Bass Hersteller_HarleyBenton
Test
7
02.11.2020

Harley Benton Solidbass 150C/300C Test

Combo-Verstärker für E-Bass

Viel „Bass“ für kleines Geld!

Harley Benton meint es nach wie vor gut mit Tieftönern und erweitert das Portfolio im Herbst 2020 um neue Produkte. Die neue Serie hört auf den Namen "Solidbass" und besteht aus zwei Basstopteilen mit 300 bzw. 600 Watt, vier Boxenmodellen (1x15, 2x10, 4x10 und 8x10) und zwei Basscombos mit 150 und 300 Watt. Wie bei Harley Benton üblich, fallen die Preise auch hier äußerst moderat aus, sodass sich insbesondere Einsteiger und Bassisten mit knappem Budget über die neuen Amps und Boxen freuen können. In diesem Test fühlen wir den beiden Solidbass-Basscombos auf den Zahn: Der 150 Watt starke Solidbass 150C hat einen 12-Zoll-Lautsprecher an Bord und eignet sich in erster Linie zum Üben oder moderate Bandproben, während der doppelt so starke und mit einem speziell entwickelten 15-Zöller ausgestattete Solidbass 300C durchaus auch für den Einsatz bei mittelgroßen Gigs denkbar ist.

Auch interessant:

"All inclusive"-Startersets für Bassisten!

Details

Als ich die beiden Basscombos aus den Kartons gehievt hatte, war ich doch etwas erstaunt, dass sie sich trotz unterschiedlicher Lautsprecherausstattung hinsichtlich ihrer Größe nicht wirklich signifikant voneinander unterscheiden. Der mit einem 12-Zöller ausgestattete Solidbass 150C ist gerade mal 2 cm schmaler als der Solidbass 300C mit seinem 15-Zöller, ansonsten sind die Maße identisch (150C: 450 x 635 x 425 mm, 300C: 430 x 635 x 425 mm). Für den Solidbass 300C geht diese Größe durchaus in Ordnung, der Solidbass 150C gehört damit allerdings eher zu den etwas größeren 12-Zoll-Basscombos am Markt.

Deutlichere Unterschiede als bei den Abmessungen gibt es allerdings beim Gewicht. Der Solidbass 150C bringt 18,5kg auf die Waage und der leistungsstärkere Solidbass 300C legt mit einem Lebendgewicht von 29,85kg locker 11kg drauf - in den Solidbass-Combos kommen also offensichtlich keine leichten Class-D-Endstufen, sondern traditionelle Transistortechnik zum Einsatz.

Die Gehäuse der neuen Harley-Benton-Basscombos besitzen eine sogenannte Wedge-Form, sodass eine nach hinten geneigte Aufstellung wie bei einem Bühnenmonitor möglich ist. Der Lautsprecher strahlt in diesem Fall direkt zum Spieler, was die Abhörsituation bei einer Aufstellung auf dem Boden drastisch verbessert - ein tolles und absolut sinnvolles Feature!

Zur Konstruktion der Gehäuse gibt es darüber hinaus nichts Bemerkenswertes zu vermelden. Beide Basscombos wirken solide gebaut, als Überzug kommt herkömmlicher Kunststoff-Tolex zum Einsatz, und die Ecken werden mit Chromkappen geschützt.

Zum Transport dienen beim schwereren Solidbass 300C seitliche Griffmulden, beim deutlich leichtere Solibass 150C genügt ein einfacher Koffergriff auf der Oberseite. Auch für den Schutz der Lautsprecher ist natürlich gesorgt: Sie sitzen hinter einem stabilen weiß umrandeten Metallgitter, auf dem das elegante Harley-Benton-Logo prangt.

Und damit sind wir auch schon bei den signifikanten Unterschieden der beiden Combos hinsichtlich der Lautsprecherausstattung und der Endstufenleistung. Der größere Solidbass 300C besitzt einen Custom Voiced 15“-Lautsprecher und einen 3“-Tweeter und wird von einer 300 Watt starken Transistorendstufe befeuert. Im leicht abgespeckten Solidbass kommt neben dem gleichen 3“-Tweeter ein Custom Voiced 12-Zöller zum Einsatz. Die Endstufe liefert eine Leistung von 150 Watt.

Auch interessant:

So arbeitest du richtig mit einem Bass-Kompressor!

An diesen Spezifikationen kann man bereits ablesen, dass der Solidbass 150C eher zum Üben und für dezente Bandproben gedacht ist, während der Solidbass sicherlich auch bei mittelgroßen Auftritten eingesetzt werden kann – mehr dazu später im Praxisteil.

Abgesehen von der Endstufenleistung gibt es bei den Verstärker-Sektionen der beiden Combos keinerlei Unterschiede - beide halten exakt dieselben Features bereit! Links auf der Front liegen die beiden Input-Klinken für den Bass. Wer einen passiven Bass verwendet, sollte den Lo-Eingang verwenden, während pegelstarke aktive Bässe mit dem Hi-Eingang verbunden werden.

Direkt rechts neben den Input-Klinken parkt das Display des integrierten chromatischen Stimmgerätes, das mit einem Taster ein- und ausgeschaltet werden kann. Mittig auf der Front finden wir alle wichtigen Regler und die Klangzentrale: Der Vierband-Equalizer umfasst Regler für Bässe, Tiefmitten, Hochmitten und Höhen, darunter sitzt der Input-Regler (Gain) samt Mute-Schalter, ein Regler für die Stärke des integrierten Kompressors samt Ein/Aus-Schalter, und schließlich der Line-In-Regler, mit dem die Lautstärke einer externen Audioquelle eingepegelt werden kann.

Den Anschluss für externe Audioquellen finden wir direkt daneben in Form einer Miniklinke. Und selbstverständlich ist auch ein Kopfhöreranschluss - ebenfalls in Form einer Miniklinke - mit an Bord.

Auch interessant:

Für die Endlautstärke ist der Master-Regler zuständig, und den Abschluss auf der Front machen schließlich die restlichen Anschlussmöglichkeiten der Verstärker-Sektion: Zum Einschleifen von Effektgeräten dient der Effekt-Loop mit den üblichen Send- und Returnklinken, und für die Abnahme bei Gigs oder im Studio steht ein symmetrischer Ausgang in Form einer XLR-Buchse zur Verfügung. Das DI-Signal kann mit dem Pre/Post-Schalter wahlweise vor oder nach den EQ geschaltet und mit dem Groundlift-Schalter - sofern erforderlich - von der Erdung getrennt werden.

1 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare