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Test
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05.01.2018

Praxis

Klang

Das Casio AP-270 Celviano verfügt über 22 Klangfarben. Darunter sind zwei Flügelklänge, die jeweils in den drei Varianten Concert, Mellow und Bright vorliegen. Drei weitere Pianoklänge sind mit Modern, Rock und Jazz betitelt. Die übrige Klangpalette umfasst die üblichen Zugaben wie E-Pianos, Orgeln, Vibraphon, Cembalo, Streicher und einen Bass.

Die Flügelklänge arbeiten mit Casios „AiR“-Technologie (Acoustic and Intelligent Resonator). Diese Technologie, mit der Casio vor einigen Jahren einen deutlichen Qualitätssprung bei seinen Digitalpianos gemacht hatte, soll unter anderem dafür sorgen, dass es keine hörbaren Sprünge zwischen einzelnen Samples und Anschlagstärken mehr gibt. Die Polyphonie wurde gegenüber dem Vorgängermodell von 128 auf 192 Stimmen erweitert. Das reicht auch für Akkordspiel mit viel Pedaleinsatz und kann sich in dieser Klasse sehen lassen.

Das Grand Piano 1 gefällt mir sehr gut. Es handelt sich dabei um einen gefälligen Flügelklang, der sich in vielen Stilistiken wohl fühlt. Wenn die Concert-Variante mal nicht passt, stehen mit „Bright“ und „Mellow“ zwei alternative Versionen zur Verfügung, die auf denselben Samples basieren und den gleichen Grundklang bieten, aber eine etwas hellere bzw. gedecktere EQ-Einstellung haben. Das Grand Piano 1 hat einen großen Dynamikumfang und klingt fast immer gut – einzig im Fortissimo vermag es nicht ganz die Wucht zu vermitteln, die ein echter Flügel entfaltet. Im Ausklang macht sich eine leichte Künstlichkeit bemerkbar. Das liegt wohl an den Sample-Loops, die auch durch die AiR-Technik nicht ganz kaschiert werden können. Aber das fällt nur bei lange gehaltenen Akkorden auf und stört beim normalen Spiel kaum.

Das zweite Grand Piano gefällt mir ebenfalls gut. Es kommt etwas drahtiger und schmaler als das Grand Piano 1 daher, klingt aber insgesamt auch recht ausgewogen und lässt sich in vielen Bereichen einsetzen. Auch hier gibt es zusätzlich die „Bright“- und „Mellow“-Varianten.

Auf Merkmale von Digitalpianos der Oberklasse, wie etwa einstellbare Saitenresonanzen, muss man bei den Flügelklängen des AP-270 verzichten. Immerhin gibt es aber ein Dämpfergeräusch beim Treten des Pedals. Manchmal wirkt das ein bisschen künstlich, weil dabei immer dasselbe Sample erklingt. Auf Wunsch kann man das Dämpfergeräusch aber auch deaktivieren.

Die übrigen Klänge des AP-270 Celviano reichen qualitativ nicht an die Flügelklänge heran. Das ist bei einem Digitalpiano zwar nicht ungewöhnlich, aber bei einigen dieser Sounds fragt man sich schon, wofür man sie gebrauchen soll. Die E-Pianos gehen noch in Ordnung, auch wenn sie es bei weitem nicht mit wirklich guten Rhodes- und Wurlitzer-Simulationen aufnehmen können. Auch das Vibraphon und das Cembalo klingen akzeptabel. Bei den Orgeln und Streichern geht es dann aber arg bergab. Letztere sind eigentlich nur als leise Zugabe innerhalb eines Piano-Strings-Layers verwendbar. 

Apropos Layer: Das AP-270 Celviano kann zwei Klänge übereinanderschichten. Diese Funktion gehört zu denjenigen, die auf dem Bedienfeld nicht aufgedruckt sind – man findet sie also nur, wenn man die Anleitung liest. Um ein Layer zu erzeugen, muss man eine Kombination aus Funktionstaster und einer Klaviaturtaste drücken und kann dann den zweiten Klang auswählen. Das Mischungsverhältnis ist über weitere Tastenkombinationen einstellbar. Auch ein Split ist möglich, allerdings nur mit dem Basssound in der linken Hand. Zusätzlich gibt es den Duett-Modus, der die Tastatur in zwei Hälften teilt, die mit dem gleichen Klang belegt sind. Das ist insbesondere zu Unterrichtszwecken interessant.

Mit einem Hall- und einem Chorus-Effekt lassen sich die Klänge noch etwas verfeinern. Der Hall bietet vier verschiedene Hallräume, die über Tastenkombinationen ausgewählt werden. Weitere Einstellmöglichkeiten gibt es nicht. Die Qualität ist nicht berauschend, geht aber für ein Digitalpiano dieser Preisklasse noch in Ordnung. Hier hört ihr die verschiedenen Halleffekte (aus, Hall 1-4):

Auch beim Chorus gibt es vier verschiedene Typen, zwischen denen man mit einer Tastenkombination wechseln kann. Merkwürdig fand ich dabei, dass die Choruseffekte ausgerechnet bei den E-Piano-Klängen, wo sie eigentlich besonders nützlich wären, kaum wahrnehmbar sind. Vermutlich liegt das an einer Programmierung, die bei diesen Klängen den Chorus-Anteil reduziert. Da wäre es schön, wenn man den Anteil selbst justieren könnte!

Recorder

Das AP-270 Celviano besitzt einen einfachen MIDI-Recorder, mit dem man sein Spiel aufzeichnen kann. Die Betonung liegt hier auf „einfach“, denn der Recorder speichert nur maximal einen Song, wobei man zwei Spuren nacheinander einspielen kann. Zwar besteht die Möglichkeit, den Speicherinhalt per USB auf einen Computer zu übertragen, um Platz für weitere Songs zu schaffen, aber es wäre schon schön, wenn es direkt im Piano ein paar weitere Speicherplätze gäbe. Das erscheint umso merkwürdiger, weil im Song-Bereich durchaus Platz für zehn Benutzer-Songs zur Verfügung steht – diese lassen sich aber nicht selbst aufzeichnen, sondern nur per Computer befüllen.

Songs und Concert Play

Im Speicher des Digitalpianos befindet sich eine Musikbibliothek mit 60 Klassikern der Klavierliteratur von Bach bis Satie. Bei der Wiedergabe kann man die linke oder rechte Hand deaktivieren, um sie selbst zu üben. Außerdem gibt es zehn Benutzer-Speicherplätze, die man per USB-Verbindung mit weiteren Songs bestücken kann. Das AP-270 kann mit MIDI-Files und mit Dateien im Casio-eigenen Format CM2 umgehen.

Die Funktion „Concert Play“ stellt zehn Stücke mit Orchesterbegleitung bereit. In einem Übungsmodus kann man selbst zum Orchester spielen und den Klavierpart übernehmen. Auch hier ist es möglich, die linke und rechte Hand getrennt zu üben. Manchmal wünscht man sich dabei allerdings einen Dirigenten, denn das Orchester interpretiert das Tempo frei und authentisch, und das Metronom kann im „Concert Play“-Modus nicht verwendet werden. Alles in allem empfinde ich diese Funktion eher als ein Gimmick, wenn auch ein schönes!

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