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Test
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16.08.2020

DiscoDSP OB-Xd Test

Freeware Oberheim-Synth

Nu Jump

Den legendären Oberheim-Sound muss man heute nicht länger suchen und teuer bezahlen –der Disco DSP OB-Xd erfüllt bereits die meisten Klangwünsche. In unserem Vergleich mit dem Flaggschiff Arturia OB-Xa V, dem Synpase Audio Obsession und dem Sonicprojects OP-X PRO-II bietet er reichlich Paroli. Er steht zum kostenlosen Download auf der Seite des Anbieters bereit.

Wer das Projekt von Disco DSP unterstützen möchte, kann allerdings einen finanziellen Beitrag von 42,90 Euro (bis 1. September 2020 reduziert: 25,74 Euro) leisten. Als „OB-Xd Auv3 Synth“ ist die OB-X-Emulation auch als iOS-App für iPhone und iPad zu bekommen.

Noch mehr kostenlose Plugins findet ihr in unserem großen Freeware Software Synths und Plug-Ins Special.

Details & Praxis

For free

Der OB-Xd von Disco DSP ist ein virtueller Freeware-Synthesizer für Windows, macOS und (seit Version 2.0) auch für Linux. Unter Apple Logic Pro X auf macOS 10.15 (Catalina) läuft er in der getesteten Version 2.1 flüssig und stabil.

Die OB-X-Synthesizer von Tom Oberheim sind mit zwei spannungsgesteuerten VCOs, zwei ADSR-Hüllkurven und drei LFOs für heutige Verhältnisse recht einfach strukturiert. Im Unisono-Mode lassen sich alle Stimmen auf eine Taste schalten, wodurch wuchtige Leads oder Bässe entstehen. Passen muss der virtuelle OB-Xd von Disco DSP bei Split- und Layerkreationen, es gibt aber genügend Klangbausteine. 

Grundsätzlich orientiert er sich am Oberheim OB-X und sieht noch Optimierungen und zusätzliche Funktionen vor. Bei den Oszillatoren kommt beispielsweise ein Mixer für OSC 1 und 2 und Rauschen zum Einsatz, bei der Crossmodulation wirkt OSC1 auf OSC2 ein (und nicht umgekehrt wie beim originalen OB-X). Oszillator-Sync beherrscht der OB-Xd ebenfalls. Mittels Step-Taster lässt sich die Tonhöhe der Oszillatoren gezielt in Halbtonschritten verändern. Per Spread-Parameter entstehen leichte Schwebungseffekte für einen fetteren Gesamtklang. Der OB-Xd liefert einen breiten und vollen Basisklang dank Pulsbreiten- und Crossmodulation, Oszillator-Sync oder auch per Rauschgenerator.

Die Filtersektion ist weitaus flexibler als beim OB-X. Es handelt sich um ein Multimode-Filter. Das sorgt für Lebendigkeit wie bei echten Analoggeräten: Das Verhalten auf unterschiedliche Anschlagstärken, die Vibratogeschwindigkeit und ein Panning kann in der Abteilung „Voice Variation“ bestimmt werden. Natürlich gibt es noch eine einfache Modulationsabteilung sowie Lautstärke- und Filterhüllkurve. 

Das Update auf die aktuelle Version 2.1 bringt einige Verbesserungen. Nützlich davon sind die MIDI-CC-Learn-Funktion und die GUI-Kontrolle, die um den Faktor 7 beschleunigt worden ist. Das GUI kann sich mittels Skin optisch verwandeln. Unter den mindestens fünf wählbaren Skins ist das Theme „Ilkka Rosma Dark“ ansprechend. Mehrere Stunden ist man damit beschäftigt, die zahlreichen Presets (gruppiert in 20 Banks) anzuspielen. Am besten speichert man seine Favoriten gleich in einer neu angelegten User-Bank ab.

Guter Basisklang

Bei unserem Vergleichstest mit vier angesagten OB-X(a)-Emulationen ist der Disco DSP OB-Xd mit einigen Presets in den Klangsparten Pad, Bass, Brass und Lead zu hören. Auch zwei kurze Song-Arrangements mit den Factory-Presets des OB-Xd geben zu verstehen, dass er einen Tick „digitaler“ klingt, aber ordentlich über klangliche Substanz verfügt. Jeder routinierte Producer wird natürlich den guten Basisklang verfeinern oder anfetten. Richtig, auch hier bietet sich Freeware an: Valhalla DSP Supermassive.

Was sich mit OB-Xd und Supermassive klanglich realisieren lässt, demonstrieren die folgenden Audiobeispiele mit Angabe der verwendeten Presets. Mit etwas Know-how könnte man allein mit diesen Plugins plus Drums einen kompletten Synthesizer-Track produzieren.

Fazit

Der Disco DSP OB-Xd gehört in der Kategorie „Synthesizer“ eindeutig zur besten Freeware. Mit zusätzlichen Effekt-Plugins wie etwa „Supermassive“ lassen sich erstaunlich fette klassische Sounds produzieren, die sich auch fast immer gut ins Song-Arrangement integrieren. Und er hat Zukunftspotenzial: Auf GitHub legt der spanische Entwickler George Reales sogar den Quellcode dieser freien Software unter GPL3-Lizenz vor. Man kann also zuversichtlich sein, dass dieses praktische Software-Instrument weitere Updates erfährt. Größter Wunsch: Arpeggiator! Wer den OB-Xd öfter nutzt, könnte ihn tatsächlich auch nachträglich bezahlen. Fair Play!

Hier geht es zum Download! 

  • PRO
  • Gelungene Emulation des Oberheim OB-X

  • Gute und zahlreiche Presets

  • Ordentliche Produktpflege

  • Für vier Plattformen (Win, Mac, Linux, iOS)
  • CONTRA
  • Kein Contra
  • Features
  • Software-Synth nach Vorbild des Oberheim OB-X
  • Formate: VST, VST3, AU
  • Multimode-Filter
  • Mehrere Skins
  • Zahlreiche Presets
  • Keine Effekte
  • Frei zugänglicher Quellcode
  • Systemvoraussetzungen
  • Win XP oder höher, Mac 10.8 oder höher, Linux, iOS 11 oder höher
  • Preis
  • kostenlos

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