Bass Hersteller_MXR
Test
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13.05.2019

Praxis

Die meisten analogen Octaver sind im Tracking den digitalen Modellen doch merklich unterlegen - die Tonhöhe wird oftmals nicht ganz korrekt erkannt oder der Sound kippt im Ausklang um. Der MXR Vintage Bass Octave performed allerdings erstaunlich stabil und erkannt die Töne absolut zuverlässig. Auch extrem lang ausklingende Töne stehen bis zum Ende - ich bin wirklich beeindruckt ! Bis zum tiefen F auf der E-Saite ist das Tracking des Pedals erstklassig. Bei der offenen E-Saite kann es, natürlich auch abhängig vom Basssound und der Spielweise, schon mal zu kleineren Aussetzern kommen. Insgesamt kann ich dem analogen Vintage Bass Octave in Sachen Tracking aber wirklich nur Bestnoten geben!

Ein derart zuverlässiges Tracking erkauft man sich allerdings in der Regel mit einem Nachteil: Durch die sensible Abstimmung werden nämlich auch Nebengeräusche, die beim Spielen entstehen, leichter aufgenommen und verstärkt, was eventuell Artefakte im Sound zur Folge haben kann. Das einzige probate Gegenmittel ist hier eine saubere Spieltechnik mit akkurat gegriffenen Tönen und wenig Nebengeräuschen.

Daher kommen wir nun zum Thema "Sound" und hören uns einmal an, ob der Mini-Octaver von MXR wirklich wie ein Vintage-Pedal klingt. Für das erste Beispiel habe ich die erste Oktave des Pedals voll aufgedreht, der Sound sitzt also eine Oktave unter dem gespielten Ton. Mein Testkandidat liefert mit dieser Einstellung einen warmen, synth-mäßigen Sound, der durchaus einen eigenen Charakter besitzt. Im Vergleich zu einem OC-2 klingt der MXR vielleicht ein Spur schlanker und cleaner, er kommt dem Vorbild aber schon recht nahe, wie ich finde:

Kommen wir nun zur klassischen Octaver-Einstellung: Zur ersten Oktave wird das trockene Signal gemischt - der Dry-Regler steht bei 12 Uhr. Der Sound ist durch das saubere Signal natürlich viel präsenter und besitzt jetzt auch die nötige Durchsetzungskraft für knackige Funk-Grooves:

In diesem Clip hört ihr die gleiche Einstellung wie im vorherigen Beispiel. Zusätzlich habe ich allerdings den Mid-Switch gedrückt. Durch den Hochmitten-Boost um 6 Dezibel wird der Sound unmittelbar eine Spur direkter und griffiger. Dieser Effekt kann bei Bedarf außerdem mit dem schon erwähnten Trimpot im Gehäuse noch deutlich verstärkt werden (bis zu 13 Dezibel):

Der zweite Oktavsound des Vintage Bass Octave sitzt wie schon beschrieben gleich zwei Oktaven unter dem gegriffenen Ton und wird als separierter Sound wohl eher selten Anwendung finden - die Töne sind schlicht zu tief und der Sound neigt dazu, etwas schwammig zu werden.

Als zusätzlicher Effekt zum cleanen Signal oder der ersten Oktave hat die zweite Sub-Oktave allerdings durchaus eine coole Wirkung - über fette Bassboxen gespielt vibriert in meiner Wohnung sogleich das komplette Inventar! Der Effekt ist mit einer direkten Audioaufnahme logischerweise nicht wirklich reproduzierbar, einen ungefähren Eindruck davon bekommt ihr aber im letzten Beispiel, bei dem alle drei Regler des MXR Vintage Bass Octave auf 12 Uhr stehen.

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