Test
5
06.07.2019

Fazit
(4.5 / 5)

Denon DJ Prime 4 ist eine 4-Kanal DJ-Workstation, mit der sich, ohne einen Computer einsetzen zu müssen, Musikstücke von USB-Datenträgern und SD-Card unter Zuhilfenahme eines 10-Zoll-Multitouchscreens auf vier Kanälen mixen lassen. Und was soll ich sagen? Der Prime 4 setzt Maßstäbe, das Gerät ist state-of-the-art, wirkt wie aus einem Guss. Der Sound ist klasse, der Workflow ist gelungen, die kreativen Bordmittel laden zur Live-Remix-Acton auf bis zu vier Decks ein und der siebenfach verstellbare Touchscreen gehört zum Besten, was aktuell an einer DJ-Konsole zu finden ist. Außerdem lassen sich externe Geräte wie Plattenspieler, CD-Laufwerke oder Instrumente anschließen und die komplette Performance aufzeichnen.

Zwei separat regelbare Mikrofonwege mit Talkover und FX stehen für Moderatoren bereit. Unterschiedliche Musik kann dank professioneller XLR-Ausgänge für Master/Booth sowie einem dedizierten, getrennt beschickbaren Zone-Ausgang auf zwei unterschiedlichen Räume plus Monitoranlage verteilt werden, wobei sich auch Booth und Zone mittels 2-Band-EQ im Klang anpassen lassen.

Prime 4 verfügt wie beim SC5000 über Displays in den Jogwheels, die mit einem zuweisbaren LED-Ring analog der ausgewählten Deck-Farbe illuminieren, Performance-Pads wie beim MCX-8000, OLED-Displays für die 14 integrierten Deck-FX, die aus dem X1800 kommen, sowie vier Sweep-FX und einen hervorragenden Timestretch-Algorithmus. Eine gelungene Symbiose des Denon Know-hows in einer Unit. Die zur Analyse (Tracks, BPM, Key, Tags, Peaks etc.) der Musikbibliothek empfohlene Software „Engine“ gibt es kostenlos dazu. Das Gerät ist aber auch in der Lage, diese Daten selbst on-the-fly zu berechnen, damit die Darstellung von Wellenformen und Auto-Synchronisation et cetera klappt.

Playlist und Crates können ebenso direkt an der Workstation erstellt werden. Eine Bildschirm- oder USB-Tastatur mit Filtern ermöglicht gezielte Suchvorgänge und die diversen Konfigurationsmenüs lassen zahlreiche Benutzereinstellungen zu. Der Prime 4 ist obendrein in der Lage, Tempoinformationen an Programme wie SoundSwitch, Timecode oder Resolume zu senden, womit sich Sound-FX und Visuals synchronisieren lassen. Klar gibt es in meinen Augen hier und da auch Luft nach oben, was Handling und Details angeht, das habe ich im Test erläutert, doch ob diese Aspekte im Einzelfall relevant für den Käufer sind, muss er selbst entscheiden. Als Zielgruppe sehe ich DJs aller Stilrichtungen. Allen voran, aber nicht ausschließlich, mobile Dienstleister Event- und Party-DJs.

Mit 4 USB-Ports, einem SD-Einschub und Festplatteneinbaumöglichkeit können Tausende Tracks mitgeführt werden. Da bleibt wohl kaum ein Musikwunsch ungehört, besonders auch wenn mit einem nächsten Update WiFi freigeschaltet wird und die Konsole Streaming-Media, also Musik von Beatport und Beatsource, Tidal und Soundcloud abspielen kann (zur Meldung). Das deckt ein recht breites Spektrum ab. Ebenso soll auch die umfassende Steuerung für Serato DJ Pro in Zukunft möglich sein.

Als Alternative zum großen Denon-Besteck macht der „Bolide“ ebenfalls eine gute Figur. Prime 4 punktet mit einem hohen Spaßfaktor. Das macht in der Summe 4,5 Sterne und Denon DJs Workstation bekommt eine Kaufempfehlung ausgesprochen. 

  • Pro
  • USB-Mediaplayer, Standalone-Mixer und USB-Audiointerface
  • 4 USB/Engine-Decks
  • guter Klang
  • hoher Spaßfaktor
  • gelungenes Layout und Handling
  • informativer, großer Touchscreen
  • zahlreiche Kreativwerkzeuge
  • kein Laptop nötig
  • Master-Mix-Recorder
  • dedizierter, separat beschickbarer Zone-Out
  • Gerät kann Rekordbox-Libraries einlesen
  • SATA-Festplattenfach
  • Contra
  • Jogwheel-Widerstand nicht regelbar
  • kein Parameter-Regler für Sweep-FX
  • Software-Features in kleinen Punkten (noch) verbesserungsfähig
  • Zone-Out mit (noch) rudimentärer Playlist-Ansteuerung nicht vorhörbar
  • KEY FEATURES
  • 4-Deck standalone DJ-System
  • 10” HD-Multi-Touch Display mit Gestenerkennung
  • eingebauter 2,5” SATA Laufwerksschacht
  • dedizierter XLR-Zone-Ausgang sendet Musik in einen zweiten Raum
  • direkte Audioaufnahme von Sets auf USB-Stick / SD Karte / 2,5" SATA Festplatte möglich
  • robustes 6” Jogwheel aus Metall mit zentralem HD-Display
  • 4 zuweisbare Eingangskanäle für externe Medienquellen
  • 2 dedizierte XLR-Eingänge für Mikrofone mit eigener Steuerung
  • StagelinQ Verbindung für Event/Pro DJ-Beleuchtung und Video-Steuerung
  • spielt unkomprimierte Audioformate ab (FLAC, ALAC, WAV)
  • präzises 24 Bit Denon DJ Legacy Audio
  • 4 USB-Eingänge und 1x SD-Eingang für Musik-Playback
  • unterstützt USB-Tastatur
  • Demnächst verfügbar: umfassende Serato DJ Pro Steuerung, Streaming
  • Abmessungen: 728 x 497 x 104 mm
  • Gewicht: 9,7 kg
  • Preis: 2099,99 € (UVP)
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Auspackbilder findest du hier ->

Denon DJ Prime 4

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