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24.10.2017

Die 5 besten All-in-one Multieffektgeräte für Gitarre

20 Multieffekte, Effektprozessoren und All-in-one-Lösungen aus vier Kategorien

Die besten Multieffekt-Prozessoren im Test

Die Auswahl an Sound- und Effektprozessoren für Gitarre ist in den letzten Jahren nahezu ins Unermessliche gewachsen. Musste man in den 80er Jahren noch ein Vermögen für gut klingende digitale Effekte ausgeben, so steht uns Gitarristen mittlerweile eine breite Palette von Anbietern gegenüber, die für jede Geldbeutelgröße und Klangvorstellung das Passende parat haben. Aber das wachsende Angebot macht die Wahl des korrekten All-in-one Multieffektgerätes nicht unbedingt leichter. Ein Grund, warum wir heute etwas Licht in das Gear-Dickicht bringen möchten.

Der Übersicht halber habe ich die unten aufgeführten Multieffektgeräte und Komplettlösungen in vier Kategorien unterteilt. Zum einen die Effektprozessoren mit integriertem Preamp und Speakersimulation aus der Hi-End-Abteilung und die gleiche Kategorie in der mittleren Preislage, und zum zweiten die reinen Effektprozessoren, die häufig programmierbar sind, und last, but not least die halb-analogen Multieffekt-Fußleisten, die auch bequem ins Handgepäck passen:

a) Effektprozessoren mit integriertem Preamp und Speakersimulation (Hi-End)

In dieser Zusammenstellung findet ihr Amp/Effekt-Kombigeräte, die eher im höheren Preissegment angesiedelt sind und sicherlich die qualitative Speerspitze der All-in-one Geräte darstellt. Das liegt zum einen an hochwertigen Prozessoren, intelligent programmierten Algorithmen und auch am Einsatz von Speakersimulationen auf Impulsantwortbasis.

1. Kemper Profiling Amplifier

Der Kemper Profiler ist primär auf das authentische Abbilden von geprofilten Amps ausgelegt und erlaubt auch selbst Profile zu erstellen, wobei auch die Effektsektion einiges anzubieten hat. Der Kemper ist in diversen Ausführungen, mit oder ohne Endstufe, erhältlich:

2. Axe Fx/AX8

Auf Augenhöhe bewegt sich das AxeFX bzw. mit dem AX8 die abgespeckte Floorboard-Variante von Fractal Audio. Hier wird der Amp grundlegend digital dargestellt und eine sehr üppige Effektsektion inklusive Impulse Response (IR)-Slots erwartet den User:

3. Line 6 Helix

Das Line 6 Helix schlägt in eine ähnliche Kerbe wie das AX8, das heißt, es liefert digitale Amps, IRs und eine große Effektsektion:

4. Line 6 Helix LT

Wesentlich günstiger als das Standard Helix ist die LT-Variante, die zwar ein paar kleine Einschränkungen gegenüber dem Flaggschiff hat, aber bezüglich der Soundqualität identisch ist:

5. Headrush

Dem Helix nicht unähnlich, aber mit Touchdisplay ist das Headrush Pedal:

b) Effektprozessoren mit integriertem Preamp und Speakersimulation (mittlere Preislage)

Auch im mittleren Preissegment findet man sehr gute und professionell einsetzbare Produkte. Der niedrigere Preis erklärt sich meist mit der Rechenleistung der Prozessoren, der Herstellung in Fernost und manchmal mit dem Einsatz von Filtern anstelle von Impulsantworten, die die Frequenzkorrektur der Speakersimulation übernehmen.

1. Boss GT-1

Das GT-1 liefert zu einem sehr erfreulichen Preis eine Vielzahl an Amp- und Effektmöglichkeiten und kann zudem als Recording-Interface eingesetzt werden. Wer gerne etwas mehr Fußtaster hätte, darf sich das ME80 genauer betrachten, das allerdings auch zwei Jahre älter ist als das GT-1.

2. Line 6 Firehawk

Etwas üppiger, allerdings auch preislich höher angesiedelt, ist das Line 6 Firehawk. Hier findet man eine Kombination aus POD HD und Amplifi FX100. Auch Routing-Optionen durch die 4-Kabel-Methode sind möglich. Alternativ bietet Line6 das Pod HD500X an, das allerdings zwei Jahre älter ist als das Firehawk.

3. Zoom G3Xn

Das G3Xn fällt in eine ähnliche Kategorie wie das Boss GT-1 und erlaubt einiges an Effekten und Amps. Zoom bietet mit dem G5n eine etwas üppigere Variante und mit dem G3n einen baugleichen Prozessor, allerdings ohne Expressionpedal.

4. Boss GT-100

Auch wenn das GT-100 mit dem Release-Datum 2012 schon einige Jahre auf dem Buckel hat, ist es immer noch die bevorzugte zentrale Effekt- und Switching-Station auf vielen Floorboards. Auch hier ist flexibles Effektrouting, 4-Kabel-Methode und sogar Channel Switching des Amps möglich.

5. Hotone Xtomp

Beim Xtomp handelt sich um einen Multieffektprozessor in Bodentretergröße, der per App via Bluetooth gesteuert werden kann und weder für Geldbeutel noch Gigbag eine große Belastung darstellt:

c) Reine Multieffektprozessoren

Diese Kategorie findet man häufig auf Pedalboards als Ergänzung zu analogen Tretminen. So schafft man sich mit dem Besten aus der digitalen und analogen Welt eine pragmatische und sehr flexiblen Einheit.

1. TC Electronic Nova System

Das Nova System bietet als klassisches "Vorschaltgerät" alle erdenklichen Effekte und analoge Verzerrer. 

2. Eventide H9

Das Eventide H9 ist ein Multieffektgerät höchster Güte, das prinzipiell mit verschiedenen käuflichen Effektalgorithmen gefüttert werden kann. Erhältlich sind drei Ausbaustufen: die nahezu leere Core-Version, die Harmonizer-Funktion mit einer speziellen Algorithmus-Auswahl und die voll ausgestattete Max-Version.

3. Line 6 M5, M9 oder M13

Die M-Serie von Line 6 modelt digitale Effektpedale, die sich dann in Presets abspeichern lassen. Auch diverse Verzerrermodelle gehören zum Portfolio. Je nach gewünschter Größe hat man die Auswahl aus dem M5, M9 oder dem Flaggschiff M13.

4. Boss MS-3

Das MS-3 vereint Multieffekt mit einer Looper/Switcher-Option, die drei Bodentreter einschleifen lässt, und bietet somit einen idealen digitalen Sparringspartner für das ansonsten analoge Board:

5. Fractal Audio FX 8

Das FX8 ist speziell für die 4-Kabelanwendung in Kombination mit einem Amp ausgelegt. Es bietet analoge Relaisschaltung, Unity Gain und eine unerschöpfliche Auswahl an Effekten und Verzerrermodellen:

d) Halbanaloge Multieffektboards

In dieser Kategorie finden wir Effektboards, die meist sehr handlich sind und analoge Verzerrer mit zwei bis drei digitalen Effekten kombinieren. Damit eignen sie sich als All-in-one Lösung für das Handgepäck oder als To-Go Variante für das Gigbag.

1. Valeton Dapper

Der Dapper ist in den Ausführungen Standard, Mini und Dark erhältlich. In der Standardversion erhält man zwei Verzerrer, ein tapbares Delay und ein Stimmgerät:

2. Mooer Red Truck

Etwas üppiger ist der Mooer Red Truck ausgestattet, denn hier erhält der Kunde obendrein noch ein Reverb- und Modulationsmodul.

3. Carl Martin Quattro

Das Quattro bietet einen zweikanaligen Verzerrer, Kompressor, Chorus und Tap-Delay. Dabei ist es mit sechs Fußschaltern sehr großzügig bestückt.

4. TRex Soulmate

Auch das Soulmate bietet alle Brot-und-Butter-Effekte, ist allerdings hinsichtlich der Pedalkombinationen speicherbar (ohne Settings) und einen Einschleifweg gibt es auch:

5. Tech 21 Fly Rig 5

Das Fly Rig ist in diversen Ausführungen erhältlich, unter anderem in einer Ritchie-Kotzen-Signature-Variante. Prinzipiell vereint das Pedal einen Verzerrer, einen Preamp mit Speakersimulation und ein Delaypedal in einer Einheit:

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