Bass Hersteller_HarleyBenton
Test
7
02.11.2020

Praxis

Ich knöpfe mir zuerst den kleineren Solidbass 150C vor und verbinde meinen passiven Jazz Bass mit dem Lo-Input des Basscombos. Als visuelle Hilfe zur Einpegelung des Sigals bietet die Amp-Sektion eine kleine LED, die sich bei Übersteuerung eigentlich rot färben sollte. Die Clip-Led bleibt allerdings auch bei voll aufgedrehtem Input-Regler grün, obwohl mein Bass ein relativ starkes Signal liefert. Ich kann die LED auch mit keinem meiner aktiven Bässe zu einer Reaktion überreden - allzu großen praktischen Nutzen besitzt dieses Feature also scheinbar nicht!

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Verbesserungspotential sehe ich außerdem beim Nebengeräuschverhalten: Das Grundrauschen ist für meinen Geschmack dann doch etwas hoch und zerrt beim Üben in den eigenen vier Wänden - egal ob mit oder ohne Kopfhörer - nach einiger Zeit doch etwas an den Nerven. Bei Bandproben versendet sich das Rauschen allerdings komplett und fällt nicht weiter ins Gewicht.

Davon abgesehen performed der Combo allerdings rundum überzeugend und liefert wirklich solide Sounds in zahlreichen Variationen. Das Fundament erscheint mit neutraler EQ-Einstellung bereits satt, präsente Mitten sorgen für eine gute Durchsetzungskraft und für Wärme im Sound.

Nichts zu meckern gibt es darüber hinaus im Hinblick auf die Abstimmung und Wirkung des Vierband-Equalizers. Alle Einsatzfrequenzen wurden sinnvoll gewählt und der Lautsprecher nimmt EQ-Veränderungen sehr gut an.

Der stärkere Solidbass 300C liefert aufgrund seiner Ausstattung mit einem 15-Zöller erwartungsgemäß mehr Tiefbässe und klingt im Raum wesentlich erwachsener und wuchtiger als das schwächere Modell. Erfreulicherweise kann sich der Tweeter gegen die tiefen Frequenzen aber gut durchsetzen, sodass auch der größere Combo insgesamt einen ausgewogenen und transparenten Sound liefert.

Richtig positiv überrascht war ich vom Onboard-Kompressor der beiden Solidbass-Combos: Dreht man den Comp-Regler nach rechts, so wird der Sound zunehmend kompakter und dichter, unangenehme Pumpeffekte oder Artefakte bleiben aber weitestgehend außen vor. Zudem wird der Rauschpegel der Combos durch den Kompressor nicht signifikant stärker. Daumen hoch also für diesen simplen One-Knob-Kompressor!

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Harley Benton hat den neuen Solidbass-Combos aber noch ein weiteres Zusatzfeature spendiert: Mit an Bord ist neben dem Kompressor nämlich auch ein einfaches chromatisches Stimmgerät. Der Tuner weist allerdings leider noch ein paar Schwächen auf, denn nicht alle Töne werden zuverlässig erkannt und die LEDs im Display reagieren recht nervös - mit einem Clip-Tuner stimme ich meinen Bass ehrlich gesagt schneller und ruhiger.

Außerdem wäre es schön, wenn der Tuner-Schalter gleichzeitig die Ausgänge muten würde. Wie auch immer: "it gets the job done", und wenn gerade kein anderes Stimmgerät zur Hand ist, wird man sich zweifellos über dieses zusätzliche Feature freuen!

Bleibt zum Abschluss noch die Frage zur Lautstärke und den daraus resultierenden Einsatzgebieten der beiden Basscombos. Überrascht hat mich der kleinere Solidbass 150C, denn er ist deutlich lauter, als ich es in Anbetracht des moderaten Leistungswertes von 150 Watt erwartet hätte! Der Sound bleibt zudem auch an der Leistungsgrenze der Endstufe stabil und tragfähig, sodass man mit dem Combo durchaus bei Auftritten in kleineren Besetzungen mit einem dezent spielenden Schlagzeuger bestehen kann.

Den Solidbass 300C würde ich ohne Bedenken zu Gigs in mittelgroßen Clubs mitnehmen. Er liefert immer einen satten und raumfüllenden Sound und bietet mit seiner Leistung von 300 Watt ausreichend Lautstärke für den Einsatz in einer diszipliniert spielenden Band.

Zum Abschluss gibt es wie immer ein paar Soundfiles:

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