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Test
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08.07.2016

Hemingway DP-201 MKII Test

Digitalpiano

Das Hemingway DP-201 MKII ist ein kompaktes Digitalpiano, das vom Musikhaus Thomann vertrieben wird und in erster Linie durch seinen sehr günstigen Preis auffällt. Mit nur rund 340 Euro inklusive Ständer ist das DP-201 MKII ein echter Preisbrecher: Das günstigste vergleichbare Modell eines „etablierten“ Herstellers, das Casio CDP-130, kostet rund 60 Euro mehr, den optionalen Ständer noch nicht mit eingerechnet. Ob das Low-Budget-Piano von Hemingway tatsächlich Spielfreude aufkommen lässt oder ob man doch eher auf ein Markengerät sparen sollte, möchten wir in diesem Test untersuchen.

Die Nachfrage nach preiswerten Digitalpianos ist groß und das Musikhaus Thomann hat mit den in China produzierten Instrumenten von Hemingway ein paar interessant erscheinende Alternativen zu den gängigen Markenherstellern im Angebot. Die Zielgruppe sind Einsteiger, die einen günstigen Klavierersatz für zu Hause suchen, oder auch Musikschulen, die nicht viel Geld für ihre Instrumente ausgeben können. Die beiden größeren Modelle der Serie haben wir bereits getestet: DP-501 MKII und DP-701 MKII. In diesem Trio ist das DP-201 MKII nicht nur das günstigste Piano, sondern auch das kompakteste und findet mit seiner schlanken Bauform auch in beengten Verhältnissen Platz. Die technischen Eigenschaften beschränken sich auf das absolute Minimum, das man zum Üben braucht: 88 Tasten mit Hammermechanik, stabiles Untergestell, 16 Klangfarben und ein eingebautes kleines Lautsprechersystem von 2x 15 Watt.

Details

Aufbau

Da beim Hemingway DP-201 MKII – anders als bei vielen Konkurrenzmodellen – der hölzerne Ständer mitgeliefert wird, kommt das Piano in einem rund 37 Kilo schweren Paket. Auf Fotos wirkt es eher leicht und fragil. Spätestens beim Auspacken und Zusammenbauen merkt man jedoch, dass es sich vielmehr um ein stabiles, relativ schweres Instrument handelt. Es empfiehlt sich, die Montage des Pianos mit dem Untergestell zu zweit durchzuführen, dann geht's wesentlich einfacher!

Der eigentliche Piano-Korpus besteht aus anthrazitfarbenem Metall mit einer Unterseite aus Holz. Eingerahmt wird das Gehäuse rechts und links von zwei Holzteilen mit schwarz furnierter Oberfläche. Aus demselben Material ist auch das Untergestell gefertigt, das aus zwei Seitenteilen und einer Stabilität erzeugenden Rückwand besteht. Die beiden jeweils 15 Watt leistenden Lautsprecher sind in der Rückwand verbaut und strahlen schräg nach hinten oben ab. Die Hammermechanik-Klaviatur mit 88 Tasten besitzt an der Oberkante einen roten Filzstreifen, der Klavieroptik vermittelt. Das DP-201 MKII wird mit einem praktischen Notenständer aus Metall und Kunststoff geliefert, der auf das Gehäuse aufgesetzt wird. Er ist nicht besonders stabil, erfüllt aber seinen Zweck. 

Bedienfeld

An Bedienelementen erkennt man auf der linken Seite neben dem Einschaltknopf drei große schwarze Drehregler. Sie dienen dazu, die Gesamtlautstärke sowie die Klangparameter Bass und Treble einzustellen. Rechts daneben liegen fünf Taster: REVERB und CHORUS schalten die entsprechenden Effekte ein oder aus, mit TOUCH wird die Anschlagdynamik eingestellt, mit TEMPO/TAP lässt sich die Abspielgeschwindigkeit des Recorders/Players regeln und mit METRONOME wird dieses ein- und wieder ausgeschaltet. Diese Taster besitzen jeweils eine Leuchtdiode zur Aktivitätsanzeige.

Mit den vier kleinen Tasten TRANS +/-, FUNCTION und ENTER kann man sich in den Untermenüs bewegen, die auf dem kleinen Display rechts daneben angezeigt werden. Die TRANS-Taster dienen außerdem dem Einstellen der Transposition des gesamten Instruments. Das Display mit weißen Zeichen auf schwarzem Hintergrund ist recht klein, reicht aber zur Darstellung der Klangnamen und Parameter. Rechts daneben liegen acht Taster, mit denen die 16 Sounds des DP-201 MKII angewählt werden. Jede Taste ist doppelt beschriftet, durch einmaliges Drücken wird die erste und durch zweimaliges Drücken die zweite Klangfarbe aktiviert. Mit der Taste DEMO schaltet das Digitalpiano in den Demo-Modus. Es gibt 16 feste Demo-Stücke, die über die TRANS-Taster angewählt werden können. Achtung: Die Angabe auf der Thomann-Website (80 Preset-Songs und 8 Demo-Songs) ist nicht zutreffend!

Mit SPLIT wird die Tastatur geteilt, um mit der rechten und linken Hand zwei verschiedene Klänge zu spielen. Um zwei Sounds zu schichten (DUAL), hält man einen Sound-Taster gedrückt und betätigt dann einen weiteren. TWIN aktiviert eine besonders für Musikschulen interessante Betriebsart, in der derselbe Klang mit dem gleichen Tonumfang in zwei Tastaturbereichen gespielt werden kann. Schließlich erkennt man auf der rechten Seite des Bedienfeldes noch vier Taster, die für die Steuerung des eingebauten Zweispur-Recorders gebraucht werden. 

Anschlüsse

Auf der Rückseite des Gehäuses findet man alle Anschlüsse. Da ist zunächst ein USB-to-Host-Anschluss, mit dem man die vom Digitalpiano erzeugten MIDI-Daten an einen PC übertragen kann. Traditionelle, fünfpolige MIDI-Schnittstellen sucht man leider vergebens. Daneben liegt die Buchse für das im Lieferumfang enthaltene, gut verarbeitete Sustain-Pedal. Für Audio-Signale sind drei verschiedene Anschlüsse vorgesehen: LINE IN dient dazu, eine externe Audio-Quelle wie z.B. einen MP3-Player mit dem DP-201 MKII zu verbinden. Dann können Musikstücke über das integrierte Soundsystem des Digitalpianos wiedergeben werden, zu denen man gleichzeitig spielen kann. Den LINE OUT-Ausgang benutzt man, wenn die internen Lautsprecher nicht ausreichen und das Piano an eine Verstärkeranlage angeschlossen werden soll. Steckt man einen Kopfhörer in den PHONES-Anschluss, der beim DP-201 MKII leider auch an der Rückseite liegt, schaltet sich das integrierte Soundsystem ab und man kann üben, ohne seine Mitmenschen zu stören. Alle Audio-Anschlüsse, also PHONES, LINE IN und LINE OUT, sind als 6,35 mm Stereo-Klinkenbuchsen ausgelegt. Schließlich findet man auf der Rückseite auch den Anschluss für das externe 12 Volt Netzteil.

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