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Test
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26.09.2018

Music Man Stingray Special HH Test

Viersaitiger E-Bass

Kann man Gutes noch besser machen?

Der Music Man Stingray kam 1976 auf Markt und gehört neben den beiden Fender-Ikonen Precision und Jazz Bass zweifellos zu den wichtigsten Klassikern der E-Bass-Geschichte. Ein derart beliebtes Instrument gründlich zu überarbeiten birgt für Firmen stets ein nicht zu unterschätzendes Risiko, weil langjährige Kunden und Puristen vielleicht gewohnte Features vermissen. Und ob die überarbeiteten Instrumente zudem den Geschmack vieler Neukunden treffen, ist ebenfalls fraglich. Stillstand ist aber sicherlich auch keine Option, und so haben die Verantwortlichen bei Music Man entschieden, dass es nach 40 Jahren an der Zeit sei, dem Kult-Bass ein gründliches Update zu verpassen. Die neuen "Stingray Special"-Modelle wurden auf der "Winter NAMM Show 2018" der staunenden Öffentlichkeit präsentiert - und vom Publikum mit Begeisterung aufgenommen! Wir haben uns sofort nach dem Marktstart ein Exemplar ins Testlabor liefern lassen und wollen nun herausfinden, ob den Music-Man-Ingenieuren mit den überarbeiteten Modellen die Gratwanderung zwischen Tradition und Moderne gelungen ist.

Details

Zum Test hat uns der deutsche Music-Man-Vertrieb "Musik Meyer" aus Marburg einen viersaitigen Stingray Special HH in der Ausführung mit Ahorngriffbrett und der Finish-Variante "Burnt Apple" geschickt. Ich muss schon sagen, die Kombination ist wirklich ausgesprochen lecker. Ich bin tatsächlich noch unentschlossen, was mir besser gefällt: die elegant schimmernde Lackierung, oder der dunkle Hals aus "Roasted Maple".

Damit sind wir auch schon blitzschnell bei den ersten Neuerungen, die Music Man mit dem 2018er-Stingray einführt. Die Hälse der Stingray Specials bestehen nämlich ausnahmslos aus "Roasted Maple". Music Man hat bereits früher bei einigen Modellen dieses "geröstete Ahorn" für seine Hälse eingesetzt, und aufgrund der positiven Erfahrung mit wärmebehandelten Hölzern wohl entschieden, gleich die gesamte neue Serie damit auszustatten. Prinzipiell lässt sich sagen, dass thermisch behandelte Hölzer durch den Entzug der Feuchtigkeit resistenter gegen äußere Einflüsse sind und daher in ihrer Struktur extrem lange abgelagerten Hölzern gleichen. Die Vorteile liegen also auf der Hand, und außerdem sieht gebackenes Ahorn einfach super cool aus!

Im Ahorn-Griffbrett meines Testkandidaten sitzen nicht 21, sondern - auch das ist neu - 22 hochglanzpolierte Bünde aus Edelstahl sowie große schwarze Dots zur Orientierung. Die Halskrümmung wird natürlich auch bei den neuen Stingrays, wie bei allen Music-Man-Instrumenten üblich, mit dem praktischen Einstellrädchen am Halsende vorgenommen.

Beim Esche-Korpus fallen die Updates etwas subtiler aus als beim Hals, denn sie betreffen lediglich die Konturen. Bei genauer Betrachtung fällt auf, dass die Shapings im oberen Bereich viel stärker ausfallen als bei den Vorgängermodellen. Darüber hinaus wurde der Halsansatz neu gestaltet, sodass die hohen Lagen deutlich bequemer zur erreichen sind.

Den aufmerksamen Betrachtern wird außerdem nicht entgangen sein, dass der Hals bei den Stingray Specials nicht wie bei älteren Modellen mit sechs, sondern nur noch mit fünf Schrauben am Korpus befestigt ist. Die Stabilität wird dadurch garantiert nicht beeinträchtigt, zumal der Hals bei meinem Testexemplar wie maßgeschneidert in seiner Ausfräsung sitzt.

Neben der Holzkonstruktion haben sich die Ingenieure aber auch die Hardware und die Elektronikausstattung der Stingrays vorgeknöpft und die neuen Modelle mit zahlreichen Verbesserungen bedacht. Bei den Stimmmechaniken und der typischen MM-Bridge kommt jetzt durchweg Aluminium zum Einsatz, wodurch das Gewicht der Komponenten erheblich reduziert werden konnte.

Die Humbucker der 2018er-Stingrays sind mit großen Neodym-Magneten ausgestattet und sollen laut Music Man ein breiteres tonales Spektrum abbilden und ein stärkeres Signal liefern als die zuvor verwendeten Humbucker mit Keramikmagneten. Bei meinem Testkandidaten handelt es sich um ein sogenanntes HH-Modell mit je einem Humbucker in der Hals- und in der Stegposition. Im Cockpit parkt dementsprechend ein Schalter, der fünf verschiedene Kombinationen der Spulen ermöglicht:

Als Klangzentrale kommt bei den Stingray Specials ein komplett neu entwickelter 18-Volt-Preamp inklusive Dreiband-Equalizer zum Einsatz. Die höhere Spannung von 18 Volt schafft zusätzlichen Headroom und sorgt für eine längere Lebensdauer der beiden Batterien. Der neu abgestimmte Dreiband-EQ wurde laut Music Man auf maximale Flexibilität getrimmt und kann mit je einem Poti für Bässe, Mitten und Höhen am Stingray Special geregelt werden.

Wie wir sehen, hat Music Man wirklich an vielen Stellschrauben gedreht, um seinen Klassiker zu modernisieren. Da darf man nun aber wirklich gespannt sein, wie sich die vielen Änderungen in der Summe bemerkbar machen. Ausgeliefert wird der Stingray Special übrigens (samt Einstellwerkzeug, Aufklebern und Dokumenten) im schwarzen Music-Man-Hardshellcase - hier ist also alles beim bewährten Alten geblieben!

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