Hersteller_Korg
Test
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10.06.2011

DETAILS

Anschalten

Diejenigen Leser, die gehofft haben, die lange Hochfahrzeit von 2 min 15sek hätte damit zu tun, dass die Kronos-Vorserienexemplare auf der Musikmesse noch im Software-Betastadium waren, muss ich leider enttäuschen. Es dauert auch in der Version 1.0 immer noch genauso lange, ihn hochzufahren. Live-Keyboarder sollten sich also schon mal ein bis zwei gute Witze zurechtlegen, die sie im Falle einer Unterbrechung der Stromzufuhr erzählen können. Zwar lässt sich im Autoload-Menü festlegen, welche Samples beim Hochfahren geladen werden sollen und welche nicht, aber selbst, wenn man die Akustikpianos ausschaltet, hat man kaum Zeit gespart. Das ist die Realität, aber die ist angesichts der Komplexität der Software auch verständlich. Es scheint, dass wenig im ROM gespeichert ist und viel von der SSD geladen wird. Das bedeutet, dass das Betriebssystem offen für großangelegte Updates ist. Mal sehen, was hier in Zukunft noch so passiert.

Knöpfe drücken

Die Bedienung des Kronos ist, vor allem dank des großen Touch-Displays, erstaunlich unkompliziert für ein Gerät mit so vielen Funktionen. So ist es mir gelungen, ziemlich lange ohne Bedienungsanleitung zurechtzukommen. Wenn man allerdings irgendwann mit seiner Weisheit an ein Ende kommt und auf die Anleitung angewiesen ist, dann tut diese genau das, was die meisten Anleitungen tun: Sie erklärt ausführlich das, was man ohnehin weiß, und was man nicht weiß, wird auf den 275 Seiten auch nicht erklärt oder ist schwer zu finden, weil es keinen Index gibt. Aber es gibt noch die Help-Funktion, die eine super Sache ist und sogar einen eigenen Button auf dem Kronos-Panel hat. Die erzählt stets etwas über den Bereich, in dem man sich gerade befindet. Sie ist nicht unbedingt immer eine Hilfe, aber oft.

Controller

Die linke Seite des Kronos ist geradezu übersäht mit Fadern, Drehreglern und Knöpfen. Außerdem gibt es noch einen Vector-Joystick, einen Mod- und Pitch-Stick, Ribbon-Controller und zwei Schalter. Alles lässt sich frei konfigurieren und die Belegung kann man sich jederzeit per Knopfdruck auf dem Display anzeigen lassen.

Die Werkskonfiguration ist von Sound zu Sound verschieden. Bei Orgelsounds z.B. hat man Zugriegel, einen Overdrive-Regler, Perc on/off, Click-Volume und alles, was sonst noch von Bedeutung ist. Bei den E-Pianos findet man Vibrato, Distortion und EQ auf den Reglern.

Bei den VA-Engines sind die Bedienelemente mit diversen Klangparametern wie Cutoff und Resonanz belegt. Aber jeder kann auch andere Funktionen, die ihm persönlich wichtig sind, auf die Controller legen und sich so seinen eigenen „Custom“ VA-Synth basteln. Da kommt man mit acht Drehreglern, acht Fadern, 16 Buttons und den Joyticks schon ganz schön weit und kann nach dem entsprechenden Konfigurieren live schrauben, bis der Arzt kommt.

Bei der MS20 Emulation lassen sich darüber hinaus auf dem Display virtuelle Kabelverbindungen zwischen den einzelnen Modulen stecken.

Alles in allem muss ich sagen: Die Verbindung aus dem großen, hochauflösenden Touch Display und den vielen physikalischen Bedienelementen ist perfekt. Hardwaremäßig vermisse ich hier schon mal gar nichts. Aber jetzt wollen wir hören, wie das alles klingt. Ob der Kronos wirklich in allen Disziplinen mit den besten Spezialisten mithalten kann? Spannende Frage!

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