Beater_Sonst
Test
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12.02.2018

Mr. Muff - Muffkopf und Muffstick Test

Schlägel Zubehör

Kuschelige Überzieher

In Zeiten des Vintage Hypes und des dadurch florierenden Handels mit alten oder auf alt gemachten Instrumenten hat die Firma Mr. Muff innovative Produkte entwickelt, mit denen sich in jeder Situation und unabhängig vom Instrument ein muffiger Sound kreieren lässt. Zwar klingen alte Instrumente ja nicht per se dumpf oder muffig, denkt man jedoch an Musik von alten Schallplatten, liegt einem ja quasi ein warmer, mittenbetonter Sound schon direkt im Ohr. Das lag damals natürlich auch an der verwendeten Aufnahmetechnik, dem noch wenig verbreiteten „Close Miking“ der Mikrofone an den Trommeln und natürlich dem mittlerweile auch wieder boomenden Sound von Schallplatten. 

Um diesen Höreindruck auch live zu kreieren und vor allem schnell und variabel agieren zu können, hat der Tübinger Schlagzeuger Thorsten Reeß zwei verschiedene Muffköpfe entwickelt, die sich über den Beater der Bassdrum stülpen lassen. Doch warum soll dieses Prinzip nur für die Bassdrum gelten? Mit dem Muffstick ist gleich noch ein Überzieher für den Drumstick entstanden, mit dem auch hier eine neue klangliche Facette möglich wird. Wie die kuscheligen Überzieher konstruiert sind und welche klanglichen Variationen sie bereithalten, haben wir im folgenden Test genau beleuchtet.

Details

Im Beater Testmarathon haben wir unterschiedlichste Schlägelmodelle untersucht, die das Spielgefühl oder den Klang der Bassdrum mal mehr, mal weniger verändern. Der Muffkopf dagegen grenzt sich klar davon ab, weil das Prinzip des Überstülpens bisher noch nicht angewandt wurde. Die Idee zu den Produkten kam dem Erfinder Thorsten Reeß beim Spielen. Lange Zeit hatte er nach eigenen Angaben zur Klangveränderung einen Putzhandschuh über den Beater gezogen, der sich aber nach der Hälfte des Songs schnell verabschiedete. Einmal mit Gaffa festgeklebt, hielt er natürlich, ließ sich jedoch nicht mehr ohne weiteres wechseln, sodass man auch direkt einen weichen Beater an der Fußmaschine hätte anbringen können. Daraus ergab sich die Idee, ein Produkt zu entwickeln, mit dem sich innerhalb von Sekunden der Bassdrumsound verändern lässt, ohne den eigentlichen Schlägel tauschen zu müssen, und so entstand der Muffkopf. Ohne einen Stimmschlüssel oder zusätzliches Werkzeug wird das Pad aus weichem Fell über den jeweiligen Schlägel gezogen und mithilfe eines eingenähten Zugbandes arretiert. Dieses ist an den Enden mit einer Stofflasche vernäht worden, um das Herausrutschen der Bänder zu verhindern. 

Die robust wirkende Innenseite ist aus drei Millimeter dickem Filz gefertigt und wird auf der Außenseite von einem weichen, schwarz-weißen Polyesterfell ummantelt. Dieses Standardmodell ist in schwarz, orange und grün erhältlich – wobei die Farbe sich auf die Innenseite aus Filz bezieht – und hat im montierten Zustand eine Schlagfläche von circa zehn Zentimetern Durchmesser. Für einen noch größeren klanglichen Effekt und maximale Dämpfung wurde der Muffkopf Deluxe entwickelt. Dieser ist identisch aufgebaut, aber aus dichtem Schaffell gefertigt und mit 18 Zentimetern Durchmesser wesentlich breiter als das reguläre Modell. Auch hier wird der Überzug einfach mit dem Band am Beater festgezurrt. Der Muffkopf Deluxe ist in schwarz und weiß erhältlich. Durchaus erwähnenswert sind noch die Gewichte von 25 beziehungsweise 45 Gramm der Muffköpfe, die sich natürlich zum Eigengewicht des Beaters addieren. Wie sich das auf das Spielgefühl auswirkt, beleuchten wir im Praxisteil.

Ein ähnliches Konzept verfolgt der Muffstick, der aber grundsätzlich neu auf dem eigentlich schon unglaublich vielfältigen Markt der Stöcke, Schlägel und Besen sein dürfte. Auch hier entstand die Idee wieder durch den vorherigen Gebrauch von Haushaltswaren zur Klangerzeugung. Während der Muffkopf-Erfinder Klänge mit Heizkörperbürsten erzeugte, dachte er sich, dass das Ganze doch mit einem echten Drumstick in Kombination mit einem speziellen Utensil auch hochwertiger umzusetzen sei. Genau genommen ist der Muffstick nämlich kein Stick, sondern ein Accessoire zum Überziehen über das bevorzugte Stockmodell. Um das Einfädeln des Stockes zu erleichtern, befindet sich am unteren Ende eine Stoffschlaufe, mit der sich der Muffstick einfacher über den Stock ziehen lässt. Ähnlich dem Muffkopf ist der Muffstick aus Polyacryl und Polyester hergestellt und hat eine sehr weiche Oberfläche. Das Fell auf der Schlagfläche ist dabei schwarz-weiß, während die filzige Rückseite dank des Neongrüns ein echter Blickfang ist. 

Mithilfe eines kleinen, aufklebbaren Stück Klettbands kann der Muffstick am Stock befestigt werden. Aufgrund der Verklebung lässt sich dieser dann zwar nicht ohne weiteres wieder ablösen, allerdings ist der Muffstick ja sowieso für leisere musikalische Situationen konzipiert, bei denen die Stöcke weitestgehend verschont bleiben. Wer die Klettfläche nicht nutzen möchte, kann sich natürlich auch die Stoffschlaufe zunutze machen. Grundsätzlich sitzt der Muffstick aber um ein 5B Stockmodell recht eng, somit sind sowohl das Klettband als auch die Schlaufe also erst bei dünneren Stockmodellen oder sehr schwunghaftem Spiel von Bedeutung. Die konisch zulaufende Schlagfläche verbreitert sich von fünfeinhalb Zentimetern am Stockschaft bis hin zu satten neun Zentimetern an der Stockspitze. Dabei lässt sich die Auflagefläche durch Anwinkeln des Sticks entweder klein oder, dank seiner Länge von fast 30 Zentimetern, sehr breit halten, um somit eine klangliche Veränderung erzielen zu können. Für etwas weniger Effekt ist zusätzlich der Muffstick Light erhältlich. Dieser ist identisch aufgebaut, mit einer durchgängigen Breite von sechs Zentimetern aber ein gutes Stück schmaler als sein großer Bruder. Das wirkt sich natürlich auch auf das Gewicht aus. Während der Muffstick 40 Gramm auf die Waage bringt, ist die schmalere Variante zehn Gramm leichter. Die ersten Prototypen zu den jeweiligen Modellen nähte Thorsten Reeß' Schwester, die auch heute noch die Muffsticks und Muffkopf Deluxe Modelle herstellt. Das Standardmodell wird in einer Näherei eines Frauengefängnisses in Deutschland gefertigt. Alle Modelle sind gut durchdacht konzipiert, hochwertig vernäht und machen große Lust auf den nun folgenden Test am Instrument.

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