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22.07.2020

Mapex Tornado Studio FJ Schlagzeug Test

Schlagzeug-Kesselsatz inkl. Hardware und Komplettset

Der kleine Wirbelwind

Mit dem Mapex Tornado Studio haben wir heute ein Einsteigerset im Test, das es in der Grundversion als Kesselsatz inklusive Hardwarepaket gibt, zusätzlich kann es im Bundle mit einem Paiste 201 Beckenset und einem zusätzlichen Galgenbeckenstativ zu einem Komplettset aufgerüstet werden. Das Basisset kostet gerade einmal 321 Euro, da kommt der eine oder andere Einsteiger sicherlich ins Grübeln. Wie viel Schlagzeug ihr in beiden Konfigurationen bekommt, erfahrt ihr jetzt.

Details

Das Basisset

Mit dem Begriff „Studio“ wird im Musikalienhandel ein Schlagzeug mit einer 20“ Bassdrum sowie drei Toms in den Größen 10“, 12“ und 14“ bezeichnet. Beim Tornado ist außerdem eine 14“ x 5“ Snare enthalten. Aber damit noch nicht genug, in den zwei Kartons befindet sich noch ein nahezu kompletter Hardwaresatz, bestehend aus Bassdrumpedal, Hi-Hat-Maschine, Snarestativ, einem geraden Beckenständer und einem einfachen Drummersitz. Für die beiden Hängetoms in 10“ x 8“ und 12“ x 9“ gibt es zwei Tomhalter, die mit Kugelgelenken ausgestattet sind, die Tomhalter werden dabei ganz klassisch auf der Bassdrum angebracht. Für das 14“ x 14“ Floortom sind drei Beine vorgesehen. Ein paar Drumsticks in der Größe 7A und ein Stimmschlüssel runden das Paket ab. 

Die Kessel bestehen aus Lindenholz und sind in der vorliegenden Thomann Exklusiv Variante mit der Folie Brown Wood Grain beklebt. Lindenholz ist bekanntlich relativ weich, trotzdem sind die Kessel, bis auf eine klitzelkleine Eindruckstelle auf der Gratung des Floortoms, ansprechend verarbeitet. Auch die Folie ist an sämtlichen Kesseln stramm und an einer Stelle überlappend verklebt.

Die 14“ x 5“ Snare hat eine einfache, seitlich abklappbare Teppichabhebung. Die Fellspannung verteilt sich auf acht Doppelspannböckchen. Auf der Unterseite der Snare raschelt ein einfacher Spiralteppich aus Stahl, der mit Bändern gehalten wird. Für die Spannung der Tomfelle sind jeweils sechs Stimmschrauben pro Seite zuständig, für die Bassdrum sind es acht Schrauben pro Seite.

Schauen wir uns die Kesselhardware etwas genauer an. Die verchromten Spannböckchen bestehen aus einfachem Druckguss und haben bewegliche Inlays zur Aufnahme der Stimmschrauben. Die Schrauben sind mit Metallscheiben einfach unterlegt. Sämtliche Gewinde sind ordentlich gefettet, trotzdem wird beim ersten Aufziehen der Felle von Standtom und Bassdrum schnell klar, dass es zuweilen etwas schwergängig zur Sache geht. Alle anderen Trommeln sind bereits fertig befellt. Zum Stimmvorgang später mehr im Praxisteil.  

Die Spannreifen von Snare und Toms sind dünne 1,6 Millimeter Varianten, diese haben die in der Preisklasse üblichen minimalen Rundungstoleranzen, alle Reifen und Felle gehen aber problemlos über die leicht unterdimensionierten Kessel. Die Bassdrum hat zwei dünne Teleskopbeine, aus denen bei Bedarf Dornen für besseren Halt auf dem Schlagzeugteppich herausgedreht werden können. Bekanntlich haben die Felle einen entscheidenen Anteil daran, ob und wie ein Schlagzeug hinterher klingt. Beim Mapex Tornado wird hier aber deutlich der Rotstift angesetzt, was bedeutet, dass sämtliche Felle auf Snare und Toms sowie dem Bassdrum-Resonanzfell sehr dünn ausfallen. Die einzige Ausnahme bildet das robuster wirkende, vorgedämpfte Schlagfell der Bassdrum. 

Der Hardwaresatz

Wie eingangs beschrieben, gibt es zum Tornado einiges an Gestänge dazu. Sämtliche Stative fallen eher dünn und leicht aus. Die optisch etwas antiquiert wirkende Fußmaschine wird mit einer breiten Einzelkette angetrieben, auffällig ist direkt, dass die verbaute Feder selbst im Grad der höchstmöglichen Federkraft eine vergleichsweise geringe Eigenspannung hat. Passend zum Bassdrumpedal ist die Trittplatte der Hi-Hat-Maschine gestaltet. Auf Features wie eine Aussparung im Gewinde der Hi-Hat-Clutch oder eine anpassbare Federspannung zur Regulierung des Pedalwiderstandes muss verzichtet werden. Trotzdem hat die Hi-Hat-Maschine im Vergleich zur Fußmaschine einen ausreichenden Widerstand beim Niedertreten des Pedals.

Der gerade Einzelbeckenständer und der Snarekorb können mittels Rasterung im Gewinde auf den passenden Winkel eingestellt werden. Dabei verrichten die doppelstrebigen, aber insgesamt eher zarten Stative unauffällig ihren Dienst. Da die Snare des Tornado Sets eher leichtgewichtig ausfällt, muss man sich über Belastungsgrenzen des Stativs keine Sorgen machen. Der runde, einstrebige Drumhocker mit schwarzem Kunstlederbezug richtet sich eher an Kinder, mit Hilfe einer gelochten Skala kann er mittels einer Schraube im Rohr in der Höhe verstellt werden. Da die Sitzfläche zum Knarzen neigt, habe ich für die Aufnahme der Hörbeispiele auf einen Einsatz verzichtet. 

Das Bundle mit Beckenset und einem zweiten Beckenständer

Um das Set komplett zu machen, gibt es das Mapex Studio FJ auch in der Bundle-Version mit einem Beckensatz sowie einem passenden Mapex Tornado Beckenstativ. Für einen Aufpreis von 167 Euro soll das Set somit zum Rundum-Sorglos-Paket werden. Das B200 Beckenstativ hat einen einfach ausziehbaren Galgenarm, es entspricht ansonsten von der Machart den anderen Stativen des Sets. Einzeln ist es zum Preis von 44 Euro erhältlich. 

Die drei Beckenmodelle des Paiste 201 Sets bestehen aus B8-Bronze und werden in Deutschland gefertigt. Enthalten sind eine 14“ Hi-Hat, ein 16“ Crash und ein 20“ Ride. Die Becken sind sehr gut verarbeitet und gehen in eine klare, eher rockige Klangrichtung. Wenn ihr mehr Infos zum Beckensatz möchtet, verweise ich auf den separaten Test. Wie sich das Set im Praxistest macht, lest ihr jetzt.

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