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Test
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20.03.2015

Casio WK-240 Test

Portable Keyboard mit 76 Tasten

Große Tastatur für kleine Budgets

Das Casio WK-240 ist das günstigste Portable Keyboard mit 76 Tasten, das man derzeit kaufen kann. Im bonedo-Test muss sich das Keyboard beweisen: Können beim Casio WK-240 neben dem Preis auch die inneren Werte überzeugen?

Mit dem WK-240 wird Casio seinem Ruf als Preisbrecher gerecht: Ein Keyboard mit einer anschlagdynamischen Tastatur mit 76 Tasten gibt es zu diesem Preis sonst höchstens gebraucht. Der Hersteller sortiert das WK-240 als das Topmodell seiner „Standard Keyboards“ ein, was eine gewisse Verwandtschaft zum CTK-2400 und CTK-4400 vermuten lässt. Wir haben das WK-240 auf die bonedo-Teststrecke geschickt und überprüft, ob nicht nur der Preis, sondern auch die Qualität stimmt.

Details

Gehäuse

Das WK-240 sieht auf den ersten Blick aus wie ein überdimensionales CTK-4400. Das Gehäuse besteht aus dem gleichen silbergrauen Plastik, die Lautsprecherabdeckungen aus dem gleichen schwarzen Stoff mit darunter liegenden Plastikgittern. Das Material macht nicht den allerhochwertigsten Eindruck, aber das war zu diesem Preis auch nicht zu erwarten. Für den Hausgebrauch und gelegentliche Transporte ist das Keyboard allemal stabil genug. Mit knapp 7 kg hält sich das Gewicht zudem erfreulich in Grenzen, insbesondere für ein Instrument mit sechseinhalb Oktaven.

Wie die kleinen Geschwister aus der CTK-Reihe lässt sich das WK-240 statt mit dem mitgelieferten Netzteil auch mit Batterien betreiben, wofür es ein Fach für sechs Monozellen (D) am Gehäuseboden besitzt. Im Lieferumfang befinden sich außerdem ein Notenpult zum Aufstecken, die Bedienungsanleitung und zwei Songbooks mit den Noten für die integrierten Songs und Übungsstücke. Der Notenhalter ist aus recht billig wirkendem Plastik wie bei ausnahmslos allen günstigen Keyboards, erfüllt aber seinen Zweck. Leider nicht mitgeliefert wird hingegen ein Sustainpedal, dieses sollte man also bei der Anschaffung gleich mit einplanen.

Bedienfeld

Das Bedienfeld des WK-240 rief bei mir gleich ein Déjà-vu hervor und der zweite Blick bestätigt die Vermutung: Es ist exakt identisch mit dem des CTK-4400. Auf der linken Seite befinden sich der Netzschalter, der Lautstärkeregler, sechs Taster zur Steuerung der Begleitautomatik und zwei für das Tempo. Außerdem gibt es hier einen leuchtend gelben Knopf für den „Virtual Hall“, einen für den Rhythmuseditor und einen für das Metronom.

In der Mitte liegt das blau beleuchtete Display, das ebenfalls vom CTK-4400 bekannt ist, aber beim WK-240 geringfügig größer ausfällt. Es zeigt die gewählten Klänge, Rhythmen, Songs und „Music Presets“ an (aber leider nicht alles gleichzeitig) und gibt Auskunft über diverse weitere Funktionen des Keyboards. Außerdem enthält es Tastatur-, Fingersatz- und Notengrafiken, die vor allem bei der Verwendung der integrierten Übungsfunktionen zum Einsatz kommen. Unterhalb des Displays befinden sich sechs Taster für den Registrierungsspeicher mit 32 Plätzen, die zugleich zur Bedienung ebendieser Übungsfunktionen dienen.

Rechts findet man die Abteilung zur Auswahl von Klängen, Rhythmen, Songs und „Music Presets“. Man selektiert mit einem der vier Taster rechts vom Display, was man einstellen möchte, und trifft dann die Auswahl mit Hilfe des Ziffernblocks oder der Plus-/Minus-Taster. Außerdem gibt es hier eine Reihe von Funktionstastern für die Split- und Layer-Funktionen, die automatische Harmonisierung bzw. den Arpeggiator, den integrierten Recorder und zum Aufrufen eines Menüs mit erweiterten Einstellungen. Hier findet man auch den von den meisten anderen Casio Keyboards bekannten Knopf namens „Piano/Organ“, der das Keyboard mit einem Druck auf einen Klavier- oder Orgelsound einstellt.

Viele Taster haben beim WK-240 Zweitfunktionen, die durch langes Drücken erreicht werden. Manchmal kann man sich dadurch den Weg durch das lange Function-Menü sparen und beispielsweise die Seiten für die Auswahl des Harmonisierungstyps oder die Taktart des Metronoms direkt aufrufen.  

Anschlüsse

Rückseitig bietet das Casio WK-240 wie das CTK-4400 einen Kopfhörerausgang, einen Audioeingang (Miniklinke), eine Buchse für ein Sustainpedal und einen USB-Anschluss. Der Kopfhörerausgang ist zugleich die einzige Möglichkeit, das Keyboard an eine Verstärkeranlage anzuschließen, wofür man also einen entsprechenden Adapter bzw. ein sogenanntes Y-Kabel braucht. Hinzu kommt beim WK-240 ein regelbarer Mikrofoneingang (Klinke) für ein dynamisches Mikrofon, der für die Verwendung der Sampling-Funktion gedacht ist. Diesen gibt es beim CTK-4400 nicht – die größere Tastatur ist also doch nicht der einzige Unterschied! Der USB-Anschluss überträgt MIDI-Daten, um das Keyboard in Verbindung mit einer Musiksoftware oder einem anderen MIDI-Gerät verwenden zu können. Außerdem kann man sich auf der Casio Website eine Data-Manager-Software herunterladen, mit der man Daten wie Anwender-Songs, Registrierungen und User-Rhythmen zwischen dem Keyboard und einem Computer austauschen kann. Diese Software ist bislang leider nur für Windows-Computer erhältlich.

Lautsprecher

Obwohl die größeren Stoffabdeckungen des WK-240 größere Speaker suggerieren, sind die darunter liegenden Lautsprecher mit 12 cm genauso groß wie beim CTK-4400. Auch die Verstärkungsleistung ist mit 2x 2,5 Watt identisch. Der Sound ist keine Offenbarung, ist für ein so günstiges Keyboard aber im Bereich des Üblichen. Zudem kommt es mir so vor, als sei der Klang beim WK-240 etwas runder und voller als beim kleinen Bruder, was einfach am größeren Gehäuse liegen könnte. Mit den ausgeklügelten Lautsprechersystemen höherklassiger Keyboards kann das WK-240 natürlich nicht mithalten, insgesamt bleibt der Klang etwas flach und eindimensional und bei hoher Lautstärke kommen die Verstärker und Lautsprecher an ihre Grenzen. Für den Hausgebrauch ist man hier zu diesem Preis aber ganz gut bedient.

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