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Test
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31.08.2020

Millenium MC890 NT Conga Set & MB202H NT Bongo Set Test

Congas und Bongos aus Holz mit Naturfell

Das Latin-Paket zum Einsteigerpreis

Die Congas und Bongos im Natural Look werden von der Thomann-Hausmarke Millenium vertrieben und versprechen Latin Sounds zum Einsteigerbudget. Sowohl Congas als auch Bongos im Bernsteinlack kommen mit einem Taschenset und einem Stimmschlüssel daher. Beim Conga Set liegen zudem noch zwei Einzelständer bei, die ein Spielen im Stehen ermöglichen.

Schaut man sich den Preis der Sets an, so wirkt das geschnürte Paket mehr als fair. Mit 252€ für das Conga Set und 36€ für das Bongo Set liegen die beiden Instrumentenpaare deutlich unter dem, was man sonst auf dem Markt an vergleichbaren Produkten findet. Bleibt gespannt abzuwarten, ob die Millenium-Einstiegsklasse auch qualitativ mit der Konkurrenz mithalten kann.

Details & Praxis

Die Congas der Millenium-Sets werden aus Eukalyptus und die Bongos aus Birkenholz hergestellt. Die gelieferten Fellgrößen betragen 10“ und 11“ (Congas) und 6,5“ und 7,5“ (Bongos). Optisch treten die Trommeln stilvoll und schlicht in Erscheinung.

Eukalyptus und Birke sorgen für helle Kesseloptik

Die hellen Kessel aus Birke und Eukalyptus treffen auf weitgehend schwarze Hardware in Form von Spannreifen und Böckchen aus Metall, wobei Schrauben und Spannstäbe dezent in Silber gehalten sind. Auch das untere Ende der Trommelkessel ist durch eine schwarze Applikation abgegrenzt. Im Fall der Congas handelt es sich hier um einen Gummirand, der ein weiches Abstellen der Trommeln auf dem Boden ermöglicht. Die Bongos verfügen über ansprechende Abdeckkappen aus Gummi an den Stimmschrauben. Die Congas und Bongos werden wie üblich in Fassbauweise gefertigt, dabei werden einzelne Dauben miteinander verleimt und hinterher in eine runde Form geschliffen. Die Bongos haben auf der Außenseite eine breite Aussparung in der Kesselwand eingefräst, was nicht nur das Gewicht reduziert, sondern auch für einen schönen Look sorgt. Auf der Innenseite ist eine Füllstelle im Holz recht grob kaschiert, hier schlägt sich der günstige Anschaffungspreis dann deutlich sichtbar nieder.

Insgesamt fünf Spannschrauben an jeder Conga und je vier pro Bongo stellen die gewünschte Stimmung der Naturfelle sicher. Die Felle in weißer Optik sind leicht angeraut und etwa 1-2mm dick. Streift man mit der Handfläche ganz vorsichtig über das Fell, sind deutliche Unebenheiten zu spüren, die darauf schließen lassen, dass das Fell nicht an allen Stellen die gleiche Dicke hat.

Wie die Instrumente klingen, könnt ihr im folgenden Video hören:

Das Conga Set wird mit Stativen ausgeliefert

Mit zum Lieferumfang der Congas gehören zwei Stative, die ein Spielen im Stehen ermöglichen. Die Ständer haben drei Beine, sind aus schwarzem Metall gefertigt und können in vorgesehenen Stufen höhenverstellt werden. Der obligatorische Stimmschlüssel liegt den Paketen bei und ermöglicht die Veränderung der Tonhöhen.

Alles in allem wirken sowohl Congas als auch Bongos solide und gut verarbeitet, was für die Kesselkonstruktion sowie für die Hardware gilt. Somit versprechen die Trommeln ein angenehmes Spielgefühl, einzig die Felle wirken nicht besonders hochwertig und es bleibt abzuwarten, was diese klanglich zu bieten haben.

Die Stative der Congas sind mit Flügelmuttern ausgerüstet und daher leicht zu montieren. Die Köpfe der Schrauben sind viereckig gekantet und rasten quasi in die dafür vorgesehene Öffnung am Ständer ein. Ein vorgegebenes Raster von sieben Löchern ermöglicht das Verstellen der Höhe in festgelegten Stufen. All dies lässt sich jedoch relativ schnell umsetzen, und so steht dem ersten Jam nichts mehr im Wege.

Gute Verarbeitung ermöglicht Einstimmen knackiger Latin Sounds

Das Einstimmen der Felle funktioniert bei Congas und Bongos problemlos. Der mitgelieferte Schlüssel ist sehr dünn und liegt nicht sicher in der Hand, was die eine oder andere Verzögerung mit sich bringt. Zieht man das Fell ordentlich an, um den traditionell sehr hohen Trommelklang zu erhalten, hält die Hardware, was sie verspricht: Keinerlei Biegen oder Nachgeben der Metallrims ist erkennbar und die Schrauben laufen bis in hohe Fellspannungen hinein sehr leicht, sodass man problemlos knackige Tonhöhen erreichen kann. Einziges Manko: Die Felle verlieren relativ schnell ihre Spannung und es muss regelmäßig nachgestimmt werden. Dies in Kombination mit den relativ dünnen und ungleichmäßigen Oberflächen deutet auf eine relativ kurze Lebensdauer der Felle hin, die erfahrungsgemäß bei entsprechenden Spannungen gern mal reißen.

Gute Sounds für kleines Geld

Bezüglich der Soundqualität bewegen sich sowohl Congas als auch Bongos im guten Mittelfeld. Sowohl die Open Tones als auch Bassschläge sind klar differenziert und erzeugen einen voluminösen und offenen Ton. Das Grundsortiment an Basic-Klängen ist also wirklich amtlich und kann sich hören lassen. Besonders die klanglichen Feinheiten jedoch fehlen dem geschulten Ohr. Vergleicht man die Instrumente mit entsprechenden Profimodellen, so fallen die relativ einseitigen und wenig ausgereiften Slap- und Tipsounds auf. Ein wenig extremer noch stellt sich dieses Phänomen bei den Bongos dar, denen tatsächlich kaum differenzierte Slapsounds zu entlocken sind. Ob dieser relativ dumpfe Klang am Fell der Klangköper liegt, sei dahingestellt. Bedenkt man jedoch erneut, in welcher Preiskategorie sich die Instrumente befinden, ist die eine oder andere kleine Ungereimtheit schnell wieder vergessen.

In den folgenden Audiofiles könnt ihr euch Congas und Bongos mit Einzelschlägen sowie in verschiedenen Grooves anhören.

Fazit

Sowohl Conga Set als auch Bongo Set von Millenium sind solide gefertigt. Die hellen Holzkessel in Kombination mit der schwarzen Hardware wirken schlicht und edel. Der Ständer für die Congas wirkt wertig und ist relativ leicht zu justieren. Beide Sets kommen mit schwarzen Stofftaschen, die den Transport zum Gig ohne Kratzer ermöglichen. All das sind Features, die es bei der Millenium-Serie für kleines Geld gibt, und das ist in diesem Umfang durchaus erstaunlich, wenn man bedenkt, wie weit die getesteten Instrumente von der Preisgestaltung namhafter Hersteller entfernt sind. Einzig die Naturfelle sind eher schlicht gefertigt und beschränken das klangliche Potential der verschiedenen Sounds auf Conga und Bongo. Slaps oder Tips könnten mit besseren Fellen feiner nuanciert erklingen und das musikalische Spielen der Instrumente begünstigen. Die Grundsounds aus dem Latin-Bereich sind jedoch problemlos umsetzbar, und so gilt: Wer die Basics des Conga- und Bongospielens erlernen will und dafür kostengünstige Instrumente sucht, die dennoch eine vernünftige Qualität und bauliche Verlässlichkeit liefern, der sollte sich Milleniums Conga Set und Bongo Set in jedem Fall genauer ansehen. Für Spieler, die bereits ambitionierter unterwegs sind, könnten die Thomann Latin Expert Instrumente eine interessante Alternative sein.

  • Pro
  • gute Sounds
  • insgesamt gute Verarbeitung
  • günstige Preise
  • Contra
  • Fellqualität nicht optimal
  • teilweise zu dumpfer Sound
  • Features & Spezifikationen
  • Hersteller: Millenium
  • Herkunftsland: China
  • Bezeichnung:
  • Millenium MC890 NT Conga Set
  • Millenium MB202H NT Bongo Set
  • Material: Birke/Eukalyptus
  • Farbe: Natur/Schwarz
  • Durchmesser: 10“ und 11“ (Congas), 6,5“ und 7,5“ (Bongos)
  • Ausstattung:
  • Naturfelle
  • höhenverstellbare Stative (Congas)
  • inkl. Stimmschlüssel
  • inkl. Gigbags im Bundle-Angebot | Congas und Bongos
  • Weitere Farbe: weinrot
  • Aktuelle Verkaufspreise (September 2020):
  • Conga Set inkl. Stativen EUR 215,-
  • Conga Set inkl. Stativen & Bags EUR 252,-
  • Bongo Set EUR 29,-
  • Bongo Set inkl. Bag EUR 36,-

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