDJ-2000NXS2 Test

DJ-Multiplayer mit Touchscreen

Nexus neu definiert

Mit dem CDJ-2000NXS2 präsentiert Pioneer nach gut 3,5 Jahren den Nachfolger seines Mediaplayer-Flottenkapitäns. In die Entwicklung flossen laut Hersteller auch die Wünsche der DJs ein und so darf sich die überarbeitete Version unter anderem mit erweiterter Audiounterstützung, Layout- und Workflow-Optimierungen, Touchscreen und verbessertem Interface brüsten. Das schlägt sich allerdings im Preis nieder, denn die Investitionssumme steigt auf stolze 2299 Euro pro Einheit.

Details

Der mir zugestellte Karton beherbergt neben der Anleitung je einem Strom-, LAN-, USB- und Cinch-Kabel den eleganten, mattschwarz lackierten Testkandidaten. Über dessen cluberprobtes Layout, die allgemeine Verarbeitungsqualität und das hünenhafte, scratchtaugliche Jogwheel mit integriertem Display muss man sicher nicht viele Worte verlieren. An der Rückseite fällt auf, dass die Faderstart-Buchse verschwunden ist. Nichts getan hat sich hinsichtlich der Maße und des Gewichts.

Remastered

Die Erkundungstour nach spannenden Neuerungen beginnt mit den Audioeigenschaften. Hier setzt der Hersteller auf einen 32-Bit-D/A-Wandler und ein USB-Interface, das mit bis zu 96 kHz bei 24 Bit operiert und Hi-Res-Audio unterstützt. Namentlich sind Apple Lossless und FLAC neben WAV und AIFF hinzugekommen, da muss man keine Kompromisse eingehen.

Kommen wir zum Workflow. Das zentrale Display ist berührungsempfindlich und erlaubt so Eingaben direkt am Screen. Der Bildschirm überzeugt mit detaillierteren Phasenanzeigen, verbesserten Beat-Grids und frequenzkolorierten Waveforms. Der Touch-Strip unter dem Player musste hingegen das Zeitliche segnen. Diese Funktionen sind in das Display eingeflossen, behelfs dessen sich jetzt ein Needle-Countdown setzen oder im Pausenmodus durch den Track spulen lässt.

Auf der rechten Seite gibt es zwei neue Tasten, die es in sich haben, nämlich Track Filter (Edit) und Shortcut. Track Filter ermöglicht, anwendbar auf alle Musikstücke und einzelne Playlisten, diverse Kriterien bei der Titelsuche zu verknüpfen, beispielsweise BPM, Key, Rating, Color und eigene Tags, die miteinander in Und-Oder-Beziehung stehen dürfen.

Shortcut führt zu einem Screen, über den ihr Hotcue-Settings, Phasenmeter, Wellenformdarstellung und eigene Settings ändern respektive laden könnt. Ebenso lassen sich on-the-fly die Quantisierungseinstellungen beispielsweise für das Triggern von Hotcues anpassen. Rechts außen katapultieren euch die Tasten Track, Playlist und Search zurück in das gewünschte Screen-Layout. Praktisch – und dabei habt ihr die Wellenübersicht ständig im Blick.

Unter der manuellen Schleifenbinderei, die auch Autoloops setzen kann, findet sich der Loop-Cutter, darunter die Slip-Taste. Betätigt ihr diese, erscheinen auf dem Screen blaue Loop-Roll-Felder (auch ¾, 1/3) statt der gelben Standard-Loop-Buttons von 1/8 - 32 Beats.

Links außen ist die Anzahl der Hotcue-Tasten von drei auf vier gestiegen. Damit lassen sich bis zu acht quantisierte Sprungmarken in zwei Bänken verwalten. Die Tasten leuchten grün für die Speicherplätze A - D und blau für E - H, sofern ihr nicht auf Multicolor gestellt habt. In diesem Fall lassen sich schon im Vorfeld bestimmte Stellen im Titel farblich markieren, beispielsweise rot für eine Kickdrum, grün für den Anfang einer Vocal, blau für einen Basslauf oder wie es euch beliebt.

Außerdem hat Pioneer dem Reverse-Schalter neben Vorwärts und Rückwärts eine zusätzliche Stellung spendiert: Slip Reverse. Praktisch, so braucht man keine Extrataste mehr. Dabei läuft der Track bei aktiviertem Rückwärtsgang unhörbar im Hintergrund weiter und setzt regulär vorwärts spielend wieder ein, sobald ihr den Schalter loslasst. Resultat: Ihr bleibt im Takt. Slip funktioniert auch mit Scratching und Hotcues. Nachstehend ein paar Audios dazu. Ebenso festgehalten: Die hervorragende Master-Tempo-Funktion des Players bei +/-16 Prozent und die Vinyl-Emulation fürs Starten und Stoppen des „Plattentellers“.

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