Genre_Metal Hersteller_Engl
Test
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13.12.2008

GEHÄUSE/OPTIK
Der Fireball besitzt die gewohnte Topteil-Optik. Mit den Abmessungen 710 x 270 x 270 mm ist das Head allerdings etwas schmaler und kleiner als ein typisches Marshall-Top. Das wirkt sich unmittelbar auf sein Gewicht aus, welches mit 19 kg am unteren Ende des Gewohnten rangiert. Das Gehäuse des Amps besteht aus Multiplex und ist mit schwarzem Vinyl-Bespannstoff überzogen.

 

 Die Frontseite wird von Metall dominiert: oben ein Gitter, das dem Gitarristen freie Sicht auf die rot leuchtenden Röhren gibt, und unten das 90 mm hohe Frontpanel aus blank poliertem, spiegelndem Metal, bestückt mit Chickenhead-Reglern und Schaltern. Optisch wird also schon einmal klar, wohin die Reise gehen soll. Ebenfalls aus Metall sind die Eckenschoner, die mit je zwei Schrauben am Gehäuse befestigt sind. Der Amp ist also bestens für den harten Einsatz „on the road“ gerüstet. Für stabilen Halt auf den Lautsprecher-Boxen oder wo auch immer der Fireball seinen Arbeitsplatz finden soll, sorgen vier breite Gummifüße. Im Inneren des Amps ist alles Röhre. Die Endstufe ist mit zwei 6L6 und einer selektierten ECC83 Röhre motorisiert. Die Vorstufe wird durch drei ECC83 auf Temperatur gebracht.

BEDIEN-PANEL

Der Amp ist als Zweikanaler ausgelegt. Den ersten Kanal bezeichnet Engl als „Normal“, der zweite Kanal trägt den Namen „Ultra“. Hier gibt es ordentlich Gain-Reserven. Das eher puristische Konzept des Verstärkers schlägt sich schon auf dem Frontpanels nieder.

Mit insgesamt sieben Reglern in Chickenhead-Form ist  nur das Nötigste am Start: ein Gain-Regler, die für beide Kanäle zuständige 3-Band Klangregelung mit Bass, Mitten und Höhen plus Presence, und zweimal Master-Volumen. Hier können zwei individuelle Master Lautstärken eingestellt werden, beispielsweise für Rhythmus und Lead Sound. Um dies zu bewerkstelligen muss allerdings ein Fußschalter angeschlossen sein. Ohne einen solchen ist Master 1 für den Normal-Kanal und Master 2 für den Ultra-Sound zuständig. Die beiden Kanäle können in diesem Fall mit einem kleinen Druck-Schalter auf dem Frontpanel gewechselt werden. Eine entsprechende LED zeigt den jeweiligen Kanal-Status an. Der gerade angewählte Master wird ebenfalls durch eine rote LED markiert. Mit Bright und Depth befinden sich zwei weitere Schalter direkt neben dem Gain-Regler. Ihre Aufgabe ist es auf Wunsch die Höhen (Bright) und  Bässe (Depth) anzuheben. Die beiden Kontroll-Lämpchen mit der Bezeichnung „Power Tube Monitor“ sind  für jeweils eine Endstufen Röhre zuständig und leuchten, wenn der Strom für die entsprechende Röhre zu hoch ist und sie aus diesem Grund abgeschaltet wurde. Sehr sinnvoll, weil sich damit die Lebenserwartungen der teuren Endstufenröhren mit Sicherheit um einiges verlängern dürften

RÜCKSEITE
Auch auf der Rückseite präsentiert sich die Ausstattung eher minimalistisch.

Wir finden vier paarweise angelegte Lautsprecherbuchsen mit folgenden Anschlussmöglichkeiten: 1x16 oder 2x8 Ohm, 1x8 oder 2x16 Ohm.  In der Mitte liegen die Anschlüsse und Regelmöglichkeit für die Effekt-Loop mit je einer Send- und einer Return-Buchse und einem Balance-Regler. Mit Letztgenanntem kann das Effektsignal beigemischt werden, wodurch eine serielle und parallele Nutzung des Effektwegs möglich wird. Weder bei einzelnen Bodentretern noch bei Multi-Effekten (Boss GT-10, GT-Pro) gab es während des Tests Probleme mit der Anpassung des Pegels.

 

Da der Effektweg perfekt auf aktuelle Geräte abgestimmt ist, können diese ohne großartigen Soundverlust oder Rausch- und Brumm-Attacken angeschlossen und verwendet werden. Sehr schön! Ganz links befindet sich noch die Klinkenbuchse für den Fußschalter, der leider nur optional erhältlich ist. Schade, denn das Original von Engl (Engl Z4) schlägt  immerhin mit 79 Euro zu Buche. Schon ein bißchen ärgerlich, zumal der Einsatz eines Fußschalter beim Bühnenbetrieb einfach Pflicht ist, mal ganz abgesehen davon, dass sich die beiden Master-Lautstärken ausschließlich über einen angeschlossenen Fußschalter abrufen lassen.

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