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Test
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06.10.2017

Korg G1 Air Test

Digitalpiano

Kompakt und klanggewaltig

Mit dem G1 Air hat Korg sein neues Spitzenmodell der Digitalpianos vorgestellt. In einem recht kompakten Gehäuse untergebracht, verspricht Korg gleich drei verschiedene Weltklasse-Konzertflügel in hoher Klangqualität. Basierend auf der Klavierklangtechnologie der erfolgreichen Korg Kronos Workstation wurden auch Dämpfer- und Saitenresonanz eines echten akustischen Klaviers nachgebildet. Die hochwertige RH3-Klaviatur kennt man ebenfalls aus dem Kronos. Das G1 Air kostet knapp 1.400 € und ist in den Farben schwarz, weiß und braun zu haben.

Der Markt der Digitalpianos ist groß und hart umkämpft. Ein solcher Klavierersatz muss gut klingen und gut aussehen. Das Korg G1 Air ist recht kompakt aufgebaut und lässt sich gut in ein Wohnzimmer integrieren, weil es nicht so wuchtig wirkt wie viele größere Instrumente. In der Klasse der kompakten Digitalpianos ist das G1 Air eines der teureren Geräte, reiht sich aber immer noch in den preislichen Mittelklassebereich des gesamten Digitalpiano Marktangebots ein. Korg bietet mit den Instrumenten B1, C1 und der LP-Serie auch noch günstigere Modelle an. Das Besondere am G1 Air besteht in der Tatsache, dass drei verschiedene aufwendig gesampelte Konzertflügel integriert sind. Der Zusatz “Air” bezieht sich auf die eingebaute Bluetooth-Schnittstelle, mit der man Musik von einem Smartphone oder Tablet drahtlos über Lautsprecher des Pianos wiedergeben und dazu spielen kann. Ob der Preis des G1 Air gerechtfertigt ist und ob die hohen Erwartungen an das Digitalpiano aus dem Hause Korg erfüllt werden, zeigt dieser Test.

Details

 

Aufbau

Das mir von Korg zum Test zur Verfügung gestellte G1 Air Digitalpiano befindet sich in schwarzer Ausführung. Der Aufbau des G1 Air stellt an sich kein großes Problem dar. Dennoch ist es hilfreich, eine zweite Person zur Unterstützung dabei zu haben, denn das gesamte Musikmöbel wiegt dann doch ca. 41 kg. Man benötigt als Werkzeug lediglich einen Schraubenzieher. Nachdem die Seitenteile unter den Piano-Korpus geschraubt wurden, fixiert man die Leiste ganz unten, die auch die Pedaleinheit arretiert, mit vier Schrauben. 

Anschließend wird die längliche Lautsprecherbox als zusätzliche Querstrebe eingehängt und ebenfalls verschraubt. Am Schluss schiebt man die Pedaleinheit in die Aussparung des Pedalbretts und verbindet die Kabel der Pedale und der Lautsprecherbox mit dem Korpus. Das alles klappt dank ausführlicher Aufbauanleitung sehr gut und das Instrument steht nach ungefähr 30 Minuten am gewünschten Platz und ist einsatzbereit.

Die Verarbeitung des Korg G1 Air ist sehr gut und das Digitalpiano steht nach dem Aufbau stabil. Die mattschwarze Oberfläche wirkt edel und das kompakte Design ist wirklich gelungen. Das Instrument wirkt sachlich und schlank, dabei aber nicht technisch, sondern besitzt fast den Charme eines akustischen Klaviers.

Ein Tastaturdeckel schützt das Piano vor Staub und Beschädigungen. Der ist übrigens ganz pfiffig konstruiert. Zum Öffnen hebt man ihn sachte mit beiden Händen an und lässt ihn los, sobald er sich zu öffnen beginnt. Der Tastaturdeckel öffnet sich von etwa der Mitte aus langsam von selbst weiter. Interessant ist hier auch der Anti-Klemmschutz beim Schließen des Deckels. Kippt man ihn zum Schließen nach vorne in die Position, in der er nach dem Loslassen einfach zufallen würde, lässt ein integrierter Mechanismus ihn sanft in die finale Position gleiten. Schön gelöst. Im geöffneten Zustand dient der Deckel übrigens als ausreichend großer Notenständer.

Das G1 Air besitzt ein eingebautes Lautsprechersystem mit vier Speakern á 20 Watt. Zwei Hochtöner befinden sich im Korpus oberhalb der Tastatur, zwei große Tieftöner sind in der stoffbespannten Lautsprecherbox unterhalb der Tastatur eingebaut. Schlitze im Korpus lassen den hochfrequenten Schallanteil an verschiedenen Stellen austreten. 

Anschlüsse

Auf der Unterseite am hinteren Teil des Gehäuses finden wir die wichtigsten Anschlüsse für die Verbindung zur Außenwelt: Neben den Steckern zum Anschluss des externen Netzteils, der Pedaleinheit und der Lautsprecherbox gibt es einen echten MIDI-IN- und OUT-Anschluss sowie einen USB-to Host-Port zum Anschluss eines Computers. Sollten die internen Lautsprecher nicht ausreichen, kann man das G1 Air über die LINE OUT-Buchse an einen externen Verstärker anschließen.

Diese Buchse liegt erstaunlicherweise im Stereo-Miniklinken-Format vor. Da hätte ich mir das übliche L/R-Output-Paar in normaler Klinkengröße gewünscht. Auch die Platzierung dieser Anschlüsse ist denkbar ungünstig unterhalb des Korpus gewählt. Zwei Kopfhöreranschlüsse sind wie gewohnt links unterhalb der Tastatur zu finden, allerdings auch hier wieder in Form von Stereo-Miniklinken-Buchsen. Diese Anschlussform habe ich bei Keyboards oder Digitalpianos bisher höchstens bei Aux-In-Buchsen beobachtet. Kopfhörer- oder Line-Out-Buchsen sind üblicherweise immer in der großen Klinkenversion zu finden. An Adapterlösungen wird man beim G1 Air nicht vorbeikommen. Bei der Verwendung eines Kopfhörers schalten sich die Lautsprecher des Gerätes ab und man kann üben, ohne jemanden zu stören.

Die Pedaleinheit bietet die klassischen drei Pedalfunktionen Soft, Sostenuto und Sustain. Bei Betätigung des linken Soft-Pedals wird der Klang des Pianos weicher und die Gesamtlautstärke gedämpft. Sostenuto bedeutet, dass die im Moment der Pedalbetätigung gespielten Noten so lange gehalten werden, bis das Pedal wieder gelöst wird. Bei Sustain werden alle Noten gehalten, solange das Pedal betätigt wird. Das Soft- und das Sustain-Pedal verfügen sogar über eine Halbpedal-Funktion, die es erlaubt, die Stärke des Effekts zu beeinflussen, indem man das Pedal ganz oder nur halb niederdrückt.

Tastatur und Frontpanel

Das G1 Air besitzt - genau wie beispielsweise der Kronos - Korgs bewährte RH3 (Real Weighted Hammer Action 3) 88er Tastatur. Dabei ist die Gewichtung der Tasten der eines Konzertflügels nachempfunden: Die tieferen Lagen erfordern einen härteren Anschlag als die hohen Lagen. Um festzulegen, wie der Klavierklang auf die persönliche Spielweise reagiert, kann man die generelle Ansprache der Tastatur in fünf Empfindlichkeitsstufen einstellen: light, normal, heavy, stable und fixed. 

Das Bedienfeld für alle Einstellungen liegt mittig über der Tastatur und besteht aus einem Display mit drei roten 8-Segment-LED-Anzeigen, einigen recht kleinen Tasten, die zum Teil eine rote Aktivitätsanzeige haben, und einem Drehregler.

Links liegt zunächst die Ein- bzw. Ausschalttaste. Die Gesamtlautstärke des Instruments wird mit dem Drehregler bestimmt. Dabei ist die Lautstärke des drahtlos über Bluetooth eingespeisten Audiosignals damit nicht regelbar. Diese muss am Smartphone oder Tablet selbst eingestellt werden.

Mit den sechs “Sound-Tasten” wählt man die Klangfarben des G1 Air. Die Tasten G.PIANO, A.PIANO oder J.PIANO stellen den Haupt-Piano-Sound ein. Dabei steht “G” für Germany, “A” für Austria und “J” für Japan. Es gibt also Samples eines deutschen, eines österreichischen und eines japanischen Konzertflügels, mit jeweils unterschiedlichem Charakter.

Jeder dieser Flügelklänge liegt in drei Varianten vor. Über die OTHERS-Taste werden 20 andere Klänge angewählt, die man auch mit dem Piano-Sound kombinieren (layern) kann. Mit der FAVORITE-Taste wird ein Klang gespeichert, der einem besonders gut gefällt.

Mit SPLIT wird die Tastatur geteilt und man kann einen von drei Bass-Sounds auswählen, der dann mit der linken Hand gespielt wird. Mit FUNCTION gelangt man auf die Menü-Ebene des G1 Air, mit den beiden SELECT-Tasten wählt man den gewünschten Parameter aus, der dann mit den +/-Tasten verändert werden kann.

Ist kein Parameter angewählt, ist also die FUNCTION-Taste nicht aktiv, so wird mit den SELECT-Tastern die Nummer des aktuellen Songs und mit den +/-Tasten das Tempo des Songs verändert. Rechts vom Taster METRONOME zur Aktivierung des eingebauten Metronoms liegen die sechs Taster, die zur Steuerung des Recorders/Players dienen.

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