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Test
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04.04.2021

Cakewalk by BandLab Test

Freeware-DAW

Alte DAW, neuer Name

 

BandLab ist eine Music-Creation-Plattform, ähnlich wie seinerzeit Myspace, die aber auch Sample-Packs, Drum-Kits und Loops liefert. Ohne DAW kann allerdings keine Musik gemacht werden, deshalb entschied man sich dazu, auch gleich eine eigene Musiksoftware anzubieten. 

Neu ist die an sich nicht, denn es gab sie bereits früher unter dem Namen Sonar. Jetzt heißt sie aber Cakewalk mit dem Beinamen by BandLab und kostet nicht einmal etwas. Wir haben die Freeware-DAW für euch getestet. 

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Allgemeines

Die Installation von Cakewalk läuft über den sogenannten BandLab Assistant; eine App, über die man Dateien bei BandLab hochladen, Sound-Files wie Sample-Packs oder Drum-Kits und eben auch Software herunterladen kann. Zuerst muss auf der Seite des Herstellers ein Account angelegt und anschließend der BandLab Assistant installiert werden, dann kann von dort aus Cakewalk installiert werden. 

Werden alle Sounds mitinstalliert, braucht man 3 GB Festplattenplatz. Die DAW ist momentan nur für Windows ab Version 7 und auch nur in 64 Bit erhältlich.

Das GUI wirkt bekannt und ist flexibel

Optisch wirkt Cakewalk relativ vertraut, das liegt zum einen am dunkelgrauen GUI, denn diese oder ähnliche Farben werden von den meisten zeitgenössischen DAWs genutzt, zum anderen ist aber auch der grundlegende Aufbau der Bedienoberfläche bekannt. In den Einstellungen kann zusätzlich ein heller Modus ausgewählt werden.

Am oberen Rand befindet sich das Transport-Fenster und wird durch Module für Werkzeuge und Rechner-Performance ergänzt. Das Arrangement-Fenster mit Audio, MIDI- und Automationsspuren bildet den Kern des Programms, hinzu kommen ein Mixer, zwei separate Kanalzüge ganz links außen, für die jeweils ausgewählte Spur und den Master-Kanal, wie man das von Logic her kennt, ein Editor-Fenster für Audio- und MIDI-Bearbeitung und ein Datei-Browser, die alle ausgeblendet werden können. Als praktisch könnte sich für Cakewalk-Einsteiger auch das Hilfemodul erweisen, dass bei jedem Arbeitsschritt eine passende Erklärung liefert.  

Interessant finde ich die Arbeitsbereich-Funktion, über die das GUI personalisiert gestaltet und dann auch abspeichert werden kann. Sechs Presets sind bereits vorhanden, die alle einem bestimmten Zweck zugeordnet wurden. Make Beats blendet standardmäßig den Drum-Sampler, Matrix genannt, ein, Basic zeigt nur die nötigsten Controls und Advanced bietet so gut wie jedes verfügbare Fenster. So lässt sich im Prinzip jedes Modul ein- und ausblenden und das GUI damit an unterschiedliche Projekte anpassen. 

Native Plugins und Sounds

Es sind 19 native Standard-Effekte wie Kompressor, Reverb, Delay, Distortion, Phaser, Chorus und zwei EQs mit an Bord. Die Bedienoberflächen wirken etwas altmodisch, aber klanglich macht die Grundausstattung von Cakewalk eine gute Figur, damit lässt sich durchaus vernünftig arbeiten. Hinzu kommen zahlreiche FX-Chains, die dann mehrere Effekte kombinieren. Besonders zu erwähnen sind zwei Effekte bekannter Firmen, denn Melodyne 4 und die Amp-Simulation TH3 von Overloud sind ebenfalls enthalten. Wer noch mehr Auswahl braucht, kann Drittanbieter-Plugins uneingeschränkt nutzen.   

Bei den Instrumenten sieht es dagegen etwas mager aus, denn im mit Cakewalk ebenfalls installierten Studio-Instruments-Pack sind nur vier Instrumente enthalten: Bass Guitar, Drum Kit, Electric Piano und String Section. Das ist als Grundausstattung in Ordnung, berücksichtigt aber nur klassische Instrumente. Elektronische Sounds sucht man in Plugin-Form leider vergeblich und auch der implementierte General-MIDI-Synthesizer hilft da nicht wirklich. Beim Thema Instrumente wird man bei Cakewalk also kaum um Drittanbieter-Plugins herumkommen.

Was Sounds anbelangt, bietet BandLab dafür eine reiche, um nicht zu sagen riesige, Auswahl an Grooves, Loops One-Shots und Samples, die im BandLab Assistant vorgehört und dann direkt von dort per Drag-and-drop in Cakewalk importiert werden können. Über die Browse-Funktion lassen sich die Ergebnisse über verschiedene Stilistiken filtern. Die folgenden Beats bestehen ausschließlich aus Loops von BandLab und wurden ausschließlich mit Cakewalk-Effekten bearbeitet.   

Workflow und Funktionen

Über den Workflow, den Cakewalk bietet, lässt sich wirklich gut und schnell arbeiten, denn der grundlegende Aufbau und die meisten Funktionen sind vertraut. Man merkt dem Programm die Vergangenheit als vollwertige DAW durchaus an, denn es weist einen sehr großen Funktionsumfang vor. Was zum Beispiel die Bearbeitung anbelangt, gibt es neben dem Mixer die bekannte Pianoroll-Ansicht, einen Step-Sequencer und sogar eine Partitur-Ansicht, in der MIDI-Events in klassischer Notenschrift dargestellt werden können. Auch Multi-Output-Plugins werden unterstützt, genau wie die Touch-Bedienung der Software. Hinzu kommen Rewire-Support, ein Drum-Replacer und ein Theme-Editor, über den sich das GUI noch weiter personalisieren lässt. Außerdem gibt es bei der Spuren- oder Effekt-Anzahl keinerlei Beschränkungen. Das sind erstaunlich viele Funktionen für eine Freeware-DAW. 

 

Fazit

Cakewalk by BandLab ist ein wirklich rundes Freeware-Paket, das einem sehr viele Möglichkeiten und mindestens genauso viele Sounds bietet. Egal, ob man sich schon an eine andere DAW gewöhnt hat oder gerade erst in die Welt der Musikproduktion eintaucht, bei Cakewalk findet man sich in jedem Fall schnell zurecht, dagegen wird es sicher eine Weile dauern, bis man an die Grenzen des Programms stößt. Die native Ausstattung könnte größer sein, aber Drittanbieter-Plugin- und Rewire-Support trösten darüber hinweg. Unbegrenzte Spuren und Effekte, sowie massenhaft Loops und Sounds über den BandLab-Assistant runden die Sache ab. Mit Cakewalk by BandLab kann man nichts falsch machen. 

  • Pro
  • übersichtliche Optik
  • schnell zu lernender Workflow
  • unbegrenzte Spuren und Effekte
  • Drittanbieter-Plugins werden unterstützt
  • viele Sounds über den BandLab Assistant
  • Contra
  • relativ wenig native Ausstattung
  • Features
  • Freeware-DAW
  • timeline-basierter Workflow
  • separate Editor-Fenster für MIDI, Audio und Notation
  • neunzehn Standard-DAW-Effekte, FX-Chains und vier Instrumente
  • unbegrenzte Spuren und Effekte
  • Drittanbieter-Plugin-Support
  • Preis
  • Cakewalk by BandLab: kostenlos

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