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10.09.2019

Erica Synths Pico System III: Kleiner, günstiger Easel mit Voiecards?

Erica Synths präsentieren auf der Knobcon 2019 ein neues Komplettsystem aus der Pico-Reihe. Groß können sie ja, vor ein paar Tagen erst zu sehen. Aber auch ganz klein, denn im Pico System III stecken gleich eine ganze Reihe von Modulen, mit denen direkt losgelegt werden darf. Aber nicht nur die Module sind klein, sondern auch der Preis. In zwei Varianten kommt das Pico System III übrigens: einmal für den Einbau in das Eurorack und einmal für den Desktop.

Ericas Synths Pico System III

Auf gerade mal 24 Zentimeter stecken genug Pico-Module nebeneinander. Zunächst ein 2-3-4 Stepsequencer, der aber auch als Waveshaper herhalten kann. Dann folgen zwei Oszillatoren, die jeweils mit Dreieck und Rechteck arbeiten. VCO1 gibt beide Schwingungsformen gleichzeitig aus und beherrscht Pulsbreitenmodulation und exponentielle Frequenzmodulation. VCO2 kann Waveshaping zwischen den Schwingungsformen und lineare FM, natürlich alles spannungssteuerbar.

Das VCO Controller/VCA Modul regelt FM-Level für die beiden Oszillatoren, dient aber auch als VCA. Ein weiteres Modul mit Mehrfachfunktion steckt in dem Modulator, der zugleich Clock, LFO oder auch Quelle für Zufallsspannungen ist. Hier kommen LFO-Schwingungen in Sinus- und Rechteckform heraus – aber auch Rauschen und Sample & Hold-Steuerspannung.

Die Hüllkurve ist als AD und ASR ausgeführt. Looping ist hier vorgesehen und sogar einen Drone-Modus gibt’s. Mit dem Lowpass-Gate hängt das Pico System III jetzt den Buchla raus. Hier mit zusätzlicher Resonanz-Kontrolle. Voll aufgedreht verwandelt sich dieses Modul in eine Soundquelle.

Das BBD ist ein analoges Delay mit 4092 Stufen. Der Time-Parameter wird mit CV gesteuert, aber auch über Drehknöpfe – genau wie Feedback. Zwei Mixer-Einheiten runden das System ab. Die sind gleichspannungsgekoppelt und können sowohl Audio als auch CV mischen.

Voicecards als Speicher für Patches

Auf der linken Seite des Pico System III steckt ein Cartridge-Slot. Erica Synths hat sich nämlich den Gebrauch von sogenannten Voicecards als Speicher für Patches ausgedacht (oder vielmehr vom Buchla Music Easel inspirieren lassen). Die Voicecard speichert einen Großteil der Einstellungen, teilweise müssen aber bei einigen Patches trotzdem noch ein paar Kabel gesteckt werden. Aktuelle Patches werden durch das Einstecken von diesen Karten überschrieben.

Fünf „Preset-Karten“ und fünf DIY-Voicecarts (für Eigenkreationen) befinden sich im Lieferumfang. Um die DIY-Karten zu bestücken, müssen die Anwender aber zum Lötkolben und kleinen Kabeln greifen und die Verbindungen dann zusammenlöten. Die Namen der vorgefertigten Karten geben schon einen Hinweis auf die Anwendung: LPG Techno, Synthesizer, Synthesizer, Space Computer, Drone Master und Droid Breakdance.

Verfügbarkeit und Preis

Das Erica Synths Pico System III kommt schon am 20. September auf den Markt. Die Variante für das Eurorack kostet 400 Euro zzgl. Steuern, die Desktop-Version 450 Euro zzgl. Steuern. Damit kostet dieses System die Hälfte des Vorgängers. Klar, beide Modelle sind anders ausgestattet. Mir gefällt diese Variante aber sehr gut. Für den Preis ist das auch ein klasse Synthesizer für Einsteiger.

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