Hersteller_Numark
Test
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31.03.2011

Praxis

Zunächst einmal gestaltet sich das Arbeiten mit dem Numark iM9 aufgrund der guten Ablesbarkeit und des luxuriösen Platzangebotes übersichtlich und sicher: Meine mitteleuropäischen Durchschnitts-Hände hatten jedenfalls schon seit längerer Zeit nicht mehr ein Gerät in der Mangel, das so viel „Luft“ zwischen den Bedienelementen bot und packten entsprechend beherzt zu. Das ist auch erforderlich, denn die Kanal-Fader wollen schon mit einer gewissen Verbindlichkeit bewegt werden – will sagen: Man merkt, dass hier keine Penny & Gilles verbaut sind, die ja sprichwörtlich schon beim „böse Anschauen“ Platz machen. Hier werkeln eben einfachere Vertreter, die einen gewissen Widerstand leisten, den ich persönlich aber als gar nicht mal unangenehm empfinde.

Haptisch und klanglich einladend geht es auch in der Effektsektion zu: Die Standard-Effekte wie Flanger, Filter und Delay leisten gute Arbeit und wabern satt und erstaunlich definiert durch den Raum. Richtig zum Derwisch kann man aber an den Beat-Division-Tastern werden, wenn man die Programme Roll und Delay aufruft: Dank BPM-Synchronisation entstehen hier fast immer brauchbare Beat-Verwurstungen, die mit etwas Übung durchaus spektakulär klingen können. Ein bisschen Mitdenken ist allerdings bei den Delay-Programmen gefragt: Aktiviert man eines von ihnen bei gleichzeitig auf Vollausschlag geregeltem FX-Mix-Regler, ist entsprechend nur das Delay-Signal zu hören, was logischerweise dazu führt, dass der entsprechende Kanal um den Delay-Wert verzögert erklingt. Hier sollte man also vor dem Programmwechsel zur Sicherheit noch einen Blick auf den Regler werfen, um Irritationen auf der Tanzfläche zu vermeiden.

Grundsätzlich nützlich, für geübte DJs aber auch verzichtbar ist die Beatkeeper-Sektion. Technisch und funktional leistet sie das, was sie soll und zeigt sowohl den Tempo-Unterschied zwischen den gewählten Kanälen als auch die Abweichung der Schläge an. Im Auflege-Stress mag es im Einzelfall nicht verkehrt sein, bereits aus dem Augenwinkel einen Beat-Drift erkennen zu können – erfahrene Discjockeys hören ihn aber letztendlich sowieso und werden der Anzeige wohl wenig Beachtung schenken. Für DJs, die noch nicht so hörerfahren sind, ist der Beatkeeper hingegen ein unbestechlicher und ausdauernder Lehrmeister um das Beat-Matching zu trainieren. 

Vollständig überzeugt hat mich dann wieder die Klangregelung. Besonders die auf den ersten Blick etwas zahme Parametrisierung halte ich ideal für ein Mischpult dieser Klasse: Erfahrungsgemäß sind 6dB Gain und 18 dB völlig ausreichend, um das Frequenzbild wirkungsvoll zu formen. Mehr Reserve im Gain birgt hingegen die Gefahr, dass gerade unerfahrene DJs hier zu viel des Guten applizieren.

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