Gitarre
Feature
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16.10.2018

Gitarrensaiten - alles, was man wissen muss

Alles zum Thema Saiten für Gitarre, Bass, Ukulele und andere Instrumente

Tipps und Tricks zum Kaufen, Aufziehen und Stimmen von Saiten

Welche Saiten für meine Gitarre? Welche Saiten halten am längsten? Was ist der Unterschied zwischen Saiten für E-Gitarre und Saiten für Westerngitarre?

Fragen wie diese stellt sich jeder, der sich für die Gitarre entscheidet, denn die Saiten sind verantwortlich für die Tonerzeugung und bilden den Anfang der Klangkette. Und dabei ist es ganz gleich, ob es sich um eine rein akustische oder elektrisch verstärkte Gitarre handelt. Und weil der Einfluss der Saiten auf die Klangfarbe, die Bespielbarkeit und viele andere Eigenschaften unseres Instrumentes so groß ist, findet ihr Antworten auf alle diese und viele weitere Fragen in unseren Workshops und Features. Und natürlich gibt es dort auch jede Menge Tipps und Anregungen, wie man Saiten richtig aufzieht, wie man sie perfekt stimmt, wie man sie pflegt und vieles mehr.

Gitarrensaiten - Quick Facts

Wer hat die Saiten erfunden?
Der Ursprung der Saiten lässt sich nicht an einem bestimmten Datum oder einer Person festmachen. Saiten werden schon seit Jahrtausenden zur Tonerzeugung eingesetzt und schon im 9. Jahrhundert übernahm man in Spanien die aus China stammenden Saiten aus Seide zur Bespannung der Laute, ältere Instrumente waren bereits mit Saiten aus Darm bespannt, aber auch Rosshaar und Metall kamen zum Einsatz.

Woraus bestehen Saiten?
Moderne Saiten für E- und Akustikgitarre bestehen aus einem Kerndraht aus Stahl, der sogenannten Seele, die mit weiteren Lagen aus Metall umwickelt ist. Bei diesem Wickeldraht handelt es sich bei Westerngitarren meist um Kupfer/Zink/Zinn-Legierungen, bei E-Gitarren sehr häufig um Nickel oder Stahl. In jüngerer Zeit erobern auch andere Metalle und Beschichtungen den Markt. Die meisten Saiten für Konzertgitarre haben eine Seele aus Nylonfäden und sind mit Silber/Kupferdraht umsponnen. Die Diskantsaiten bestehen meist komplett aus Nylon.

Wie funktionieren Saiten?
Gitarrensaiten werden mit den Fingern oder einem Plektrum in Schwingungen versetzt, die bei akustischen Instrumenten den Korpus zum Mitschwingen anregen und so die Lautstärke erhöhen. Bei E-Gitarren werden die Schwingungen durch Tonabnehmer in elektrische Signale umgewandelt, die von einem angeschlossenen Verstärker weiterverarbeitet werden.

Was bedeuten die Angaben auf den Saiten-Verpackungen?
Zusätzlich zu den Angaben des Instrumenten- und Saiten-Typs spielt der Umfang einer Saite eine wichtige Rolle. Er wird als Stärke/Gauge und üblicherweise in Zoll/Inch angegeben (z. B. .010). Daraus abgeleitete Angaben wie Light, Medium oder Heavy können je nach Anbieter variieren. Bei den Saiten für bestimmte Gitarrengrößen spielt die Mensur/Scale eine Rolle, mit der die frei schwingende Länge der Saite vom Steg bis zum Sattel gemeint ist, allerdings nicht ihre Gesamtlänge. Moderne Saiten besitzen an einem Ende eine Metallkugel oder Ball-End, das die Saiten am Saitenhalter oder der Brücke festhält. Ältere oder spezielle Gitarren können Saiten mit Schlaufe/Loop oder, wie bei der klassischen Gitarre oder speziellen Tremolosystemen, mit offenen Enden benötigen. Der Begriff Tension gibt die Zugspannung der gestimmten Saite in lb oder kg an.

Welche Saiten für meine Gitarre?

Bei der Auswahl der richtigen Saiten kommt es auf viele Faktoren an und natürlich steht die Art des Instrumentes an erster Stelle. E-Gitarren brauchen andere Saiten als Akustikgitarren, Konzertgitarren wiederum andere als Westerngitarren. Wichtig ist auch, welche Art von Musik ich auf meiner Gitarre spiele, denn ein Jazzgitarrist spielt üblicherweise andere Saiten als beispielsweise ein Country-Picker. Oftmals ist die Saitenwahl ein Kompromiss zwischen Bespielbarkeit und Ton. Dickere Saiten liefern in der Regel mehr Bässe und klingen insgesamt lauter und voller, lassen sich naturgemäß aber auch etwas schwerer spielen. Aber auch dünnere Saiten können durchaus einen fetten Ton generieren, aber vor allem kommen sie vielen Spieltechniken entgegen, denn sie spielen sich bequemer und der Ton ist mit ihnen leichter zu formen. Und weil der Markt inzwischen Saiten in jeder Ausführung und Stärke bereithält, sind unsere Ratgeber und Tests die idealen Begleiter auf der Suche nach den richtigen Gitarrensaiten.

Klingen verschiedene Gitarrensaiten unterschiedlich?

Der Klang einer Saite steht immer im Zusammenhang mit der Bauart der Gitarre. Bringen die Saiten das Instrument zum Klingen oder sollen sie mit ihren Schwingungen in erster Linie einen Tonabnehmer füttern? Zwar nehmen auch Holz und Konstruktion einer massiven E-Gitarre Einfluss auf den Saitenton, aber naturgemäß nicht in dem Maß, wie es beispielsweise der Korpus einer filigranen Konzertgitarre tut. Während die Saiten für E-Gitarre das Magnetfeld der Tonabnehmer anregen sollen, geht es bei akustischen Gitarren hauptsächlich darum, den Korpus zum Mitschwingen anzuregen und einen lauten und charakteristischen Naturton zu erzeugen. Aus diesem Grund bestehen die Saiten für die verschiedenen Gitarrentypen auch aus unterschiedlichen Materialien, je nachdem, welchen Zweck sie erfüllen sollen.

Wie oft muss man Gitarrensaiten wechseln?

Die Lebensdauer von Saiten hängt nicht nur vom Material ab, aus dem sie bestehen, sondern auch von der Spielweise, von äußeren Einflüssen und natürlich von ihrem Alter. Saiten sind die Verschleißteile der Gitarre, und wer sie mit Metallpicks, extremen Bendings und massivem Tremoloeinsatz malträtiert, der muss logischerweise häufiger wechseln als ein Jazzgitarrist, der seine dicken Flatwound-Saiten mit einem weichen Plektrum streichelt. Starkes Schwitzen trägt dazu bei, dass sich die Wicklungszwischenräume der Saiten zusetzten und Brillanz und Obertöne verloren gehen. Und auch Instrumente, die länger ungespielt und ungeschützt aufbewahrt werden, sammeln Patina an und in den Wicklungen und verlieren ihren Glanz - optisch wie klanglich. Beschichtete Saiten versuchen, diesen Umstand zu vermeiden, und versprechen einen frischen Ton über eine längere Distanz, andere Saiten klingen erst dann, wenn sie schon eine Zeit lang eingespielt sind. Grundsätzlich gilt, dass die Saiten dann gewechselt werden sollten, wenn der Klang matt wird und sich nicht mehr durchsetzen kann, wenn das Material ermüdet und die Gitarre sich nicht mehr bundrein stimmen lässt, und natürlich, wenn eine Saite reißt.

Wie lange Saiten halten und wie sich ihr Klang verändern kann, zeigen unsere Vergleichs- und Langzeit-Tests.

Wie ziehe ich neue Saiten auf?

Irgendwann kommt der Punkt, an dem die Saiten ihren Job erledigt haben und durch einen neuen Satz ersetzt werden müssen. Und auch wenn der eine oder andere glaubt, zwei linke Hände zu haben: Niemand muss seine Gitarre nur für einen Saitenwechsel zum Gitarrenbauer zu tragen, es sei denn, es sind außerdem weitere Einstellarbeiten nötig. Mit unseren Workshops und Tipps schafft es jeder, seiner E- und Akustikgitarre zu einem frischen Klang und einem sauberen Spielgefühl zu verhelfen. Sogar für Vintage-Tremolos und Floyd-Rose-Systeme gibt es bei bonedo detaillierte Schritt-für-Schritt-Anweisungen.

Wie stimme ich meine Gitarre?

Das A und O für den guten Ton sind sauber gestimmte Saiten. Am besten und einfachsten geht das mit einem Stimmgerät, mit etwas Übung aber auch nur mit dem Gehör. Während die sechssaitige Standard-Gitarre üblicherweise traditionell in E-A-D-g-h-e gestimmt wird, erweitern sieben oder achtsaitige Gitarren, Bariton- und andere Ausführungen die Bandbreite zum Teil erheblich. Dazu kommen die aktuell äußerst beliebten Open Tunings oder offene Stimmungen, die dabei helfen, bestimmte Musikstile, Spieltechniken oder Klangideale zu verwirklichen und bei denen die Saiten zum Teil ein gutes Stück weg vom Standard gestimmt werden.

In unserer großen Themenwelt "Gitarre stimmen nach Gehör & mit Stimmgerät" findet ihr mit einer ganzen Reihe von Workshops, Features, Tests und Videos den Weg zur perfekt gestimmten Gitarre.

Workshops

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Features

Tests

Ernie Ball-Basssaiten Vergleichstest

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Black-Nylon-Basssaiten im Vergleich

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