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Test
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20.08.2020

Cherry Audio Voltage Modular 2 Nucleus Test

Freeware-Modular-Synth

Als Instrument und als Effekt!

Modularsynthese ist in aller Munde – sich seinen Traumsynthesizer aus verschiedensten Oszillatoren, Filtern, Dämpfern, Hüllkurven und Effekten zusammen zu bauen, ist nach Jahren des Schattendaseins seit einiger Zeit im Aufwind. Die Softwareseite hat nicht lange auf sich warten lassen und die Zahl der Modular-Synth-Plugins und -Programme wächst. Alte Hasen wie Reaktor von Native Instruments oder Modular von Softube, große Nerd-Communities, wie die um VCV Rack, dem Freeware-Instrument, das es leider momentan nicht als Plugin gibt, balgen sich um die Gunst der Sounddesigner. 

Cherry Audio drängt in diesen dicht besiedelten Markt mit seinem „Voltage Modular“, hat im Mai 2020 bereits Version 2 veröffentlicht und im Zuge des weltweiten Lockdowns die im Vergleich zur großen Standardversion abgespeckte „Nucleus“-Variante kostenlos zur Verfügung gestellt. Wermutstropfen gleich zum Anfang: „For the forseeable future“ (bis auf Weiteres) schreibt Hersteller Cherry Audio auf der Produktseite von Nucleus. Es kann also sein, dass ihr irgendwann auf die Seite geht und Cherry Audio sich entschieden hat, für diese Version wieder Geld zu verlangen. 

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Details & Praxis

Synthesizer bauen

Cherry Audio hat früh verstanden, dass es bei einem Modular-Synthesizer wie dem Voltage Modular von Anfang an darum geht, eine Community an Bastlern und Bastlerinnen aufzubauen. Schaut man bei der Konkurrenz wie Reaktor oder VCV Rack sind die Myriaden an Nerds, die neue Presets hochladen, neue Module entwickeln oder bestehende umprogrammieren, essenzieller Teil des Ganzen. Und so gibt es eine offizielle Facebookgruppe und ein Forum, wo man sich bei Fragen an die Community wenden, eigene Patches oder Module für Voltage Modular präsentieren oder die von anderen bereitgestellten testen kann.

Zum Start fordert man unten auf der Downloadeite mit seiner E-Mail-Adresse bei „Redeem“ einen Produktcode an, löst diesen im bei Cherry Audio angelegten Profil ein, lädt den Installer herunter und gibt die auf der Webseite angegeben Login-Daten dann im Plugin oder in der Stand-alone-Version ein. Lädt man nur den Installer herunter, ohne diesen Code eingelöst zu haben, gibt es im Voltage Modular Nucleus keine Module. 

Auf die Kabel, fertig, los!

Die großen Kabelwände von Modularsynthesizern können gerade bei all denen, die gerade erst einsteigen, für Verwirrung sorgen. Einen Signalverlauf und Kabelwegen zu verfolgen, hat für manche nicht viel mit Musikmachen zu tun. Im Cherry Audio Voltage Modular gibt es zwei Wege, diesen Einstieg etwas leichter zu gestalten. Entweder man lädt eines der mitgelieferten Presets oder fängt mit einem ganz kleinen Synthesizer selbst an. 

Entscheidet man sich für das Starten mittels eines Presets, kann es anfangs passieren, dass man aus dem Presetbrowser eines lädt, wo nichts zu hören ist. Im Instrument sind nämlich auch die Presets enthalten, die Module brauchen, die nicht in der Nucleus-Version enthalten sind. Das sieht man immer daran, dass einige Module ausgegraut sind und über ihnen ein „Info“-Button schwebt. Praktischerweise gibt es aber ein Menü, das die Auswahl der Presets auf die beschränkt, die in der Nucleus-Version auch funktionieren. Nach einigem Ausprobieren fangen wir ganz klein an und wählen „Basic Sawtooth“ aus der Kategorie „Basic“.

Presets verändern

Fünf Module begrüßen uns im bunten Interface: Ein Oszillator, ein Filter und ein Amp, dazu zwei Envelopes, wovon die erste mit dem Filter und die zweite mit dem Amp verbunden ist. So weit, so gut. Wie wäre es, einen Effekt wie das Delay einzuschleifen, bevor der Amp in die Main Outs geht? Gesagt, getan. Aus der Modulliste links ziehen wir diesen Effekt neben das Amplifier-Modul und lösen oben das rote Kabel aus den Main Outs. Dieses geht nun in den Input des Delayeffekts. Noch ist nichts zu hören, denn das Signal läuft ins Leere – nichts geht an den Main-Outs-Ausgang. Also ziehen wir frische Kabel von den „+/-“-Ausgängen des Delays zu den beiden Eingängen des Main Outs. Und schon ertönt zu unserem Sägezahn-Ton ein Echo.

Diese Möglichkeit des freien Experimentierens und stundenlangen Kabelziehens ist der große Anreiz, aber auch die große Hürde von Modularsynthesizern. Wem das Kabelwirrwarr zu dicht und undurchschaubar wird, der kann oben in der Mitte auf dem karierten Symbol bestimmen, wie durchsichtig diese sind. Und natürlich ist die Nucleus-Version mit ihren 22 Modulen nur die Spitze der Spitze des Eisbergs. Die kostenpflichtigen größeren Versionen zeichnen durch sich eine Vielzahl an Modulen und Presets aus.

Sound

Wie erwähnt, sind einige der Presets nicht abspielbar, da sie zusätzlich, kostenpflichtige Module benötigen. Aber die, die man anspielen kann, klingen warm, druckvoll und für ein Plugin ordentlich analog. Auch hier gibt es im eigenen Forum einen regen Austausch an Presets und Usern, oftmals extra markiert, wenn sie auch mit der Nucleus-Version funktionieren.

Fazit

Voltage Modular Nucleus von Cherry Audio ist ein hervorragender Einstieg in die Welt der Modularsynthese. Gerade die Einschränkung auf wenige Module lässt Einsteiger:innen erst einmal die Möglichkeiten von diesen Modulen erkunden und dann auf größere Versionen umsteigen. Platzsparender als echte Modularsynth-Wände ist das allemal. 

  • Pro
  • Toller Analogsound
  • Eigene Synthesizer und Effekt erzeugen
  • Einstieg in die Modularsynthwelt
  • Kabel können durchsichtig gemacht werden für bessere Übersicht
  • Contra
  • Features
  • 22 Modules
  • Voltage Modular Software
  • 176 Presets
  • Auch als Standalone
  • Systemvoraussetzungen
  • Mac: Mindestens OS X 10.9, 64-bit.
  • Quad-core CPU, 8GB RAM empfohlen.
  • AU, VST, VST3, und AAX, Standalone.
  • Windows: Mindestens Windows 7, 64-bit.
  • Quad-core CPU, 8GB RAM empfohlen.
  • VST, VST3, und AAX, Standalone.
  • Preis
  • Nucleus Version: aktuell kostenlos

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