Test
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29.10.2011

DETAILS

Öffnet man die stattliche Verpackung, überrascht ein recht kompakter Controller mit Maßen von 360 mm x 260 mm x 45 mm (Breite x Tiefe x Höhe). Dennoch ist er üppig mit Bedienelementen ausgestattet: Ganze 46 Tasten, 18 Drehregler, zwei Jogwheels und fünf Fader bekommt der stolze Besitzer an oder unter die Hand. Zur Verbindung mit dem Computer liegt ein USB-Kabel bei. Obendrein packt der Hersteller Virtual-DJ7 LE auf CD ins Paket, sodass der Käufer sofort loslegen kann. Die viersprachige Bedienungsanleitung (auch deutsch) liegt in gedruckter Form vor. Schön. Sehr verständlich werden dem Anwender hier die Software-Installation und die Funktionen der einzelnen Bedienelemente erklärt. 

Erster Eindruck
Hinsichtlich der Tatsache, dass das Gehäuse des CNTRL-2 komplett aus Kunststoff gefertigt ist, kann man sein Gewicht von 1,8 kg nicht gerade als federleicht bezeichnen. Das ist hier aber ganz klar ein Vorteil, da das Chassis sehr robust ausfällt. Vier Gummifüße geben dem Gerät außerdem einen stabilen, rutschfesten Halt. Alle Drehregler sind griffig und stabil im Gehäuse verbaut. Besonders gefallen mir die griffigen gummierten Tasten. Die beiden großen Jogwheels wirken solide und wurden mit praktischen Gummirändern ausgestattet. Was es damit auf sich hat, werde ich noch erklären. Nicht ganz so gut ist mein erster Eindruck bezüglich der Fader. Vor allem die Pitchfader sind ziemlich wacklig. Außerdem bleibt der rechte Channelfader beim ersten Trockenlauf gleich mal oben hängen. Aber wahrscheinlich wird sich dies wohl im Laufe der Nutzungsdauer ändern und daher geht die erste Runde nach Punkten knapp an den Gemini.

Anschlüsse sind bei einem reinen MIDI-Controller rar gesät. Auf dem Backpanel finden sich daher lediglich eine USB-Buchse Typ-B und ein Anschluss für ein optionales Netzteil (5V, 1000 mA). Zum Ein- und Ausschalten sowie zur Selektion der Spannungsversorgung (Netzadapter oder USB) dient ein Dreifach-Umschalter. 

Hardware
Unser Testkandidat ist im klassischen Dual-Deck Layout gefertigt. Ein forschender Blick offenbart drei funktionale Arbeitsbereiche am Gerät. Da wären zunächst die beiden Jogwheel-gepowerten Playersektionen mit dem verschiedenfarbig beleuchteten Trio Cue/Pause/Play. Etwas weiter oberhalb befindet sich die Sampler- und Effekt-Abteilung. Der dritte Arbeitsbereich ist der Mixer. Gain bestimmt die Aufholverstärkung des jeweiligen Kanals. Zur klanglichen Anpassung dienen mittengerasterte Dreifach-EQs, welche die drei Frequenzbereiche (High/Mid/Low) entweder um zwölf Dezibel anheben oder vollständig absenken: 

Eine stolze Länge von 60 mm können die beiden Channelfader für sich beanspruchen, während der Crossfader mit typischen 45 mm etwas kürzer ausfällt. Ein Poti auf der Vorderseite des Gerätes ist für die stufenlose Anpassung der Arbeitskurve des Crossfaders verantwortlich. Es ist praktischerweise vertieft positioniert und somit vor Beschädigungen geschützt. Oben rechts befindet sich das Masterpoti - leider ohne Werte-Skala. 

Per Endlos-Drehregler wird durch Ordner und Musikdateien gescrollt. Möchte der DJ einen Song in einen der Player laden, so hat er zwei Möglichkeiten: Zum einen kann er dies mit den beiden Load-Tasten A und B bewerkstelligen. Alternativ dazu befördert er die aktuelle Auswahl durch Herunterdrücken des Drehreglers in jenen Player, der gerade keinen Song abspielt. Der Push-Encoder dient ebenfalls zum Vorwärtsspringen in der Ordnerstruktur, während die Taste Folder Out dazu genutzt wird, zurückzuwandern.

Die Jogwheels haben einen oberen Durchmesser von knapp 100 mm und einen unteren von etwa 110 mm. Berührt man die Metall-Oberfläche, so wird dies von der Touch-Sensor LED bestätigt. An den Teller-Rändern befinden sich griffige Gummiringe, welche die Dials vom Touch-Sensor trennen. Die virtuellen „Wheels of Steel“ operieren im Scratch- und der Search-Modus (wird über separate Tasten bestimmt). Im Scratch-Modus wird der Touch-Sensor aktiviert und man kann das Audiofile scratchen, sobald man die Oberseite berührt. Befinden sich die Finger allerdings am Rand des Jogwheels, so ist dieses als Pitch-Bend einsetzbar. Wird keiner der beiden Modi aktiviert, dann funktioniert das Jogwheel als Pitch-Bend ohne Scratch-Funktion. Der Search-Modus ermöglicht es zudem, den geladenen Song sehr schnell zu „durchsuchen“. Auch die obligatorischen Bend-Taster sind mit an Bord.

Ein 47er-Flachbahnregler mit Mittenrastung sorgt für die richtige Songgeschwindigkeit. Alternativ kann dies auch die Sync-Taste übernehmen, wobei der gegenüberliegende Player das Master-Tempo vorgibt. Dies funktioniert allerdings nicht in allen Fällen. Mehr dazu später. Alternativ zur Tempo-Analyse der Software ermöglichen die BPM-Tasten ein manuelles „Eintippen“ der Geschwindigkeit eines Titels.

Während der Wiedergabe eines Musikstückes dürfen drei Hotcues on-the-fly gesetzt und angesteuert werden. Manuelle Loops werden mittels In und Out angelegt, dazu gibt’s vier Autoloops. Schleifen können in ihrer Länge halbiert (Adjust ½ Taste) und verdoppelt werden (Adjust 2x Taste). Software-Effekte werden mit der Effect-Selector-Taste ausgewählt, während Effect-On diese aktiviert oder deaktiviert. Möchte ich die Effektparameter verändern, stehen zwei separate Drehregler bereit. Auch den Samples hat man dedizierte Bedienelemente zum Abfeuern und zur Lautstärkenanpassung mitgegeben. Welches der insgesamt zwölf verfügbaren Samples gerade ausgewählt ist, verrät die Hardware durch ebenfalls zwölf rote LEDs. 

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