Bass Hersteller_HarleyBenton
Test
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03.05.2019

Harley Benton JB-40FL Fretless Test

Viersaitiger E-Bass

Günstiger Einstieg in die Bundlosigkeit!

Schlummert nicht in jedem von uns ein kleiner Jaco? Oder anders gefragt: Hat nicht jeder von uns schon einmal mit dem Thema Fretless-Bass geliebäugelt? Dieser singend-lyrische Ton ist für nicht wenige Bassisten äußerst attraktiv und verlockend, kommt aber leider mit ein paar Herausforderungen, etwa hinsichtlich der Intonation. Somit stellt sich unweigerlich die Frage, ob die Anschaffung eines bundlosen Basses auch wirklich das Richtige ist. Daher ist es von Vorteil, wenn man sich dem Thema "Fretless" nähern kann, ohne gleich das Konto überziehen zu müssen. Eine passende Lösung dafür bietet Harley Benton mit dem JB4 FL an. Dieser ist - sehr erstaunlich - nämlich bereits für den Preis eines hochwertigen Gigbags oder High-Class-Kabels (!) zu haben. Optisch orientiert sich das Modell an jenem Bass, mit dem die Fretless-Legende Jaco Pastorius zumeist gesehen wurde. Das weckt natürlich Erwartungen - ob die erfüllt werden, soll dieser Test zeigen!

Details

Das Design und die Shapings des JB4 geben keine Rätsel auf ‑ es ist halt ein Jazz Bass! Der Erlekorpus wurde mit einem 2-Tone-Sunburst verschönert, was einem farblichen Verlauf von Schwarz in Richtung eines transparenten Brauntons entspricht. Ohne Schlagbrett kommt dieses Finish noch mehr zur Geltung und steht für meinen Geschmack einem Fretless wirklich gut zu Gesicht. Die Chancen, dass man auf ihm slappen oder mit Plektrum spielen wird, sind doch eher gering - ein Schlagbrett ist von daher nicht unbedingt erforderlich. Auch das Modell des Herrn Pastorius besaß ja kein Schlagbrett - die eingeschlagene Richtung ist somit klar erkennbar.

Auf dem Ahornhals wurde ein Griffbrett aus Blackwood aufgeleimt. Dieses ist mittlerweile ein beliebter Ersatz für das klassische Rosewood, welches dank des (sicherlich sinnvollen) CITES-Abkommen immer mehr aus dem Instrumentenbau verschwindet. 20 Bundlinien zeigen an, wo sich die Bünde befinden würden, was die Intonation erheblich erleichtert. Die Sattelbreite entspricht mit 38 mm ebenfalls dem Vorbild - genauso wie auch das Halsprofil, welches ich als "modernes C" einstufen würde: rundlich, aber nicht zu kräftig.

Zwei Singlecoils aus dem Hause Roswell und eine passive Elektronik mit zwei Volume- und einem Tone-Regler bilden das einfache aber tausendfach bewährte Konzept der Tonabnahme. Die Regler sitzen auf einer Controlplate, hier wird der Lack also vor dem häufigen Drehen der Regler mit den Fingern geschützt.

Sämtliche Hardware hat man bei diesem Harley Benton in Chrom gehalten. Die Brücke ist ein schnöder, aber funktionaler Blechwinkel, und die vier offenen Stimmmechaniken auf der Kopfplatte verrichten ihren Dienst anständig.

Erstaunlich: Auch wenn ich den Harley Benton JB4 "mit der Lupe" untersuche, ich kann keine nennenswerten Schwächen bei der Verarbeitung finden. Zugegeben, an der einen oder anderen Stelle sieht der Bass vielleicht etwas "rustikal" aus, und natürlich wirken alle Komponenten in Sachen Optik und Haptik etwas preiswert. Aber bitte nicht vergessen: Wir reden hier über ein Instrument mit einem Verkaufspreis von unter 150,- Euro! Es ist immer wieder erstaunlich, welch eine hohe Qualität Instrumente in dieser oder auch geringfügig höheren Preisklassen mittlerweile bieten.

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