Software
Workshop
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02.11.2020

Praxis

Beat Production mit Samples und Instrumentsounds (0:00 - 1:31)

In diesem Workshop starten wir die Produktion mit dem Groove. Ob ihr mit Drums oder mit Akkorden und Melodien beginnen möchtet, ist natürlich euch überlassen – möglich ist alles! Der Browser bietet bereits viele vorgefertigte Groups, die mit zahlreichen Drums und weiteren Sounds ausgestattet sind – weitere könnt ihr hinzukaufen und als Maschine Expansions über die Library hinzufügen. Nachdem ihr euch also eine Group geladen habt, aktiviert ihr das Metronom und stellt euch das gewünschte Songtempo ein. Bei Bedarf kann die Anschlagstärke noch fixiert werden. Und schon können wir das Live-Recording starten und einen ersten Basic Groove aufnehmen. Nach einem Takt zum Einzählen startet die eigentliche Aufnahme. Dabei hilft euch das Metronom als rhythmische Orientierung, um den Takt beim einspielen zu halten. Danach könnt ihr die Aufnahme bei Bedarf quantisieren, um Timingabweichungen im Raster zurechtzurücken. Einzelne Noten können verschoben und sogar gelöscht werden.

Note Repeat und Step Sequencer (1:32 - 2:48)

Bei schnell gespielten Drums in Achtel- oder Sechzehntelnoten ist es besonders für Einsteiger schwierig, den Takt zu halten. Deshalb lassen sich Klänge mittels Note Repeat mehrfach hintereinander und in unterschiedlichen Rasterwerten abfeuern. Diese Funktion ist besonders praktisch, um schnelle Hi-Hat-Muster, Snare-Rolls oder ähnliche Fill-ins einzuspielen. 

Neben dem Live-Recording von Drums bietet Maschine auch die Möglichkeit, den Groove in einem Step Sequencer zu programmieren. Dabei visualisieren euch die 16 Pads ein Lauflicht im Sechzehntel-Raster. Durch Betätigen eines Pads werden Steps gesetzt bzw. wieder gelöscht. Mit der Funktion „Follow“ folgt der Step Sequencer immer dem aktuell gespielten Takt. 

Instrumentsounds spielen (3:31 - 4:44)

Da nun die Drums im Kasten sind, kommen wir zum melodischen Part. Wählt dazu im Browser die Kategorie „Instruments“ oder „Sounds“. Mit den acht Drehreglern lassen sich Attribute, wie Bass, Sub etc. auswählen, damit ihr die Soundsuche verfeinern könnt. Die übrigen Sounds könnt ihr vorhören und im Anschluss in die neue Group laden. Anschließend seht ihr, dass der Instrumentensound auf das erste Pad, also in den ersten Sound-Slot, geladen wurde. Nun könnt ihr entweder ein MIDI-Keyboard, wie beispielsweise ein Native Instruments Komplete Kontrol S, anschließen und Melodien oder Akkorde spielen oder ihr wählt den Keyboard Mode aus, woraufhin sich die Pads wie eine Klaviatur spielen lassen. Wer diese nicht chromatisch spielen möchte, kann sich einer vorgefertigten Tonleiter bedienen. Nachdem ihr die Oktave und den Grundton eingestellt habt, könnt ihr mit dem Entwickeln melodischer Parts beginnen und eure Performance aufnehmen. Innerhalb dieses Workshops spielen wir zunächst eine Bassline ein. Ihr könnt aber natürlich auch erst mal mit Akkorden beginnen, die ihr erst anschließend mit Melodie und Bassline erweitert.

Soundparameter automatisieren und Effekte nutzen (5:27 - 6:20)

In Maschine sind viele Parameter eines Klangerzeugers bereits auf die Regler gemappt. Dadurch bedarf es keiner Konfigurationen mehr, damit Klangparameter gesteuert werden können. Im Plugin-View lassen sich die Parameter regeln und geladene Plugins, wie Effekte und auch Klangerzeuger s Um solche Parameterverläufe in die Performance aufzunehmen, haltet ihr lediglich während der Klangregelung den Auto-Button gedrückt. 

Außerdem können im Plugin-View auch Effekte in einen der Slots geladen werden. Dazu könnt ihr mit Shift+Browser die internen Maschine-Effekte nutzen oder ganze Effektketten und voreingestellte Effekt-Presets über den Browser und die Kategorie „Effekte“ laden. Im Video verwende ich den internen Kompressor und nutze die Kickdrum aus der Drum Group, um die Bassline zum Pumpen zu bringen. Jedes Mal wenn ein Kickdrum-Schlag erklingt, regelt der Kompressor den Bassline-Sound herunter.

Chords, Chord-Sets und Arpeggiator (6:21 - 8:14)

Mit Maschine können nicht nur einzelne Noten, sondern auch gleich ganze Akkorde abgefeuert werden, mit denen ihr wiederum Instrumentsounds spielen könnt. Wie schon bei der Bassline suchen wir uns auch hier im Browser einen Sound aus und wechseln in den Chords Mode. Der Grundton ist bereits so passend eingestellt, wie wir ihn zuvor bei der Bassline ausgewählt haben. Neben vielen Akkordvariationen, wie 1-3-5 oder 1-4-5, gibt es auch vorgefertigte Akkordfolgen. Wenn wir nun anschließend noch Note-Repeat aktivieren, spielen wir die einzelnen Noten des Akkords nicht gleichzeitig, sondern als Arpeggiator nacheinander! 

Perform FX mit Touch Strip (8:15 - 9:05)

Mit dem Touch-Strip könnt ihr eurer Performance noch mehr Ausdruck verleihen. Neben der Nutzung als Pitch oder Mod Wheel, eignet sich das Touchstrip auch besonders gut dazu, sogenannte Performance-Effekte, wie Stutter oder Tape-Stop, hinzuzufügen.

Externes Equipment und Sampling (9:06 - 13:06)

Bisher haben wir ausschließlich die internen Klangerzeuger und Samples verwendet. Daher möchten wir nun externe Geräte, wie zum Beispiel eine Korg Volca, ansteuern. Diese Performance werden wir später noch als Audio aufnehmen. Dazu werden MIDI-Ausgang und Audioeingang in der Sektion Channel MIDI konfiguriert. Auf der Rückseite der Maschine lässt sich der Pegel analog justieren. Ein zusätzlicher, digitaler Gain ist direkt neben dem Audio-Input erreichbar. Wie schon bei den internen Klangerzeugern könnt ihr auch hier den analogen Synth über den Keyboard Mode ansteuern und die Performance als MIDI aufnehmen. 

Damit wir auch wirklich den eigentlichen Klang des Synthesizers aufgreifen, nehmen wir dessen Audio-Input mit der Sampling Funktion auf. Das so entstandene Sample können wir anschließend editieren bzw. Teile davon mittels Chopping-Feature auf einzelne Pads legen. Statt eines Synthesizers könnten wir natürlich auch ein Smartphone oder Mikrofon an den Audioeingang der Maschine anschließen und Teile eines vorhandenen Musikstückes oder ein Musikinstrument aufnehmen, um daraus etwas Neues zu kreieren.

Mixing und Arrangieren (13:07 - 16:21)

Im Mixer lassen auch die einzelnen Soundslots der Groups (16 in einer Group) abmischen. Die Regler könnt ihr zum einen als Lautstärkeregler und zum anderen als Panoramaregler nutzen. Letzterer ermöglicht es euch, Sounds auf die linke oder rechte Seite des Stereopanoramas zu verteilen. Umschalten lässt sich die Funktion mit der Betätigung des 4D-Encoders.

Bisher haben wir für jede Group nur ein Pattern eingespielt. Im Pattern Mode können vorhandene Patterns dupliziert werden, um Variationen zu kreieren. Gleichzeitig können auch leere Patterns erzeugt werden, um neue Grooves und Melodien zu spielen. Die Patternlänge kann automatisch (passend zur Länge eurer Performance) oder aber selbst definiert werden. Aus den Patterns können wir ganze Szenen erstellen. Diese Szenen lassen sich zu guter Letzt positionieren, um so den Ablauf des Songs zu arrangieren. Statt eines Patterns können seit Maschine+ und dem neuen Maschine Software 2.12 Update auch Clips erstellt werden. Anders als Patterns können Clips völlig losgelöst von Szenen im Arrangement platziert werden. 

Audio Stem Export und Import in DAW (17:44 - 20:00)

Nachdem wir unseren Song arrangiert haben, möchten wir das gesamte Projekt final abspeichern – natürlich solltet ihr nicht erst am Ende, sondern zur Sicherheit immer wieder mal während der Produktion speichern.

Wer das Projekt in Maschine Software finalisieren möchte, startet einfach die Software  am Computer und wechselt in den Controller Mode. Wer das Projekt jedoch in einer DAW, wie etwa Apple Logic, Ableton Live oder Steinberg Cubase, weiter produzieren möchte, exportiert am besten Audio-Stems und wechselt über „Storeage“ in den USB Mode, um die Audio Stems am Computer zu importieren – und schon könnt ihr euren Beats den letzten Schliff verleihen!

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