Test
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11.10.2013

Praxis

Es folgt der gewohnte Versuchsaufbau: Beide Speaker kommen auf die Stative hinter meinen Arbeitstisch in das 1m Stereo-Dreieck. Um die Unterschiede zwischen beiden Boxen besser beurteilen zu können, habe ich die F4 direkt auf die F5 gestellt. Ein Anwinkeln war diesmal nicht notwendig, da beide Boxen nicht allzu groß sind. 

Ich beginne, mich mit der F4 „einzugrooven“ und muss grundsätzlich feststellen, dass ich erst mal äußerst positiv überrascht bin. Die Stereo-Auflösung und Breite ist sehr gut für ein Gerät dieser Preisklasse! Der Frequenzgang ist ebenfalls relativ ausgewogen, und somit wirkt das Klangbild auch recht detailliert. Auch Druck ist genügend vorhanden, die Teile gehen somit schon recht laut für ihre Größe und machen dadurch natürlich auch Spaß! 

Gehäuseresonanzen sind in den Oberbässen allerdings vorhanden, nerven aber subjektiv nicht allzu stark. Dennoch bleibt es schade, dass es keine Filter zur Kompensation gibt. Die Mitten wirken dadurch etwas unterrepräsentiert, weil sie von den Bässen leicht maskiert werden. Die Höhen sind grundsätzlich in Ordnung, "lispeln" aber ein wenig. Durch die passive Bauweise stellt sich außerdem ein leichter Hifi-Sound ein, der dem Nutzungszweck Consumer-Referenz aber durchaus zweckdienlich ist. Die Qualität ist für kleines, feines Homerecoring aber dennoch als absolut hinreichend zu bezeichnen! Sollte man noch über gute Kopfhörer verfügen, ist man aber auch hier durchaus auf der sicheren Seite. 

Apropos Kopfhörer, so ein Kopfhöreranschluss an der Front der F4 ist natürlich Gold wert! Dieser bringt auch gut Pegel, fängt aber dann recht schnell an zu pressen. Die Höhen sind hingegen etwas zu scharf - nichtsdestotrotz und in Anbetracht der sonstigen Features, ein tolles Gesamtpakt, die F4. Kritik gibt es also nur wegen der fehlen Bassfilter. Sinnvoll hätte ich aber auch noch eine etwas geringere Pegelabstimmung gefunden. Knallt man mit vollen +4dBu in die kleinen Boxen rein, hat man leider nicht mehr so viel Spielraum am eingebauten Lautstärkeregler. Dies ist aber leider bei vielen günstigen Lautsprechern der Fall.

Und nun zur F5: Klar, dass hier definitiv mehr Bassschub vorhanden ist. Dass das eine Inch und die etwas größere Hülle aber so einen Unterschied machen, hätte ich nicht gedacht. Dance-Mucke macht hier definitiv mehr Spaß! Die F4 klingt im Direkt-Vergleich deutlich kompakter. Die Resonanzen rutschen bei der F5 wiederum auch deutlich tiefer und sind deshalb weniger stark wahrnehmbar, wodurch die Mitten detaillierter zum Vorschein kommen. Die Transienten kommen vor allem durch die aktive Abstimmung um einiges schneller durch den Hochtöner, was gerade bei luftig komprimierten Akustikgitarren positiv auffällt. 

Die F5 geht auch echt überraschend laut, presst aber ebenfalls bei höheren Pegeln ein wenig. Die Schutzschaltungen sprangen bei mir nicht an, ich habe meinen Ohren zuliebe von selber leise gemacht. Nur im Bereich der Übernahmefrequenz empfand ich die F5 etwas undifferenziert, was aber im Vergleich zur F4 auch nur deshalb so auffiel, weil die F5 filigraner und ausgewogener zeichnete, was mir vor allem bei erdigem Jazz auffiel. Nichtsdestotrotz: Bassfilter hätten auch der F5 gut gestanden. Die Höhen empfand ich hingegen als sehr stimmig. Alles in allem und in Anbetracht des sehr kleinen Preises eine äußerst überzeugende Vorstellung!

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