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Test
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12.05.2020

Erica Synths Bassline DB-01 Test

Analoger Bass-Synthesizer mit Sequenzer

Rotzige Electro-Bass-Maschine mit inspirierenden Features

Erica Synths stellt mit der Bassline DB-01 einen monophonen analogen Bass-Synthesizer mit Sequenzer vor, der nur auf den ersten Blick wie ein weiteres 303-Derivat wirkt. Girts Ozolins von Erica Synths sagt dazu: „Unser modulares Bassline-Modul hat uns so gut gefallen, dass wir aufgrund des Hypes um die vielen 303-Versionen hohes Potenzial für eine Desktop-Nutzung gesehen haben. Deshalb haben wir uns entschlossen, einen Desktop-Monosynthesizer für Basslines zu entwickeln, der viel mehr Funktionalität bietet, sehr performance-orientiert und dennoch einfach zu bedienen ist. Wir haben den größten Teil des analogen Teils aus dem Bassline-Modul übernommen, einige Modulationsfunktionen hinzugefügt und einen Sequenzer von Grund auf neu entwickelt.“

Das klingt spannend, deshalb haben wir uns die DB-01 einmal genau angeschaut.

Details

Tatsächlich finden sich einige bewährte Elemente aus dem firmeneigenen Baukasten in der DB-01, wie z. B. das Polivoks-inspirierte 18dB/Okt.-Filter der Acidbox III aus dem genannten Bassline-Modul des Techno-Systems. Der Sequenzer ist eine Neuentwicklung und viele Features davon sollten im bereits bei der Superbooth 2019 angeteasten Black Sequencer Euro Rack Modul Einzug finden. Die Klangerzeugung selbst bietet zusätzlich zu den drei Wellenformen des Hauptoszillators noch einen Sub-Oszillator und einen Noise-Generator, dazu Frequenzmodulation, einen synchronisierbaren LFO für FM und VCF und eine fein dosierbare Sättigungsstufe. Mit diesem Arsenal soll die DB-01 sehr brachiale Klänge erzeugen können, die man dem kleinen Kraftprotz so gar nicht ansieht.

Äußere Gestaltung

Schon auf den ersten Blick strahlt die DB-01 bereits eine aggressive Gelassenheit aus. Das 230 x 135 x 51 mm kleine und 835 Gramm schwere mattschwarze Aluminiumgehäuse ist schön kompakt, die 14 Regler trotzdem angenehm groß und weisen die DB-01 dank der typischen seitlich fest verschraubten Moog-artigen Potikappen als waschechtes Erica Synths-Gerät aus. Weil sie deutlich kleiner ist als Acidbox, FusionBox oder Zen Delay verbirgt die DB-01 viele Funktionen hinter den einzelnen Menüpunkten, die über die pillenförmigen rot hintergrundbeleuchteten Taster aufgerufen werden, die ebenfalls als Keyboard dienen.

Über der Schalterreihe thront ein dreistelliges rotes LED-Feld, um das - wie die Flügel eines Raubvogels - zu beiden Seiten je sechs Regler angeordnet sind. Besonders groß und prägnant sind die Potis für Drive und Cutoff geraten, letzterer - mittlerweile Erica Synths-typisch - ganz oben rechts. Etwas kleiner die Regler für Detune und Resonanz. Die restlichen Knöpfe sind klein und dienen zur Kontrolle für die Envelopes von VCA und VCF, Level für FM, Sub-Oszillator und Noise, LFO Rate und Level sowie Env/CV Level, ein Regler für die Tiefe der VCF-Hüllkurve. Unter dem LED finden sich zwei Endlos-Push-Encoder, die zum Einstellen von Werten und per Druck zum Bestätigen oder Verlassen eines Menüs dienen. Darüber zwei Metallkippschalter für die drei Wellenformen (Rechteck, Sägezahn, Dreieck) und die beiden Filtertypen (Tiefpass und Bandpass). 

Bilder

Anschlüsse auf der Rückseite

Rückseitig gibt sich die DB-01 sehr kontaktfreudig. Neben dem etwas erhabenen Monoklinkenausgang finden sich fünf Miniklinkenbuchsen für CV/Gate in/out und ein Kontrolleingang für den Cutoff.  Zwei MIDI-Buchsen im DIN-Normalformat (In/out) und zwei Miniklinkenbuchsen für Clock Ein-und-Ausgang sowie der Powerschalter und der Anschluß für das mitgelieferte 12V Netzteil komplettieren das Steckfeld, mit dem man die DB-01 auch gut an ein modulares System hängen kann. Leider fehlt ein Audio-Eingang. Im Lieferumfang ist noch ein gut gestaltetes englischsprachiges Handbuch enthalten.

Sequenzer mit vielen Funktionen

Der Sequenzer ist mit allen Wassern gewaschen. Hier hat der Hersteller so ziemlich alles im Pflichtenbuch abgehakt, was man sich wünschen kann: Step-und-Realtime-Recording, unterschiedliche Patternlängen, Transponieren, Kopieren, Skalen definieren, diverse Abspielrichtungen, natürlich Akzent und Slide, dazu Cutoff-Modulation und Pitch-Envelope-Programmierung, die eigentliche Geheimwaffe der DB-01. Aber dazu später mehr. Patterns kann man nicht nur komplett kopieren, sondern auch lediglich einzelne, besonders gelungene Steps. Natürlich darf geshufflet werden. Und auch an andere Extravaganzen wurde gedacht: Das Tempo lässt sich im Bereich von min. 20 bpm bis max. 480 bpm regeln.

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