Test
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12.04.2020

Meinl HCS Bronze Cymbals Test

Becken Serie

Viele Sounds = gute Sounds?

Nachdem der deutsche Hersteller Meinl 2019 das High-End-Segment mit den Foundry Reserve Becken gekrönt hat, tut sich mit den neu entwickelten HCS Bronze Modellen auch im Einsteigerbereich etwas. Die Serie ersetzt ab sofort die MCS- und Classics-Becken. Beim Kürzel HCS dürfte es bei vielen Drummern aber auch klingeln, diese Serie bietet für schmales Geld gut verarbeitete Zimbeln aus Messing, gehobene Klangansprüche können die Teile aber nicht unbedingt erfüllen. Hier gehen unsere heutigen Testobjekte einen Schritt weiter, denn sie bestehen aus B8-Bronze, einem Material, welches auch bei professionellen Becken verwendet wird. 

Aus Bronze gefertigten Becken wird ein volleres Soundspektrum mit besserer Dynamik nachgesagt als solchen aus Messing. Laut Meinl wurde aber auch die Bearbeitung aufwendiger gestaltet, um eine feinere Auflösung und schnellere Ansprache zu erreichen. Gleichzeitig gibt es eine breite Auswahl an Modellen – gelochte Splashes, Chinas, Bells und unterschiedliche Gewichtsklassen findet man in den günstigeren Serien anderer Hersteller meistens nicht. Damit sollen die Instrumente sowohl für Einsteiger als auch für ambitionierte Fortgeschrittene und sogar Profis geeignet sein. Ob das tatsächlich so ist, lest ihr auf den folgenden Zeilen. 

Details

Die breite Modellauswahl beinhaltet auch einige „Spezialisten“

Ein Ride, zwei Crashes und eine Hi-Hat – so sah vor einigen Jahren die Modellpalette vieler Einsteigerserien aus. Mit Glück wurde später noch ein China oder ein Splash nachgereicht. Wer mehr wollte, musste tiefer in die Tasche greifen und sich bei den Profiserien umhören. Bei den Meinl HCS Bronze Becken ist das anders. 22 Becken und drei Hi-Hats entnehme ich den insgesamt vier Versandkartons, womit mir das gesamte aktuell erhältliche Sortiment vorliegt. Beim Ordnen der etwa 35 Kilogramm B8-Bronze wird schnell klar, dass sich die Firma Meinl einige Gedanken zu den Klangbedürfnissen moderner Drummer gemacht hat. Fangen wir mit den Standardtypen an. Crashes gibt es in den vier Größen 14, 16, 17 und 18 Zoll, zusätzlich noch ein 18er und ein 20er Crash-Ride. Bei den Hi-Hats bietet man neben einer 14er Medium-Version auch eine 14er SoundWave und eine 10er Medium an. Wer sich für ein Ridebecken interessiert, kann sich zwischen drei 20ern in Medium, Medium Heavy und Heavy und einem 22er in Medium-Stärke entscheiden. 

Dass Fans klassischer Effekte zunächst nur ein 18er China sowie ein 8er und ein 10er Splash vorfinden, wird ausgeglichen durch eine Vielzahl anderer Spezialitäten. Wer auf gelochte Becken steht, findet insgesamt sechs Modelle im HCS Bronze Programm, als da wären: drei Trash Crashes in 14, 16 und 18 Zoll, zwei Trash Chinas in 16 und 18 Zoll sowie ein Trash Splash in 12 Zoll. Damit endet die Auswahl aber immer noch nicht, drei acht Zoll große Bells mit den Bezeichnungen Bell, Low Bell und High Bell stehen ebenfalls zur Verfügung. 

In puncto Bauweise gibt es viele Gemeinsamkeiten zwischen allen Typen. So bestehen alle Modelle aus fertigen B8-Bronzeblechen, welche mithilfe von Maschinen in Form gepresst (Fachbegriff: gedrückt) und gehämmert werden. Sowohl die Ober- als auch die Unterseiten aller Becken weisen ein breites Abdrehmuster auf, dessen Form mich stark an jenes der Paiste Alpha Modelle erinnert. Nur auf den Innenseiten der Kuppen variiert es in Richtung eines feineren Musters. Kommen wir nun zu den einzelnen Instrumenten. 

Die Crashes liegen im Medium-Bereich 

Da die vier Crashes keine Gewichtsbezeichnung tragen, habe ich sie auf die Digitalwaage gelegt. Wie erwartet, liegen sie im Medium-Bereich (18er: 1380 Gramm). Sie weisen ein normales Profil mit klar ausgeformter Kuppe auf, auf den Unterseiten ist außerdem gut zu erkennen, dass sie mit drei unterschiedlich großen, flachen Hämmern bearbeitet wurden. Anatomisch identisch, satteln die Crash-Rides beim Gewicht ordentlich drauf: 1570 Gramm sind es beim 18er, das 20er liegt bei etwa 1720 Gramm. Das ist allerdings deutlich weniger als beim gleich großen Ride, denn das kommt auf 2230 Gramm. 2420 sind es dann schon beim Medium Heavy Modell, der Spitzenreiter ist das Heavy Ride mit 2780 Gramm. Obwohl das 22er nur die Bezeichnung „Ride“ trägt, deuten gute 3200 Gramm schon in eine gesunde Medium Heavy Richtung, was optisch durch die große Kuppe untermauert wird. 

Die SoundWave Hi-Hat besitzt ein gewelltes Bottom-Becken

Bei den drei Hi-Hats sticht das SoundWave-Modell mit seiner anatomischen Besonderheit, dem am Rand gewellten Bottom-Becken, hervor. Es besitzt aber auch deutlich mehr Masse als die konventionelle Schwester derselben Größe und ist damit insgesamt auf eine härtere Gangart getrimmt. Die 10er Version liegt wiederum im mittleren Gewichtsbereich. 

China, Splashes, Bells

Ein Blick auf die Effektsektion ohne Löcher zeigt nur wenig Auffälliges. Sowohl die beiden Splashes als auch die beiden Bells besitzen die typische Form, bei letzteren sorgen Differenzen in der Gewichtung für verschiedene Tonhöhen. Einzig das China fällt mit seiner relativ großen Kuppe und der kleinen Krempe aus dem Rahmen, die meisten „Artgenossen“ weisen eher eine umgekehrte Anatomie auf. 

Trash, die Lochfraktion

Kommen wir nun zu den zahlreichen Modellen mit Löchern. Bei den Trash Crashes handelt es sich um gebohrte Versionen der regulären Crashes, die Modelle von 12 (Trash Splash) bis 16 Zoll Größe besitzen jeweils vier kleine und vier große Bohrungen, nur das 18er hat davon jeweils fünf. Dies gilt auch für das 18er Trash China, welches ansonsten identisch mit seinem unversehrten Schwestermodell ist. Interessanterweise fällt das 16er Trash China anatomisch aus dem Rahmen, denn es weist eine noch größere Kuppe auf als das 18er. Alle Modelle sind makellos verarbeitet. 

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