Gitarre Hersteller_DV_Mark
Test
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26.02.2020

DV Mark DV Little GH 250 Tube Test

E-Gitarren Topteil

Kraftpaket mit Röhre

Das DV Mark DV Little GH 250 Tube E-Gitarren-Topteil entstand in einer Zusammenarbeit des italienischen Verstärkerbauers DV Mark mit dem amerikanischen Gitarrenvirtuosen Greg Howe. Das kompakte Signature-Head setzt dabei auf eine Hybrid-Schaltung, die mit einer 6205-Mikroröhre in der Vorverstärkersektion arbeitet.
Der DV Little 250 gehört zur meistverkauften Verstärkerserie im DV Mark-Sortiment. Rein optisch hat man es hier mit einem zwei HE Rackeinschub halber Breite zu tun, der trotz einer 250 Watt Endstufe gerade einmal 2,6 kg auf die Waage bringt. Dank seiner ungewöhnlichen Maße wirkt der Amp optisch eher wie ein Effektgerät und weniger wie ein beinharter Rock'n'Roll-Verstärker. Ob und wie er die Erwartungen erfüllt, die man an einen Greg-Howe-Signature-Amp stellt, schauen wir uns jetzt an.

Details

Konzept

Die Front zeigt zwei nahezu identisch aufgebaute und übereinander angeordnete Regler-Reihen. Neben zwei autark arbeitenden Kanälen bietet der Lead-Kanal zusätzlich einen Sustainer, der im Grunde wie ein Kompressor arbeitet. Als weitere Besonderheit kommt beim DV Little GH 250 eine 6205-Mikroröhre in der Vorverstärkersektion zum Einsatz, die dem Amp laut Hersteller zusätzlichen Biss verleihen soll. Die Intensität des integrierten Digitalhalls lässt sich mittels eines Reglers gleichzeitig für beide Kanäle einstellen. Das Gesamtpaket wird von einem an der Rückseite zugänglichen seriellen Einschleifweg sowie einem Preamp-Ausgang komplettiert. Auf den ersten Blick also ein Rundum-Sorglos-Paket.

Die Vorderseite

Jeder der beiden Kanäle besitzt neben einem Gain- und einem Level-Regler einen Dreiband-EQ mit Bass, Middle und High. Das anfangs erwähnte Poti mit der Bezeichnung Sustainer befindet sich im oberen Bereich. Es aktiviert eine Schaltung, die das Eingangssignal zusammenstaucht und die Vorstufe mit einem stabileren und lauteren Signal füttert. Neben einem höheren Verzerrungsgrad hebt die Schaltung allerdings auch gleichzeitig die Nebengeräusche an, was aber in der Natur der Sache liegt. In der Minimalposition gibt es leider keine Schalterfunktion, die den Effekt komplett aus dem Signalweg nimmt. Deshalb klingt es auch dann noch sehr komprimiert, wenn man den Sustainer komplett zurückdreht, aber dazu später mehr. Im unteren Bereich befindet sich zusätzlich noch der Reverb-Regler, mit dem sich der Anteil des integrierten Digitalhalls für beide Kanäle gleichzeitig einstellen lässt. Bleiben noch Gitarreneingang, ein Netzschalter sowie ein Taster für die Kanalumschaltung.

Die Rückseite

In direkter Nachbarschaft zur Schuko-Buchse befindet sich der Lüfter des Amps, der die Bauteile im Inneren vor Überhitzung bewahrt. Je weiter man den Amp aufreißt, umso öfter springt der Lüfter an, dessen Betriebsgeräusch aber beim Spielen und im Bandgefüge nicht hörbar ist. Die gebotene Power ist jenseits von Gut und Böse, wodurch man sich in jeder Bandkonstellation Gehör verschaffen kann. Aber trotz der angegebenen 250 Watt kann der Amp nicht mit der Brachialität eines Röhrenboliden gleicher Wattzahl mithalten. Ich würde die Power deshalb eher mit der eines AC 30 vergleichen. Neben dem Lautsprecherausgang, der hier in Form einer Speakon/Klinkenbuchsen-Kombination vorliegt, befindet sich die Buchse für einen optional erhältlichen Fußschalter für die Kanalumschaltung. Der serielle Effekteinschleifweg besteht aus einer Send- und einer Returnbuchse. Hier bitte nur wirklich gute Effektgeräte und keine alten Digitalschleudern der ersten Generation einschleifen, damit die Dynamik des Amps erhalten bleibt. Bliebe noch die Pre (Preamp) Out-Buchse mit einem benachbarten 0/-6 dB Taster für die Pegelanpassung zu erwähnen. Hier liegt das Ausgangssignal der Vorstufe an und kann an eine weitere Endstufe oder zum Recording-Equipment weitergeleitet werden.

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