Test
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08.02.2019

Gamechanger Audio Plasma Test

Verzerrer-Pedal

Hochspannungs-Zerre

Das Gamechanger Audio Plasma Pedal der Effektspezialisten aus dem lettischen Riga verfolgt laut seiner Schöpfer einen völlig neuen Ansatz, was die Erzeugung von Verzerrung anbelangt. Denn statt Transistoren oder Vakuumröhren kommt im Plasma-Pedal eine mit Xenon-Gas gefüllte Glasröhre zum Einsatz.

In dieser Gasentladungsröhre wird das Gitarrensignal in eine Serie von kontinuierlichen Hochvolt-Entladungen umgewandelt, was sich am Ausgang wieder in einem analogen Signal als satte und obertonreiche Distortion- und Fuzz-Sounds präsentieren soll. Klar, dass ich mehr als gespannt bin, was mich in diesem Test erwartet.

Details

2015 taten sich in der lettischen Hauptstadt ein paar Freunde zusammen und begannen am ersten Produkt von Gamechanger Audio zu tüfteln, das schließlich mithilfe einer Crowdfunding-Kampagne verwirklicht werden konnte. Dabei handelte es sich um das Plus Pedal, das mein lieber Kollege Thomas Dill bereits im bonedo-Test hatte, der hier nachgelesen werden kann.

Das Plasma Pedal ist der zweite Streich des Entwicklerteams aus Riga und bedient sich im Gegensatz zu den üblichen Zerrpedalen einer vollkommen neuen Technik. Statt Dioden, Röhren, Transistoren etc. zur Klangerzeugung zu nutzen, kommt hier eine mit Xenon gefüllte Gasentladungsröhre zum Einsatz, die zudem sichtbar unter einer Plexiglasscheibe platziert wurde und auch optisch eindrucksvoll ihre Arbeit verrichtet, was unseren Probanden zu einem echten Hingucker macht.

Die 148 x 96 x 69 mm große und schwarz lackierte Stompbox in Pultform bringt 840 Gramm auf die Waage und macht einen überaus robusten und roadtauglichen Eindruck. Die weiße Beschriftung erleichtert das Ablesen deutlich. Batteriebetrieb ist nicht möglich; für die Stromversorgung benötigt es ein optionales Standard-9-Volt-Gleichstromnetzteil oder eine zentrale Energiequelle mit wenigstens 300 mA, für die ein Anschluss an der Stirnseite des Pedals vorgesehen ist. Das gilt auch für die Mono-Ein- und Ausgangs-Klinkenbuchsen und einen mit Clean EQ beschrifteten Schiebeschalter, auf den ich später noch näher eingehen werde.

Auffälligstes Merkmal der Oberseite ist sicherlich das bereits erwähnte mit Gas gefüllte Glasröhrchen, das sich unterhalb von insgesamt fünf Potis befindet. Zu Letzteren gehören ein Zweiband-EQ bestehend aus Low Freq und High Freq, ein Volume-Poti, das die Effektlautstärke bestimmt, ein Blend-Regler, der das Verhältnis von Direkt- und Zerr-Signal festlegt und, last but not least, ein Voltage-Poti. Mit diesem Regler wird die Spannung in der Xenon-Röhre justiert und damit der Schwellenwert erhöht oder verringert, der für das Erreichen einer Entladespannung in der Röhre erforderlich ist.

Der bereits erwähnte Clean-EQ-Schalter an der Stirnseite ermöglicht ein Deaktivieren der Klangregelung für das Direktsignal, die dann nur auf das Zerrsignal Einfluss hat.

Funktionsweise:

Weil nicht alle von uns Physik studiert haben, hier in aller Kürze ein Überblick über die Funktionsweise des Pedals, wie sie der Hersteller auf seiner Website und in der Bedienungsanleitung beschreibt.

Wie bereits erwähnt, wird das am Pedal ankommende Signal von einem Transformator auf mehrere tausend Volt gewandelt und in einer mit dem Edelgas Xenon gefüllten Glasröhre zwischen zwei Elektroden zur Entladung gebracht. Als Nebenprodukt dieser permanenten Entladungen wird ein Teil der elektrischen Energie in Licht umgewandelt, das je nach eingesetztem Gas in unterschiedlichen Farben leuchtet. Bei Xenon ist es blau und sorgt in unserem Fall für spektakuläre optische Erscheinungen.

Die durch die Entladungen erzeugten elektromagnetischen Schwingungen bilden ein neues Signal, das mit dem ursprünglichen Eingangssignal keine mehr Verbindung hat. Die Schwingungen werden aufgenommen und wieder in ein analoges Signal zurückverwandelt, das dann am Ausgang zur Verfügung steht. Mit dem Blend-Regler ist es anschließend natürlich möglich, das Effektsignal wieder mit dem trockenen Gitarrensignal zu mischen.

Das Plasma Pedal besitzt einen True-Bypass, der das eingehende Signal bei ausgeschaltetem Gerät direkt an den Ausgang weiterleitet.

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