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Drum Cover: Faith No More – „Easy“

Faith No More gelten als vielleicht einflussreichste Rockband im Bereich Crossover. Mit Songs wie „Epic“ vom 1989er Erfolgsalbum „The Real Thing“ kombinierten sie harte Gitarrenriffs mit Rap-Einlagen, was als Blaupause für Bands aus dem Nu Metal, wie Limp Bizkit oder Korn, diente. In diesem Workshop schauen wir uns mit „Easy“ vom 1992er Album „Angel Dust“ einen ruhigeren Song der Band an, der obendrein im Original von The Commodores aus dem Jahre 1977 ist. Mit dabei: das kraftvolle Drumming von Mike Bordin, der als Gründungsmitglied den Sound von Faith No More von Anfang an prägte.

Faith No More - Easy Drum Cover Workshop

Nach dem sich Faith No More im Jahre 1998 zeitweise aufgelöst hatten, spielte Mike Bordin mit anderen großen Namen der Rockszene, wie etwa Ozzy Osbourne. Mit Ozzy ging er mehrere Male auf Tour und spielte zudem auf dem 2001er Album „Down to Earth“. Auch mit der Band Korn stand Mike einst vertretungsweise für eine Tour lang auf der Bühne. Hinzu kommen Aufnahmen mit dem ehemaligen Guns N’ Roses-Bassisten Duff McKagan sowie dem Alice In Chains-Gitarristen Jerry Cantrell. Sie alle wissen den energetischen Stil des 1962 geborenen Kaliforniers zu schätzen! 

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Mike Bordin spielt open-handed

Neben seinem energetischen und songdienlichen Spiel ist Mikes Setaufbau selbst eins seiner Erkennungsmerkmale: Als Linkshänder spielt er ein Rechtshänder-Set, wie man es auch von Trommlern wie Billy Cobham, Simon Phillips oder Carter Beauford kennt. Mike spielt also die Hi-Hat mit der linken Hand, folgerichtig ist sein Ridebecken ebenfalls auf der linken Seite des Sets positioniert. Die offene Spielweise (Stichwort „open-handed“) ermöglicht es ihm, extrem große Ausholbewegungen zu machen, ohne sich mit den Armen in die Quere zu kommen.

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Faith No More live beim Pinkpop Festival 2015:

(Faith No) More is more!

Extrem groß fallen auch die Trommeln aus, die Mike von Beginn an im Einsatz hat. Seine wechselnden Drumsets von Yamaha bestehen so gut wie immer aus Toms in den Größen 14“, 15“ und 16“ (alternativ 18“) und einer mindestens 24“ großen Bassdrum. Vor allem die beiden Racktoms sehen auf dem ersten Blick recht ungewöhnlich aus, da Mike sie oftmals kerzengerade über der großen Bassdrum positioniert spielt. Seine Philosophie bezüglich der großen Trommeln ist folgende:

Well, with the big sizes I think it goes back to being younger and playing shows without a P.A., or playing shows on an un-miked kit set up on the floor, you know? You want something thats going to cut through, something thats going to give you weight. And with big drums, especially in loud, aggressive music, youre going to get more weight behind you. And I like how you catch a little rim on your tom when theyre flat like that. It gives you a bit of additional percussion. I used to use a 14×26 kick, and that even got the toms up higher. And they used to be 15″, 16″, and 18″ toms! [laughs] Id rather hit the drum less but have it stay hit once I hit it, you know?

Its a quality over quantity thing, and that goes back to the parts. Faith No More is pretty rhythmic, you know? And Bill and I always wanted to make our parts interesting and meaty—we werent concerned with crazy, gaudy fills and embellishing the music in that regard.“ (Mike Bordin, Modern Drummer Magazin, 2015)

Die „Easy“-Grooves

Wie in der Originalversion von The Commodores, basiert „Easy“ auch bei Faith No More auf einem Halftime-Shuffle. Im Gegensatz zu unter Trommlern allseits bekannten Halftime-Shuffle-Beats eines Bernard Purdie („Home At Last“) oder Jeff Porcaro („Rosanna“) fällt der Beat im Falle von „Easy“ im wahrsten Sinne „einfacher“ aus, da er gänzlich ohne Ghostnotes auskommt. Auch Mike Bordins Shuffle-Grad der Hi-Hat ist bei „Easy“ etwas breiter, gemütlicher und weniger präzise als bei den besagten Kollegen Purdie und Porcaro. Auffällig ist auch, dass Mike sich nicht strikt an eine Idee hält, sondern seine Parts im Verlauf des Songs ständig variiert:

„I want my grooves and my patterns to be compelling enough to where I dont feel like I have to justify my existence in the space of four counts between the verse and the chorus. So I always try to make my time really count and not just sort of say, Well, now theres singing so Im not really going to do anything.” I always want my time to be interesting and make that the meat of the meal, you know? So theres a definite road map, and Im going from point A to point B, but certainly there are different points along the way that I may take a corner at a different speed or be in a different lane on the freeway, so to speak.“ (Mike Bordin, Modern Drummer Magazin, 2015)

Die Version von Faith No More orientiert sich in weiten Teilen am Original von The Commodores

Grundsätzlich bleiben Faith No More der Version von The Commodores überwiegend treu, was auch für Mike Bordins Parts gilt. Nach einem kurzen Klavier-Intro leitet er den Beat mit zwei Flams auf den Toms ein. Das Crash auf der „1“ verziert er obendrein mit zwei schnellen Schlägen auf der Floortom (Three-Stroke-Ruff) und der Shuffle-Beat auf der Hi-Hat rollt los. Gleich vier Takte später wird der gemütliche Beat-Flow von einem kurzen Hi-Hat-Lift auf „3+“ unterbrochen, der den Akzenten von Bass und Klavier folgt. Weitere vier Takte später spielt dann die gesamte Band ein aufsteigendes Achtelmotiv mit einem anschließenden Abschlag auf „4“. Wie bereits in der Version von The Commodores, sind hier die Achtel nicht geschwungen, sondern gerade gespielt, was sie im Kontext des Shuffle-Feels besonders prägnant wirken lässt. Der Abschlag auf „4“ bringt obendrein das Gefühl für den Taktanfang auf erfrischende Weise leicht durcheinander.

„Easy“ Vers (Teil1)
„Easy“ Vers (Teil1)
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Vers (Teil1) + Bass Vers (Teil1)

Nach dem vorgezogenen Abschlag auf „4“ steigt Mike zum zweiten Teil des Verses mit dem ersten Bassdrum-Schlag wieder auf „2“ in den Beat ein. Ab jetzt spielt er im Vergleich zum ersten Teil des Verses mehr Variationen mit der Bassdrum. 

„Easy“ Vers (Teil2)
„Easy“ Vers (Teil2)
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Vers (Teil2) + Bass Vers (Teil2)

Zum Chorus wechselt er mit der rechten Hand von der Hi-Hat auf das Ridebecken, bleibt aber grundsätzlich dem bereits etablierten Beat treu. Auch hier variiert er das Ganze durch zusätzliche Snare- und Bassdrum-Schläge.

„Easy“ Chorus
„Easy“ Chorus
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Chorus + Bass Chorus

Nach dem ersten Chorus geht es (anders als in der Originalversion von The Commodores) direkt in die Bridge, die den dynamischen Höhepunkt des Songs bildet. Entsprechend ist jetzt auch das Notenbild etwas dichter und der Beat um einige Schläge mit Snare und Bassdrum sowie weiteren Abschlägen auf „3+“ ergänzt.

„Easy“ Bridge
„Easy“ Bridge
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Bridge + Bass Bridge

Ich wünsche euch viel Spaß beim Anhören und Nachspielen der Soundfiles. Bis zum nächsten Mal!

Jonas

Weitere Folgen dieser Serie:
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Dieser Workshop richtet sich an Drummer, die legendäre oder aktuelle Grooves nachspielen wollen. Wir haben eine ganze Palette Beats für euch zum Nachtrommeln aufbereitet!

02.09.2022
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