Test
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15.10.2019

Praxis

Im Praxistest kommen neben dem Radius 2V meine Vestax-PDX2300-Turntables mit Ortofon-Concorde-Systemen sowie die CDX-Player aus gleichem Hause und ein Pioneer EFX-500 als Effektor zum Einsatz. Das Handling des „Discomischers“ ist straight-forward und lässt keine Fragen offen. Das Layout ist aufgeräumt und bietet genug Arbeitsraum, lediglich zwischen den EQs ist es enger als beispielsweise bei einem DJM-Mischer. Die Bedienung ist dennoch eine Freude, denn die hochwertigen ALSP-Pots drehen geschmeidig und der Penny&Giles-Fader fasst sich gut an.

Als Rotary-Mixer ist der Radius Two Valve mit seinen ECC-82-Doppel-Trioden-Röhren, den MUSES-Verstärkern und der im Vergleich zum Ursprungsmodell neu entwickelten RIAA-Stufe und JFET-Vorverstärkern ein echtes Prachtstück für Sound-Liebhaber. Der Hersteller gibt an, dass basierend auf dem Schaltungsdesign nicht mit einer Auswechslung der Röhren über die Nutzungszeit des Mixers zu rechnen ist.

Die Equalizer der beiden Hauptkanäle arbeiten mit einer maximalen Absenkung von 20 dB und einem musikalischen Boost von + 6 dB. Der LowQ operiert bei 100 Hz. Der MidQ setzt bei 1 kHz an. Der HiQ arbeitet um 5 kHz. Wie sich die EQs anhören, sollen die nachfolgenden Audiobeispiele verdeutlichen. Ob man im Track ein paar silbrige Höhen addieren, den Sub noch ein bissl mehr kitzeln oder beim Übergang zweier Titel den Bassbereich etwas wegdrücken oder Nuancen zweier Tracks in the Mix oder beim Übergang mischen möchte: das lässt sich hier prima bewerkstelligen. Auch schnelle Cuts machen die Pots gut mit.

Die VU-Meter zeigen dabei den Signalpegel des Mixbus an. Bei Aktivierung eines Cue-Schalters am Kanal hingegen den Cue-Pegel. Interessant auch: Kommt es im Mix zu einer Übersteuerung, müsst ihr euch nicht nur auf eure Ohren verlassen, sondern könnt dies ebenfalls am VU-Meter sehen, denn es leuchtet ab +6 dB blutrot statt gelb. Mixhilfe und optischer Effekt gleichermaßen.

Master Isolator

Für das Finetuning des Ausgangsignal hat man als DJ beim Radius 2V noch einmal den Master Isolator (12 dB/Oktave-Filter) zur Verfügung, sprich drei Frequenzbänder mit denen sich das Klangbild des Summensignal auf den Punkt mischen lässt. Hier lässt sich dann mit satten 12 dB Boost operieren, respektive jedes einzelne Band komplett auslöschen.

Die Crossover-Frequenzen liegen bei 350 Hz und 3.5 kHz. Und auch beim Radius Two Valve muss ich wieder feststellen, dass sich der Mixer als höchst übersteuerungsfest erweist, selbst mit sattem Gain für die Plattenspieler und Spitzenausschlag der zugehörigen LED-Kette und dazu noch etwas Master-Isolator-Boost, damit die VU-Anzeige auch schön in den roten Bereich ausschlägt.

Was die FX-Schleife angeht, muss man zwischen einem Master-Insert-fähigen Produkt wie dem Mastersound-Multi-Effektgerät oder einem „Standard-Effekt“ wie beispielsweise dem Pioneer EFX-500, das in diesem Szenario zum Zug kam, differenzieren und die Schaltung am Mischpult entsprechend einstellen. Bedeutet für das Pioneer-Gerät, dass der Insert deaktiviert ist und mittels Aux-Bus gearbeitet wird. Via Pre/Post-Schalter lässt sich festlegen, ob das FX-Signal auch in den Mixbus geschickt wird, wenn der „Fader“ respektive die Pots unten bleiben.

Perfekt abgestimmt auf die MasterSounds-Mischpulte ist allerdings das FX-Gerät des Herstellers selbst. Denn dieses erlaubt, die „obere“ Haupt-Effektsektion via Kanal-Send zu beschicken und obendrein noch ein Multimode-Filter als Insert anzuwenden, welches folglich den kompletten Master-Mix betrifft. Eine überlegenswerte Investition, wenn man einen der schmucken Rotary-Mixer zu kaufen gedenkt. 

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