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Test
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22.11.2017

Fender Squier Affinity Series Strat HSS Pack Test

E-Gitarren-Set

Plug & Rock

Mit dem Squier Affinity Series Strat HSS Pack richtet sich Fender in erster Linie an angehende E-Gitarristen. Die bekommen ein Set mit allem, was Einsteiger brauchen, von der Gitarre und einem Combo-Verstärker über diverses Zubehör bis hin zu einem Online-Gitarrenkurs.

Gerade für Anfänger stellt das kaum noch überschaubare Angebot an E-Gitarren und Verstärker eine echte Klippe dar, die mit einem solchen Komplettset umschifft werden soll, das zudem auch noch sehr preisgünstig ist. Wenn dann noch eine Traditionsfirma wie Fender hinter dem Angebot steht, ist die Hoffnung groß, die richtige Wahl zu treffen. Wir haben das Set auf Tauglichkeit geprüft.

Details

Optik/Verarbeitung

Das gesamte Fender Squier Affinity Series Strat HSS Pack wird in einem bunt bedruckten Karton geliefert, in dem sich neben der Stratocaster auch ein zweikanaliger Frontman 15G Verstärker befindet, dazu ein Gitarrengurt, einige Plektren, ein Klinkenkabel, eine Tremolofeder sowie Einstellschlüssel und der Zugang zu einem 30-tägigen Online-Gitarrenkurs.

Stratocaster

Auch wer sich nur peripher oder sogar nur passiv mit Musik beschäftigt, kennt die Stratocaster. Sie gilt als die meistkopierte E-Gitarre überhaupt und wird seit den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts gefertigt.

Der in Candy Apple Red lackierte Korpus besteht aus Pappel und besitzt all die Ecken, Kanten und Rundungen, die man von einer Strat kennt und die für eine verbesserte Ergonomie sorgen sollen. Deshalb schmiegt sich auch diese Gitarre an den Körper des Musikers an und erleichtert so das bequeme Spielen erheblich.

Ein schwarzes, dreilagiges Schlagbrett beherbergt einen Humbucker und zwei Singlecoils - daher auch das Kürzel HSS - die sich mithilfe eines Fünfwegschalters anwählen lassen. Ein Volume- und zwei Tone-Potis ermöglichen ein Justieren der Lautstärke und das Bedämpfen der Höhen, alle drei Regler besitzen griffige, schwarze Kunststoffknöpfe. Die gesamte Elektrik ist Strat-typisch unter dem Schlagbrett zu finden, deshalb gibt es auch kein separates Fach dafür an der Rückseite des Instrumentes.

Das synchronisierte Fender Vintage Style Tremolo ist mit sechs Schrauben am Korpus fixiert und wird von drei Federn, die im rückseitigen Tremolofach ihre Arbeit verrichten, auf Spannung gehalten. Die Saiten werden in den Tremolo-Sustainblock auf der Rückseite der Strat eingefädelt und auf dem Tremolo über sechs einzelne Reiter geführt. Ein Tremolohebel liegt ebenfalls im Karton bei, der wie üblich eingeschraubt wird. Der Kunststoffdeckel des Tremolofachs besitzt eine Ausfräsung, sodass er für den Saitenwechsel nicht entfernt werden muss.

Zum Anbringen des Gurtes befinden sich an altbekannten Stellen die benötigten Gurtpins, die zum Schutz des Lacks unterlegt sind. Auch die Klinkenbuchse befindet sich dort, wo man sie bei einer Strat erwartet, und sollte möglichst mit einem gerade Klinkenstecker verbunden werden.

Hals

Der Ahornhals ist mit vier Schrauben am Korpus befestigt und sitzt spielfrei in der Halstasche. Ein dunkelbrauner Holzstreifen, auch Skunk Stripe genannt, verschließt die Ausfräsung, in der sich der Halsstab zum Einstellen der Halskrümmung befindet. Der Zugang zum Einstellen mit dem mitgelieferten Schlüssel ist direkt hinter dem Sattel zu finden und nicht verschlossen. 21 Medium-Jumbo-Bünde sind in das Palisandergriffbrett eingelassen und an den Kanten bearbeitet. Allerdings hätte das Nachpolieren etwas gründlicher ausfallen können, denn die Saiten schaben spür- wie auch hörbar beim Bespielen und Ziehen. Das lässt sich zwar recht unkompliziert mit feiner Stahlwolle beheben, aber das Instrument ist ja für einen Anfänger gedacht und der sollte sich mit solchen Problemen erst einmal nicht auseinandersetzen müssen. Weiße Punkteinlagen im Griffbrett und kleine schwarze an der Halskante dienen der Orientierung.

Die Saiten laufen über einen 40,9 mm breiten Sattel aus synthetischem Knochen, der die Drähte spielfrei in Richtung Mechaniken führt. Auf ihrem Weg werden D, G, H und e-Saite von sogenannten String-Trees, also Saitenniederhaltern, auf die Höhe der entsprechenden Mechanik heruntergedrückt. Das minimiert Reibung und sorgt für weniger Verstimmung während des Spielens. Die geschlossenen Mechaniken auf der versetzt angebrachten, vergrößerten Kopfplatte, die man aus den 70ern kennt, sind wie der Rest der Hardware verchromt. Wie alle normal großen Stratocaster-Gitarren besitzt auch unsere Testkandidatin eine Mensur von 648 mm und legt rückenfreundliche 3121 Gramm auf die Waage - hier macht sich das leichte Pappelholz bemerkbar.

Bis auf die Bearbeitung der Bünde ist mir zumindest auf handwerklicher Ebene nichts weiter negativ aufgefallen, daher geht es nun mit dem Verstärker weiter.

Frontman Amp

Der Frontman 15G Combo-Verstärker liefert, wie es der Name erahnen lässt, eine Leistung von 15 Watt, für die Schallwandlung sorgt ein Fender Special Design 1 x 8" Speaker, der sich hinter der Fender-typischen silbernen Frontbespannung befindet. Der 314 mm x 337 mm x 181 mm große Combo bringt 6800 Gramm auf die Waage, steht sicher auf vier Gummifüßen und wirkt ausgesprochen kompakt. Verchromte Eckenschoner schützen die schwarze Vinyl-Haut des Amps, und soll er transportiert werden, geschieht dies mithilfe des auf der Oberseite angebrachten Griffs.

Im oberen Drittel der Frontseite ist das für eine bessere Ablesbarkeit nach hinten gekippte Bedienfeld zu finden, das ganz links mit der Eingangsbuchse startet. Die beiden Kanäle des Amps lassen sich individuell in der Lautstärke regeln und sind mit Volume Normal und Volume Drive beschriftet. Für den Zerrkanal steht ein eigener Gain-Regler bereit, er wird mit einem Schalter direkt daneben aktiviert. Eine Fernsteuerung per Fuß ist nicht möglich.

Beide Kanäle teilen sich die Dreibandklangregelung, bestehend aus Treble, Middle und Bass. Der Frontman 15G bietet zudem einen Aux-In-Anschluss mit zwei Cinch-Buchsen zum Einspielen von Audios. Auch ein Kopfhöreranschluss in Form einer Standard-Klinkenbuchse wurde integriert, über die laut Hersteller ein frequenzkorrigiertes Signal ausgegeben wird. Die Rückseite des solide verarbeiteten Verstärkers bietet lediglich den Anschluss für das mitgelieferte Kaltgerätekabel.

Außer den etwas rauen Bünden wurden Gitarre wie Verstärker tadellos in Indonesien gefertigt. Wie die beiden in Kombination klingen, zeigt der folgenden Praxisteil.

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