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24.05.2018

Cubase 9.5 Crashkurs #4 - Der Mixdown

Workshop: Mixing mit Cubase 8

Abmischen mit der Cubase 8 MixConsole

Bisher haben wir mit Beats produziert, Vocals und Instrumente aufgenommen und alle Audiospuren fein säuberlich bearbeitet. Der nächste Schritt in der Produktion ist der sogenannte „Mixdown“ in dem wir alle Audio- und MIDI-Spuren abmischen. Doch wie verwendet man Cubase für einen solchen Mixdown?

Die zentrale Steuereinheit beim Abmischen ist das Mischpult (engl. Mixer/Console). Wie alle DAWs hat auch Cubase ein Mischpult in virtueller Form namens „MixConsole“, in dem alle Spuren eines Songs zusammengemischt werden, um sie am Ende als Stereo-Spur zu exportieren. Und genau um diese MixConsole geht es in dieser vierten Folge unseres Crashkurses.

MixConsole

Jede Spur unseres Songs wird uns in der MixConsole als Mixer-Kanal angezeigt. Ein Kanal besteht wiederum aus einzelnen Sektionen, die wir uns nun einmal genauer anschauen.

Kanalzüge

Das Herzstück der MixConsole ist der Kanalzug-Bereich. Hier werden die Spuren eines Projekts in derselben Reihenfolge angezeigt, wie sie im Arrangier-Fenster angeordnet sind. Beim Mixdown beginnt man meist damit, die Lautstärkeverhältnisse der Spuren mit den Lautstärkereglern (engl. Fader) herzustellen. Rechts neben den Fadern werden die aktuellen Pegel der Spuren angezeigt. Wird die Lautstärke einer oder mehrerer Spuren zu laut geregelt, warnt uns eine rote Übersteuerungsanzeige am Stereo-Ausgang. Spätestens jetzt sollten entsprechende Spuren heruntergeregelt werden. Durch einen Klick mit der Maus kann die Übersteuerungsanzeige wieder zurückgesetzt werden. Achtet beim Mixdown immer darauf, dass der Stereo-Ausgang nicht übersteuert. Falls der Song später einmal gemastert werden soll, empfiehlt es sich, den Stereo-Ausgang nicht über -6 dBFs zu pegeln, um den sogenannten „Headroom“ zu bewahren, der Voraussetzung für die Durchführung eines Masterings ist.

Panorama

Um die Spuren im Stereobild zwischen links und rechts positionieren zu können, gibt es den Panorama-Regler, welcher standardmäßig im Center, also genau mittig positioniert ist. Damit die Spuren zwischen linker und rechter Seite verteilt werden können, schiebt man den Regler anteilig auf die entsprechende Seite. Dafür gibt es im Grunde zwar keine festgelegten Regeln, allerdings ist es oftmals hilfreich, sich die Instrumentalisten und Sänger aus Zuschauersicht eines Konzertes vorzustellen und die Spuren dementsprechend zu positionieren

Mute & Solo

Um uns beim Mixdown auf einzelne Spuren zu konzentrieren, können wir sie mit „S“ auf Solo schalten, um sie alleine abzuhören. Andersherum können die Spuren mit „M“ auch stummgeschaltet werden.

Kanal-Racks

In den Kanal-Racks befinden sich für jeden Kanal weitere Funktionen, die in Racks organisiert sind und sich nach Bedarf aufklappen lassen. Über Standardfunktionen wie Insert-Effekte oder Send-Slots hinaus gibt es in Cubase weitere Racks. Schauen wir uns die Racks doch einmal genauer an.

Inserts

Damit wir unsere Spuren mit „Einschleif-Effekten“ (engl. Inserts) bearbeiten können, werden diese im entsprechenden Kanal insertiert. Das macht man immer dann, wenn der Effekt nur für diesen einen Kanal angewendet werden soll. Möchten wir beispielsweise unsere Vocal-Spur komprimieren, wählen wir unter „Inserts → Dynamics“ einen Kompressor aus. Der Kompressor wird somit in den Kanal eingeschliffen, daher der Name Einschleif-Effekt.

Sends

Möchten wir unseren Spuren mit einem Effekt nur anreichern, etwa einen Hall, Delay oder Chorus hinzufügen, arbeiten wir hierbei mit Zumisch-Effekten (engl. Send-Effects). Der Effekt wird dem Original nur anteilig hinzugemischt. Ein Vorteil von Send-Effekten ist es, dass mehrere Kanäle diesen einen Effekt nutzen können. Zudem spart man unter der Verwendung von Send-Effekten auch noch Rechenleistung, da dieser Effekt nicht mehrfach in jeden Kanal eingeschliffen werden muss, wie es bei Insert-Effekten der Fall ist.

Um den Gesang beispielsweise mit einem Hall zu versehen, müssen wir dazu erst einen Effekt-Kanal anlegen. Dazu selektieren wir die Spuren, die mit diesem Effekt angereichert werden sollen und wählen mit einem Rechtsklick mit der Maus „Effektkanal hinzufügen“. Unter „Reverb“ wählen wir unseren Hall aus, etwa der Roomworks. Mit einem Klick auf „Spur hinzufügen“ wird der Effektkanal angelegt und der Effekt wird geöffnet. Wichtig ist hierbei, dass der Dry/Wet- bzw. Mix-Regler auf 100 % gestellt wird. In den Kanal-Racks finden wir unter „Sends“ nun den Effekt, in diesem Fall den Roomworks, welchen wir anwählen und mit einem Klick auf den linken Kreis aktivieren. Mit dem Send-Regler kann der Effekt nun anteilig hinzugemischt werden./p>

Equalizer

Mit dem Entzerrer (engl. Equalizer) können den Spuren Frequenzanteile entzogen werden, um beispielsweise störende Frequenzen abzusenken. Man kann auch gewisse Frequenzen betonen, um das Signal zum Beispiel mit einer Betonung der hohen Frequenzen etwas brillanter zu gestalten. Um den Equalizer mit einer grafischen Darstellung der Frequenzen in Cubase aufzurufen, öffnen wir ihn mit einem einfachen Klick in der EQ-Sektion.

Strips

Die MixConsole bietet mit den „Strips“ sogenannte Module, die mit Gate, Kompressoren und virtuellen Röhren- und Bandsättigungen einiges bieten, um die Spuren von subtil bis extrem zu bearbeiten. Möchten wir der Spur mehr „Wärme“ verleihen, können wir beispielsweise unter „Sat“ die „Tube Saturation“ wählen und mit dem Drive-Regler den Sound mit einer virtuellen Röhrensättigung anreichern.

Mit den Funktionen der MixConsole ist es möglich, kleinere, aber auch sehr komplexe Projekte abzumischen. Die Vorgehensweise bei einem Mixdown kann je nach Musikstil, Song und sogar individuell nach Mixing-Engineer sehr unterschiedlich sein. Da ihr nun die Funktionen der MixConsole von Cubase kennt, möchtet ihr zum Thema Mixdown vielleicht mehr erfahren. Hierzu kann ich euch den Workshop zum Thema Mixdown meines Kollegen Nick Mavridis wärmstens empfehlen. 

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