Test
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16.02.2017

Denon DJ MC7000 Test

DJ-Controller

Tiefer gelegt und aufgebohrt

Rein optisch hat Denons neuer Flaggschiff Serato-Controller MC7000 kaum noch etwas gemein mit seinen Vorgängern, dem kompakten MC6000MK2 und MC4000. Er ist größer, bunter, vielseitiger und bietet Vollausstattung in jeder Hinsicht. Selbst der simultane Anschluss von vier externen Zuspielern und zwei Notebooks ist möglich. Serato DJ, Video, Flip und Pitch’n’Time gehören zum Lieferumfang, die UVP von 1189 Euro scheint angemessen. Kann das Gerät auch im Test überzeugen?

Details

Der erste visuelle und physische Kontakt mit dem Denon MC7000 lässt mich dem Testkandidaten ein gelungenes Layout sowie eine hochwertige Verarbeitung und Haptik der Bedienelemente attestieren. Die teils aus Kunststoff, teils aus Metall gefertigte Konsole wiegt 7 Kilogramm und ist mit 664 x 378 X 68 Millimetern eine stattliche Erscheinung. Nichtsdestotrotz ist das Flunder-flache Design höchst ansprechend, dagegen wirkt so mancher Controller-Kollege echt klobig. Hievt man den Probanden auf den Tisch, sorgen an der unteren Kunststoffwanne befestigte, gut 30 Millimeter im Durchmesser betragende Gummifüße für außerordentlich guten Stand.

Oben treffen dann geschmeidige Knobs auf sanft gleitende Fader und ein ansprechendes Jogwheel. Mit Ausnahme der „weichen“ Performance-Pads ist die überwiegende Mehrheit der Tasten aus halbtransparenter, funktionsbedruckter und beleuchteter Hartplastik in adäquater Größe gefertigt. Auch die schneeweißen Aufdrucke am Gehäuse sind gut abzulesen. Die wenigen orangenen Beschriftungen, die nicht ganz so kontraststark zur Geltung kommen, sind eben auch ein gelungener Designkniff.

Anschlussreigen

An der Vorderseite begrüßen lediglich der Regler für die stufenlos einstellbare Kurve des nicht umkehrbaren, aber austauschbaren 40-Millimeter Crossfaders, dem die Mixer-Kanäle pro Seite zugeordnet werden dürfen, so man sie nicht gänzlich davon ausschließen möchte. Gegenüber logieren die Kopfhörerausgänge als Standard- und Miniklinkenbuchsen. „Laut und transparent im Sound“ lautet die Devise. Es kommt zu einem kleinen Leistungsabfall, wenn ich das zweite Headphone anschließe, was darauf schließen lässt, dass sich beide Einheiten einen Verstärker teilen.

Der Rest der Anschlüsse findet sich hinten ein, darunter gleich zweimal XLR für die Booth und den Master, der sich auch Mono schalten lässt. Eingangsseitig stehen vier Cinch-Paare bereit, zwei davon Line, zweimal Phono/Line. Außerdem ist der MC7000 Serato DVS Upgrade-Ready und erlaubt, die DJ-Software über Plattenspieler und Timecode-Vinyl zu steuern. Das Plug-in kostet aktuell 99 Euro. Die Tonträger liegen bei rund 40 Euro.

Ebenso auf der Hinterseite platziert: die beiden USB-Anschlüsse für DJ-Teams oder -Handover. Sitzt der Stecker erst einmal in einer der beiden Buchsen, gibt sie ihn nur ungern wieder her. Die Zuweisung der Notebooks erfolgt via Drucktaster über den Kanälen des Vierkanal-Mischpults, deren Quellwahlschalter erlauben, externe Quellen und USB-Decks in die Kanalzüge zu schicken. Neben der Aufholverstärkung trifft man dort auf einen Dreibänder, Cue-Tasten der Deckfarbe entsprechend (orange/blau) und ein bipolares Filter. Standard. In der Mitte sitzen die obligatorischen Lautstärkeregler für Master-, Booth- und Kopfhörer, letztgenannter mit Split-Cue und Cuemix-Poti, beim 8000er ist das rechts außen zu finden. Den Abschluss bildet ein Poti für die Lautstärke des Serato Samplers.

Decks

Die Decks (links für Player 1/3, rechts für Player 2/4) weisen, mal abgesehen von den Effektsektionen, ein spiegelsymmetrisches Layout auf, was im ersten Moment etwas irritiert, wenn man Hardware-Zuspieler gewohnt ist: Man ist geneigt, die Play-Taste auf der jeweils linken „Deck-Seite“ zu suchen, dort ist allerdings beim linken Player der Schleifenbaukasten platziert.

Ebenso eigentümlich: Die beiden Mikrofonsektionen sitzen jeweils an den oberen Außenflanken und sind abweichend bestückt, da die nordwestliche Abteilung mit einem Zweiband-EQ und dem gemeinsamen Talkover antritt, die nordöstliche hingegen mit einem Tone-Knopf und regelbarem Echo-Effekt (ebenfalls für beide Mikrofone, das ist beim MCX8000 separat schaltbar). Einen Einschaltknopf und Pegelsteller haben natürlich beide und irgendwie spart diese Anordnung Platz und hat es sicherlich auch Charme, dass man sich hier aussuchen kann, ob einem ein Tone-Knopf für die Stimmfärbung reicht.

Ansonsten tummelt sich auf der Bedienoberfläche all das, was man als Serato Controller-DJ in den letzten Jahren zu schätzen gelernt hat, beginnend mit den Effektsektionen (drei Regler und Tasten, dazu Beat-Encoder, Tap, Effektmodus und -selektion via Shift) über die Schleifenbinderei (automatische und manuelle Loops, Faktorisierung, Reloop etc.). Dazu Slip-, Censor-, Vinyl- und Reverse-Mode, Beatgrid-Tasten und natürlich die knallbunt beleuchteten, hinsichtlich der Anschlagdynamik-Kurve nicht einstellbaren, aber gut anzuspielenden 23 mm großen Performance-Pads nebst Parameter-Tasten. Folgenden Betriebsarten sind möglich:

  • Cue
  • Cue Loop
  • FlipRoll
  • Saved Loop
  • Slicer
  • Slicer
  • Loop
  • Sampler
  • Velocity Sampler
  • Pitch Play

Es ist nicht von der Hand zu weisen: Denon DJ haben sich beim Layout an die MCX8000-Workstation angelehnt.

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