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Test
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27.02.2019

JHS Pedals The AT+ Test

Boost-Overdrive-Pedal für E-Gitarre

Andy Timmons Zerre

Mit dem JHS Pedals The AT+ stellt der amerikanische Pedalhersteller einen Verzerrer vor, der im Prinzip eine Weiterentwicklung des 2016 veröffentlichten Erfolgsmodells AT darstellt. AT oder auch @ steht, wie das Logo verrät, für niemand geringeren als Guitar-Hero Andy Timmons, der seit jeher ein großer Fan von JHS-Pedalen ist und insbesondere den Angry Charlie gerne auf seinem Floorboard einsetzt.

Wie der Letztgenannte geht der The AT+ stark in Richtung eines britischen Zerrcharakters, wie man ihn von Marshall JCM 800-Modellen kennt, bietet jedoch einen speziellen Höhen-EQ und einen regel- sowie schaltbaren Boost. Diese Boostfunktion ist auch das, was ihn von der Urversion des AT abhebt. Ein Grund, warum wir es uns nicht nehmen lassen, auf das Facelift ein Auge und Ohr zu werfen.

Details

Gehäuse/Optik

Rein optisch unterscheidet sich die Plus-Version nicht allzu sehr von ihrem Vorgänger, denn sie kommt, wie der AT und auch der Angry Charlie, in einem roten Metallgehäuse mit den Maßen 121 x 56 x 41 mm.

Im vorderen Pedaldrittel versammeln sich fünf schwarze Kunststoffpotis, die sehr robust wirken und dank ihrer weißen Markierungen gut ablesbar sind. Zwischen den oberen beiden Reglern trifft man auf einen Dreiweg-Kippschalter, der den Watt-Modus umschaltet, doch dazu später mehr. Zwei Fußschalter warten darauf, Pedal und Boost zu aktivieren, was jeweils von einer roten LED quittiert wird.

Die Anschlüsse sind, wie üblich, an den Gehäuseseiten angebracht, Input rechts, Output links. Stirnseitig zeigt sich der Eingang für das optional erhältliche Netzteil, das zwischen 9- und 18-Volt liefern darf, wobei der 18-Volt-Betrieb mehr Dynamik und Headroom garantieren soll. Der Stromverbrauch wird mit 15 mA angegeben, Batteriebetrieb ist nicht vorgesehen. Vier Kreuzschrauben halten die Bodenplatte, die geöffnet Zugang zum Innenleben des Pedals gewährt.

Zum Lieferumfang des AT+ gehört ein kleines Manual, ein Sticker, ein Button, ein Gravity-Plektrum und vier anklebbare Gummifüße der Firma 3M.

Bedienung

Wie eingangs erwähnt, handelt es sich beim JHS Pedals The AT+ um einen True-Bypass-Verzerrer, dessen Sound sich an den Angry Charlie anlehnt. Und der wiederum bemüht sich, wie beispielsweise die M-Audio Crunch Box, den klassischen Marshall 800er Sound ins Bodentreterformat zu bannen und ein paar Extras dazulegt.

Die Regler Volume und Drive verarzten die Master-Lautstärke und den Grad der Verzerrung. Für die Klangregelung stehen mit EQ und Air zwei Potis bereit, bei denen es sich, ähnlich wie bei einem Amp oder auch anderen Verzerrern wie z.B. dem BE-OD, um zwei separate Höhenregler handelt. EQ ist dabei eher für die tiefer angesetzten Höhen verantwortlich und Air, vergleichbar mit einem Presence-Regler, bearbeitet die darüber angesiedelten Frequenzen. Air bietet sich beispielsweise auch gut an, um bestimmte Amps mit Bright Cap in den Höhen etwas zu entschärfen. Hier ist es besonders sinnvoll, beide Regler auch im Verbund zu verstehen und gut aufeinander abzustimmen.

Das Boost-Poti bestimmt den Pegel des zusätzlich aktivierbaren Boosters, der von sich aus schon etwas Overdrive mitbringt, vor der Gainstufe des ATs angeordnet ist und somit den Gain des Verzerrers deutlich anheben kann. Da die Boost-Schaltung gänzlich unabhängig arbeitet, funktioniert sie auch bei deaktiviertem Pedal und ermöglicht so, die Vorstufe des Amps etwas anzublasen, wodurch im Prinzip vier Sounds möglich sind: Amp alleine, Amp mit Boost, Verzerrer aktiviert, Verzerrer mit Boost. Der Boost-Regler kann auch als Negativ-Boost eingesetzt werden, und die Range geht von vollkommener Stummschaltung im Minimalsetting über Unity Gain auf ca. 12 Uhr bis zu gehöriger Pegelanhebung jenseits der Mittelmarke.

Der Dreiwege-Kippschalter lässt die Wahl zwischen einem 25-W-Modus in der oberen Position, 50 Watt in der unteren und 100 Watt in der Mittelposition. Selbstverständlich werden hier nicht wirklich Wattzahlen geschaltet, sondern das Clipping-Dioden-Set, aber die Modi stehen sinnbildlich dafür, wie ein Amp in puncto Headroom und Dynamik bei verschiedenen Wattzahlen reagieren würde. Im 25-Watt- Mode ist die Kompression am höchsten und dieser Modus liefert auch am meisten Gain. Bei 100 Watt hingegen ist Headroom und Dynamik am stärksten ausgeprägt und gerade für offene Rhythm-Crunchsounds könnte dieses Setting die Wahl sein, auch wenn hier geringere Gainreserven bereitstehen. Und laut JHS bietet die 50-Watt-Einstellung eine gesunde Balance zwischen Kompression und offenem Ton.

Das Umstellen der Watt-Modi hat allerdings auch Einfluss auf die Gesamtlautstärke und so entpuppt sich der 25-Watt-Mode als leisestes und der 100-Watt als lautestes Setting. Zusätzlichen Einfluss auf Headroom und Kompression bietet die Möglichkeit, das Pedal zwischen 9 und 18 Volt zu betreiben, wobei die 18-Volt-Variante die größte Dynamik bieten soll.

Test

Zerren für Fortgeschrittene

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