Test
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15.10.2019

MasterSounds Radius Two VALVE Test

Rotary DJ-Mixer

Mit dem Radius Two Valve stellt MasterSounds uns einen neuen Boutique-Rotary-Mixer vor. Das Produkt entspringt einer Kooperation mit Union Audio, respektive der Firma des ehemaligen Allen&Heath-Xone-Masterminds Andy Rigby-Jones. Er hat auch das Pult PLAYdifferently Model 1 zusammen mit Richie Hawtin entwickelt.

Zum Produktportfolio der Firma Mastersound zählen neben den Rotary-Mischpulten Radius 4 / 4V und Radius 2 das Fader-Pult Linear 4V, auch das Effektgerät „FX“ sowie diverse Turntable-Tools, darunter Flipmats, Gewichte oder auch das Iso-System TRBxM für Plattenspieler. Und eben mein heutiger Testkandidat, der Radius Two Valve, für den 1495,– Britische Pfund zu entrichten sind und der im Gegenzug hochwertige Komponenten mitbringt und einen klaren, dynamischen Analog-Röhrensound verspricht …

Details

Das ist schon ein schickes Mischpult, das sich hier aus dem Karton schält. Wir haben das mattschwarze Modell zum Test bekommen. Es dürfte wohl bald auch eine silberne Ausgabe analog zum Rest der Serie geben. Der Rotary-Mixer beeindruckt mit stattlichen 20 Knobs in drei Größen auf der Bedienoberfläche, er ist sauber lackiert, akkurat gefertigt und die Schriften sind ebenfalls gut abzulesen. Das Pult wiegt smarte 3,3 kg und misst 230 x 282 x 84 mm. Verarbeitung, erster Eindruck und Trockenlauf über die Bedienelemente geben keinen Anlass zur Kritik. 

Backpanel

Zum Anschluss von Turntables und Line-Zuspielern sind für Kanal 1 und 2 je ein separates Pärchen vergoldeter Cinchbuchsen nebst griffiger Rändelschraube für die Plattenspieler-Massekabel auszumachen. Ein Mikrofonanschluss wurde dem Mischer leider nicht zuteil. Darin unterscheidet er sich von seinen vierkanaligen Geschwistern. Ferner findet sich am Backpanel ein Aux-Weg für Effektgeräte mit speziellem Schaltungsdesign (Insert-Option) für die Benutzung des Effektgeräts MasterSound FX aus gleichem Hause, das hier getestet wurde.

Für die Beschallungsanlage stehen XLR und symmetrische Klinke bereit. Ein „geklonter“ Cinch-Master ist nicht an Bord – muss auch nicht. Allerdings verbaut Union Audio einen Record-Out zum Aufzeichnen/Abgreifen des Summensignals unabhängig von der tatsächlichen Ausgabelautstärke. Da das Pult kein integriertes Audiointerface hat, das die Performance mitschneiden könnte, kann man hier einfach seinen mobilen Rekorder andocken, beispielsweise ein Reloop Tape oder auch ein Smartphone mit passender App.

Bestromt wird der Radius Two Valve mit einem externen 18V/1A-Netzteil, folglich sind hinten noch die entsprechende Buchse nebst Zugentlastung und ein Einschaltknopf vorzufinden. Vorn ist lediglich der Kopfhörerausgang auszumachen.

Radius mit V oder ohne V?

Das V in den teils verwendeten Produktbezeichnungen der Mischpulte von MasterSounds steht für „Valve“, also Röhrenverstärkung. Hier weicht die Ausstattung der beiden "Zweikanäler" voneinander ab. Doch das ist nicht der einzige Unterschied zum “Radius 2“. Denn wo dieser im Channel-Strip auf ein Hochpassfilter statt EQ setzt, hat das Doppeltrioden-Röhren-Modell einen Dreiband-EQ anzubieten. Auch gibt es beim Valve-Modell ampelfarbcodierte Channelmeter und hier und da ein paar weitere Unterschiede, wodurch das Gerät in der Summe etwas schwerer und größer ausfällt als der kleine Bruder (230 x 190 x 84mm @ 2,5 Kilo.) 

Kanalausstattung

Zur Kanalausstattung gehören die obligatorische Eingangspegelregelung mit im Line-Modus rot beleuchtetem Eingangswahlschalter für externe Zuspieler, ein Pre- oder Post-Fader umschaltbarer Aux-Send sowie die drei Regler zur Klangformung (Hi, Mid, Low). Hier hätte dem Radius 2V ein zusätzliches Filter gut zu Gesicht gestanden. Darunter schicken bei Aktivierung rot beleuchtete Cue-Schalter das Signal auf den Kopfhörerbus. Durch die Abluft-Ausfräsungen am Kanal lässt zudem eine zart rote Grundbeleuchtung einen dezenten Blick auf die Röhren zu. 

Etwas filigraner Natur ist der der Crossfader-Zuweisungsschalter. Das kennen wir so auch von den Allen&Heath-Pulten wie beispielsweise dem hier von mir getesteten Xone:96. Mit diesen Schaltern kann man die Kanäle nicht nur auf die linke und rechte Crossfader-Seite adressieren, sondern auch vom Überblendregler ausschließen. Es folgt besagtes, zehnschrittiges Pegelmeter, skaliert von -25 bis +9 dB plus Peak-LED.

Letztes Glied in der Kette sind die mächtigen hochwertigen ALPS-Level-Knobs. Sie sind satte 30 mm im Durchmesser groß und ungemein griffig. Unnötig zu erwähnen, dass die ALPS-Pots auf Metallstiften sitzen und nicht auf irgendwelchem dauerbruchgefährdeten Kunststoff. 

Rechte Seite

Was man eher selten im Kosmos der Rotary-Mischpulte antrifft, ist ein Crossfader. Einige Hersteller lassen ihn ganz weg, andere hingegen nutzen einen Überblend-Drehregler wie beispielsweise der Rane 2015 aus eben diesem Jahr. Union Audio verbaut analog zu den Xones einen amtlichen Crossfader von Penny & Giles, der mit einer Kontursteuerung bedacht wurde.

Um den Klang des Summensignals respektive des Mixsignals kümmert sich der Master-Isolator auf der rechten Seite. Darüber springen einem die beiden gelb beleuchtetet VU-Meter ins Auge. Entsprechend der rückseitigen Ausgabebuchsen hat der Radius Two Valve auch separate Master- und Booth-Lautstärkeregler an Bord, damit man Monitorboxen und Hauptanlage getrennt anfahren kann.

Eine frontale 6,3-mm-Klinkenbuchse dient zum Anschluss des Kopfhörers. Und der kann hier richtig laut werden. Neben der Pegelregelung wartet diese Sektion mit einer Split-Schaltung und einem dedizierten Add-Mix-Regler für den Kopfhörermix auf, der beim Radius 2 "Standardmodell" übrigens nicht dabei ist. 

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