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Test
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14.08.2014

Denon MC6000MK2 Test

4-Kanal Hybrid-Controller

Die schwarze Macht...

Denon geht mit dem MC6000MK2 ausstattungstechnisch in die Vollen: Das Gerät beherbergt nämlich nicht nur einen vollwertigen 4-Kanal-DJ-Controller, sondern auch einen Standalone-Mischer samt zweier ausgewachsener Mikrofonkanäle. Weitere Features wie professionelle Anschlüsse, eine hochwertige 24-Bit-Soundkarte und umfangreiche Einstellmöglichkeiten unterstreichen den Anspruch des Geräts, eine DJ-Schaltzentrale für (so ziemlich) alle Szenarien zu sein.

Und auch wenn das aufgedruckte Serato-Logo es nahe legt: Der MC6000MK2 versteht sich natürlich auch mit jeder anderen DJ-Software wie beispielsweise Traktor blendend. Wie gut sich dieser vielversprechende Hybrid-Controller in der Praxis schlägt, haben wir mal ausprobiert.

Details

Was die Funktionalität und den mechanischen Aufbau angeht, unterscheiden sich die aktuelle Version und ihr Vorgänger gar nicht so sehr. Blickt man auf die Details werden die Unterschiede sehr wohl deutlich. So sind beispielsweise die Pitch-Fader (besonders der des linken Decks) von der ungünstigen Position rechts oberhalb der Jogwheels an die Außenseite neben den Drehtellern gewandert. Der Effektsektion wurden vier Zuweisungstaster spendiert mit denen sich die Klangverbieger nun frei auf alle Kanäle adressieren lassen. Auf den ersten Blick unsichtbar, klanglich aber ohne Frage eine Bereicherung: Die integrierte, jetzt auch mit 24 Bit wandelnde Soundkarte. Schlussendlich wurde im Layout behutsam ein bisschen Aufräumarbeit geleistet. Exemplarisch: Die Doppelbeschriftung Sample/Hot-Cue ist zugunsten einer einfachen Durchnummerierung (1-4) plus Funktionstaster (Hot Cue/Sample) verschwunden.

Konzept

Der Denon MC6000MK2 darf sich ohne Einschränkung zur Königsklasse der 4-Kanal All-in-One Hybrid-Controller mit integrierter Soundkarte zählen. Sicherer Indikator hierfür sind die vier Kanalzüge samt Klangregelung, sowie eine vollständige Ausgangsbuchsen-Ausstattung mit Master- (RCA und XLR), Booth- (Klinke) und natürlich einem frontseitigen Headphone-Out. Ferner stehen vier Line-Eingänge zur Verfügung, von denen die letzten zwei auch auf Phono-Vorverstärkung umschaltbar sind. Zusätzlich warten direkt zwei Mikrofonkanäle (Klinke/XLR) mit einer vollständigen Klangregelung auf die Zuführung von Audiomaterial. Neben seinen analogen Qualitäten ist der MC6000MK2 ein universeller MIDI-Controller, der mit jeder lernfähigen Software kooperiert. Gebündelt wurde er mit Serato DJ Intro, auf der Denon-Website ist aber auch ein Template zur Befehligung von NI Traktor zu finden.

Ausgepackt...

Neben dem Controller selbst, befördert mein erwartungsfroher Griff in den Karton ein USB-Kabel, eine Schnellanleitung, eine Installations-CD und ein Netzteil zu Tage. Leider wurde auf die 19-Zoll Einbaurahmen, die beim Vorgänger noch zum Lieferumfang gehörten, verzichtet – schade. Wer den Controller jetzt im DJ-Rack integrieren möchte, muss die beiden Metallwinkel nun als Zubehör separat erwerben.

Äußerlichkeiten

Schon beim Herauswuchten aus der Verpackung deutet sich durch das stattliche Gewicht von gut vier Kilo an, dass dem MC6000MK2 ein Vollmetallgehäuse spendiert wurde, welches sich über die Grundfläche von 46 Zentimetern in der Breite, 28 in der Tiefe und 5 Zentimetern in der Höhe erstreckt. Damit ist der Controller der kompakteste, mir bekannte 4-Kanal Hybrid-Controller in dieser Ausstattungsklasse. Das nachtschwarz, angenehm mattiert lackierte Gehäuse wird durch die weiße, gut ablesbare Beschriftung kontrastiert. Besonders im Zentrum des Controllers, rund um die Datei-Navigation sind allerdings so viele Beschriftungen platziert, dass es fast schon ein bisschen beengt wirkt.

Das Zentrum des Controllers bildet die 4-Kanal Mixer-Sektion. Jeder Einzelkanal kann dabei mit den Bedienelementen Cue, Gain, Level, Channel-Select und natürlich einem Line-Fader aufwarten. Zwischen den Kanälen 1/2 und 3/4 wurde eine sieben-segmentige Pegelanzeige platziert, die wahlweise die Lautstärke der ersten beiden, letzten beiden oder die des Master-Signals visualisiert. Den Abschluss nach unten bildet ein 45 Millimeter langer Crossfader. In der oberen Hälfte der Mittelachse finden sich – von oben nach unten: Zunächst einmal zwei frei adressierbare Potis mit On/Off-Taster. Darunter die Datei-Navigation mit Rotary-Push-Encoder und den Funktionstasten Load (L/R), Back, Forward, Panel, View, Area und List. Ein sich anschließender Taster schaltet zwischen Audio- und Video-Modus um.

Arbeiten wir uns weiter nach außen vor und werfen unseren neugierigen Blick auf die beiden identisch aufgebauten Deckhälften. Im Norden startet jede von ihnen mit einer Effektsektion, die mit drei Potis samt On-/Off-Taster, einem Rotary-Push-Encoder, sowie vier Channel-Assign und einen Tempo-Tap-Taster an den Start geht. Darunter folgen Loop-In/Out, Auto-Loop und die eingangs bereits erwähnten Multifunktionstaster, die wahlweise als Hot Cue- oder Sample-Auslöser agieren können. Über das Jogwheel haben es auch noch zwei Deck-Select-Taster (1/3 und 2/4) nebst Shift- und Play-Button geschafft. Die Kontrollräder selbst sind mit 105 Millimetern standesgemäß dimensioniert und die metallische Oberfläche arbeitet als Berührungssensor. Beide Wheels drehen sauber und mit einer Trägheit, die sie auch für kleinere Scratch-Manöver empfiehlt. Darunter: Das bekannte Gespann aus Cue, Play/Pause-, Pitchbend-, Sync- und Vinyl Mode-Taster. Jeweils links und rechts: Die 60 Millimeter langen Pitch-Fader mit Mittenrasterung plus Keylock-Taster. Im Bereich nördlich der Fader unterscheiden sich die beiden Deckseiten. Auf der Westhälfte ist hier nämlich die Laustärke-Regelung für das Mikrofon angebracht. Neben Gain-Potis für beide Mikrokanäle findet man hier On/Off-Taster, ein Regler für die Ducking-Funktion (Sidechain-Kompression) nebst Echo-Schalter. Die obere rechte Flanke startet mit einem Master Volume-Poti, dem sich ein Regler für die Both-Lautstärke und ein Drehschalter für die Quelle (Ch. 1-4, Master) anschließt.  

Während die Frontseite vieler Controllern eher sparsam belegt ist, ist beim MC6000MK2 hier richtig „viel los“. Links startet das Layout mit einer Klinken-Kopfhörerbuchse, die hinsichtlich der Lautstärke und dem Cue/Master-Verhältnis regelbar ist. Zusätzlich kann ich das Vorhören zwischen Split- (Cue/Master, links/rechts) und „normalem“ Cueing umschalten. Es folgen zwei Dreiband-EQs (Low, Mid, High) für die beiden Mikrofonkanäle, sowie ein Poti zur Beimischung eines Echo-Effekts. Den Abschluss nach rechts bilden vier Schiebeschalter mit denen ich die einzelnen Kanäle entweder auf die linke oder rechte Seite des Crossfaders adressieren, oder daran vorbei routen kann. Mit einem Poti kann ich zudem das Regelverhalten des Crossfaders stufenlos von hart auf weich variieren.

Auch die Rückseite des Denon ist ziemlich dicht bevölkert. Von links nach rechts „wohnen“ hier: Zunächst einmal die Strombuchse (inklusive Zugentlastung) und der seitlich geschützte Power-Schalter. Es folgt die ausgesprochen robust ausgeführte USB-Buchse mit einem Schiebeschalter, der festlegt, welches Signal via USB zum Rechner zurückgeführt werden soll (Line/Kanal 3/4, Rec Out/Mic), was natürlich besonders dann von Bedeutung ist, wenn man mit Steuermedien arbeiten möchte (dazu mehr im Praxisteil). Daran an schließen sich der symmetrisch beschaltete Booth- (Klinke) und Master-Out (XLR und RCA). Es folgt eine Erdungsschraube und die vier analogen Eingangskanäle von denen Channel Drei und Vier auf Phono-Eingangsverstärkung umschaltbar sind. Den Abschluss nach rechts bilden die beiden Mikrofoneingänge (1: XRL/Klink-Kombibuchse, 2: Klinke).  

Software

Die Installation der auf Windows-Systemen benötigten ASIO-Treiber gestaltet sich als unproblematisch. Apple-User können sich diesen Schritt sparen, da der Controller automatisch als Core Audio Device erkannt wird. Was allerdings Anwender beider Systeme – sofern sie das gebündelte Serato DJ Intro nutzen wollen -  machen müssen, ist, sich unter Angabe ihrer E-Mail-Adresse das Installationsarchiv von der Serato-Webseite herunterzuladen. Auch hier verlief die Installation auf unserem Testsystem reibungslos. Kurz danach erreichte mich dann noch die Nachricht, dass im Zuge der Integration von Denon in das Firmennetzwerk von „inMusic“ (u.a. Alesis, Numark, Sonivox) künftig alle MC6000MK2s mit der Serato DJ Vollversion ausgestattet werden. Genaue Informationen darüber wie und wo Bestandskunden in den Besitz einer Lizenz kommen, waren allerdings noch nicht zu erfahren.

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