Hersteller_Numark
Test
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17.09.2010

Details

Lieferumfang
Der schicke Karton im typischen Numark-Design bringt eine sicher verpackte „Testeinheit“ samt Schnellstartbroschüre, Sicherheitsanweisungen, Netz- und USB-Kabel zum Vorschein. Das Mischpult-Gehäuse ist komplett aus Metall gefertigt, dem Dielenboden steht förmlich die Angst ins Gesicht geschrieben. Ich spare mir allerdings einen Crashtest, denn der Bolide macht auch so einen ziemlich robusten Eindruck. Mit 30 x 26 x 9 Zentimetern kann man ohne zu übertreiben von einem Fullsize-Mixer sprechen. Damit der Proband bei normalen bis mittelschweren Amtshandlungen nicht verrutscht, steht er sicher auf vier Gummifüßen, die zudem vor Kratzern auf der Unterlage schützen. Mein erster Eindruck: solides Ingenieurswerk.

Backpanel
Bis auf den Kopfhörerausgang sind sämtliche Anschlüsse an der Rückseite zu finden. Numark verbaut ein internes Netzteil, das ist quasi Standard für diesen Produkttyp. Die durchschnittliche Leistungsaufnahme gibt der Hersteller mit 9,1 Watt an, bei voll aufgerissenem Kopfhörervolumen steigt sie laut Spezifikation auf 11,6 Watt. Auch der obligatorische Einschaltknopf ist an der Hinterseite positioniert. Ganz praktisch, denn dann kann man ihn im Eifer des Gefechts nicht versehentlich betätigen. Durch das leicht überstehende Oberflächenblech und die Kabelanschlüsse ist es quasi unmöglich, den Schalter unbeabsichtigt auszulösen, selbst wenn das Gerät gegen eine Begrenzung verrutschen würde.

From inside to outside
Raus geht’s über getrennt regelbare Booth- und Master-Outs im Cinch-Format. Letztgenannter ist auch als XLR-Version vorhanden. Somit steht dem Betrieb an einer professionellen PA-Anlage, einem Verstärker im Partykeller oder der Endstufe in der Kiezbar nichts im Wege. Wer möchte, greift den Mix am Record-Ausgang ab.

Eingangsseitig stehen insgesamt sechs Stereo-RCA-Jacks und eine 6,3-Millimeter-Klinkenbuchse zur Verfügung. Für die Zahlendreher: Der Rauschabstand ist laut Handbuch beim Mikrofon >94dB, beim Line-Eingang >97 dB und an der Phono-Buchse >79 dB. Der Klirrfaktor wird mit <0,01% angegeben. Mit digitalen oder optischen Anschlüssen kann der M6 nicht dienen. Channel 1 und 2 sind für den Betrieb mit Platten- oder Linezuspielern vorgesehen. Eine griffige, große Erdungsschraube sorgt für einen unkomplizierten Verkabelungsvorgang mit dem Massekabel des Turntables und verhindert Brummschleifen während des Vinylbetriebes.

Mischpult-Kanal 3 sendet den Record-Mix zum Computer oder empfängt ein Audiosignal per Line oder USB. Erfreulicherweise liegt hier eine Schalter-Trennung zwischen den beiden Eingängen vor, sodass es nicht zu unliebsamen Überraschungen kommen kann - wie etwa beim doppelt belegten Vestax VMC-400 Bus. Kanal 4 schließlich ist für ein weiteres Line-In oder ein zweites Mikrofon zuständig. Beiden steht das volle frequenzbezogene Regelwerk zur Verfügung. Es gibt noch einen eigenständigen XLR-Mikrofonport an der Oberseite. Wir nehmen beide im Praxisteil etwas genauer unter die Lupe. Warum der Kandidat keine Faderstart-Technik verpasst bekommen hat, ist mir allerdings nicht klar, denn selbst die kleinen Modelle der Numarkschen Tabletop-CD-Flotte unterstützen diese Technik.

EQ-Sektionen
Nach alter Clubmixer-Tradition wird per Kippschalter auf der Bedienoberfläche zwischen den Soundquellen umgeschaltet. Auf einzelne Panorama-Regler wurde zugunsten einer Masterlösung verzichtet, was einige Decks´n´FX-Artisten vielleicht stören könnte. Ein klassischer 3-Band-EQ (Hi, Mid und Low) zeichnet für das Klangbild verantwortlich und legt einen maximalen Cut/Boost von -30/+10dB hin. Die Kunststoff-Potis sind zwar nicht gummiert, aber dennoch angenehm griffig und ausreichend groß. Sie besitzen einen natürlichen Widerstand und haben eine rastende Mittenstellung. Jedem Bus steht zudem ein Aufholverstärker zur Seite. Stellt der DJ sämtliche EQs auf 19 Uhr, wird nicht das gesamte Frequenzband unterdrückt, sondern es bleiben leichte Soundanteile zurück - das ist bei meinem DJM-600 nicht anders. Wie sich die Equalizer im Einzelnen anhören, könnt ihr den nachfolgenden Audiodateien entnehmen.

Fadersektion
Bei den Faderlängen setzt Numark durchgängig auf 45-Millimeter. Für die einzelnen Kanallautstärken sind vier gleichmäßig gleitende Channel-Fader zuständig. Leider weisen sie ein wenig Spiel auf, und die Potikappen wackeln etwas. Beim Überblendregler ist das nicht so stark ausgeprägt, er ist zudem etwas weicher.

Zwei Drehregler weisen die Crossfaderseiten zu. In elektronischen Genres nutzen die Akteure indes oftmals ausschließlich die Lineschieber zum Einblenden der Musikstücke. Wer den Crossfader daher nicht verwendet, stellt einfach beide Potis auf OFF. Praktisch. Statt einer stufenlosen Kurvenanpassung offeriert M6 zwei festgelegte Betriebsstufen, die per Slope-Schalter definiert werden. Sozusagen soft und hard. Soft-Slope: Wird der Fader zum Mittelpunkt bewegt, blendet das Signal, welches an der linken Seite anliegt, anhaltend aus und das rechte wird mit ansteigender Lautstärke zugeführt. Am Mittelpunkt angekommen, gibt es einen leichten Pegelabfall gegenüber den Extrempositionen, wie in dem Kurvenabbild am Schalter dargestellt. Ein Fall für den Mix-DJ. Hard-Slope: Steht der Slope-Switch in rechter Position, öffnet der Fader zur Freude der Scratch-DJs sehr schnell. Da diese ja nicht gerade für schonendes Crossfader-Handling bekannt sind, lässt sich dieser bei Verschleißerscheinungen mit wenigen Handgriffen austauschen. Dazu muss der DJ lediglich die Schrauben der Führungs-Abdeckung lösen und ein Flachbandkabel abziehen. Easy as can be.

Der Mix spielt sich auch im Kopf...hörer ab
Die separate Vorhörsektion wartet mit einem 6,3-Millimeter-Kopfhörerausgang nebst Lautstärkenanpassung auf. CUEMIX blendet stufenlos zwischen Master und Monitor. Eine Split-Option zum Teilen des Signals ist ebenfalls vorhanden. Der Anschluss selbst befindet sich auf der linken Seite, da freut sich der Rechtshänder. Bei Clubmixern könnten nach meinem Geschmack ruhig zwei Buchsen als Standard verbaut werden, nämlich 6,3mm- und Mini-Klinke (3,5mm), dann bräuchten DJ-Teams die Headshells nicht so oft zu tauschen oder einen Splitter einsetzen und Solisten sparten sich den Adapter.

Cue sendet die ausgewählten Mischpult-Kanäle auf den Kopfhörer. Eine rote LED signalisiert eindeutig, was dort gerade anliegt. Wer mit einem Audio-8-Soundinterface, Traktor Pro und vier Software-Playern verschiedene Tracks, Loops und Effekte abfeuern möchte, kann also mögliche Kombinationen zunächst in Ruhe auf der Ohrschelle prüfen, bevor er sie auf dem Masterbus ausgibt. Der Kopfhörerausgang ist recht laut, beginnt allerdings ab 14 Uhr zu zerren. Minimale Signalrückstände eines abspielenden Komplementäreingangs werden erst bei voller Lautstärke deutlich.

Mastersektion
Auch die Mastersektion ist übersichtlich arrangiert. Haupt- und Monitorlautstärke können getrennt voneinander geregelt werden - die Erste ganz klassisch per Fader, die Zweite per Booth-Poti. Dazu gesellen sich ein Panoramaregler für das Summensignal und ein Mono-Stereo-Switch. Erfreulicherweise ist die Indikatorenleiste für den Ausgangspegel zehnstufig unterteilt (6x grün, 3x  gelb und 1x rot von -30 bis +10dB), was dem DJ eine feine Abstimmung der Lautstärken-Anforderungen im Verlauf eines Abends ermöglicht.

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