Test
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06.07.2017

Praxis

Die Fusion Box in der DJ Booth

Die Erica Fusion Box ist ein kleines Biest, das nicht so leicht zu bändigen ist. Ich habe sie mal zum DJ-Gig mitgenommen und an den Effekt-Insert des Pioneer DJM-Mixers gehängt. Den Stereo-Ausgang des Pioneer-Sends habe ich per Y-Kabel in den Mono-Eingang der Fusion Box geführt. So richtig Spaß macht die Fusion Box im Insertweg aber nicht. Die Verzerrungen kamen meist zu krass und schon nach wenigen Versuchen, sinnstiftend mit der Fusion Box zum Gesamtsound beizutragen, habe ich mich wieder auf die Standardeffekte des Pioneer-Mixers zurückgezogen.

Mehr Spaß macht das schon mit einem DJ-Mixer, der einen regelbaren Effekt-Send bietet, wie einem Allen & Heath Xone:92 oder wie hier im Video beim Bonedo-Test des Playdifferently Model 1, quasi einem Allen & Heath auf Steroiden. Ab ca. 5:21 min. greift die Fusion Box ins Geschehen ein und zeigt, dass damit gerade in minimalistischen Techno-Sets schon schönes Sounddesign möglich ist, wenn der DJ feinfühlig mit dem Aux-Send auf des Messers Schneide zwischen Krach und kontrolliertem Wahnsinn balanciert.

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Die Fusion Box im Studio

Richtig sinnvoll agiert die Fusion Box jedoch im Studio. Hier ist weniger mehr. Weniger Signal. Mehr Kontrolle. Aus wenigen anregenden Sounds macht die Fusion Box viel Krach. Auch im Studio sind die Ergebnisse nicht immer vorhersehbar. Und die Fusion Box klingt stets irgendwie nach Fusion Box: rau, breit und krass. Aber eine 303 mag man ja auch, weil sie nichts anderes kann, als nach 303 zu klingen.

Im ersten Video schicke ich einem digitalen Breakbeat aus der furztrockenen Roland TR-626 direkt in die Fusion Box. Da läuft die Röhre zu Höchstform auf und im Knopfumdrehen hat man ein beeindruckend böse pumpendes, atonales Drone-Bassline-Monster erschaffen.  

Die Fusion Box macht am meisten Spaß, wenn man sie sparsam füttert. Zu dichte Signale entlocken ihr einen krachigen Brei. Filigran wird es mit wenigen wohldosierten Impulsen, wie einem digitalen Breakbeat aus der Roland TR-626. Da läuft die Röhre in der Fusion Box zu Höchstform auf und im Knopfumdrehen hat man ein beeindruckend böse pumpendes atonales Drone-Bassline-Monster erschaffen.

Im zweiten Video starte ich zuerst ohne Beat. Bereits ohne Input-Signal gibt die Fusion Box böse Drones von sich. Wird sie dann wieder mit dem kleinen unschuldigen Breakbeat aus der TR-626 gefüttert, pumpt, rotzt und ächzt die in die Sättigung getriebene Fusion Box, dass es eine wahre Freude für Noise-Enthusiasten ist. Das hohe Summen gehört leider – oder glücklicherweise – zum Spaß dazu.

Hier starte ich zuerst ohne Beat. Bereits ohne Input-Signal gibt die Fusion Box böse Drones von sich. Wird sie dann wieder mit dem kleinen unschuldigen Breakbeat aus der TR-626 gefüttert, pumpt, rotzt und ächzt die in die Sättigung getriebene Fusion Box, dass es eine wahre Freude für Noise-Enthusiasten ist. Das hohe Summen gehört leider oder glücklicherweise zum Spaß dazu.

Im dritten Video findet sich wieder mal die schöne Weisheit bestätigt, dass Musik auch aus der Stille zwischen den Tönen besteht. Hier ist es die tiefe 909-Tom der Roland AIRA TR-8, die die Fusion Box anregt und bei entsprechender Verzerrung heftigst in den Spielpausen mitatmen lässt. Dicke Bassdrum drunter und schon ist es Techno.

Im dritten Video findet sich wieder mal die schöne Weisheit bestätigt, dass Musik auch aus der Stille zwischen den Tönen besteht. Hier ist es die tiefe 909-Tom der Roland AIRA TR-8, die die Fusion Box anregt und bei entsprechender Verzerrung heftigst in den Spielpausen mitatmen lässt. Dicke Bassdrum drunter und schon ist es Techno.

In den folgenden Audiobeispielen habe ich diverse eher freundliche Signale in die Höhle des Löwen, sprich: durch die Fusion Box geschickt und ordentlich zerbröselt. Dabei gibt es zuerst einen Durchlauf mit Bassdrum und Clap, quasi als Metronom, um die Rhythmik bei heftigem Delay-Einsatz beurteilen zu können. Und da im Masterbus ein UAD Precision Maximizer hängt, zerstört die Fusion Box bei besonders krassen Verzerrungen nicht nur das Originalsignal, sondern zerquetscht auch noch gleich das beigemischte Beatgerüst. Also Vorsicht beim Hören: die Pegelunterschiede sind oft sehr drastisch. Apropos Gitarre: unter den Audiobeispielen sind auch solche, in denen ich E-Bass und E-Gitarre durch die Fusion Box gespielt habe. Ich bitte, mein lausiges Gitarrenspiel zu entschuldigen. Hauptsache, ihr habt Spaß!

Im letzten Audiobeispiel hört man nur die Fusion Box, ohne Eingangssignal, weil auch keins angeschlossen ist. Ja, sie kann auch als rudimentärer Soundgenerator dienen. Auch Störgeräusche wie hohes Fiepen und weißes Rauschen sind dabei.

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