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27.05.2021

Bitwig Studio 4 ist da!

Neue Musical Timelines sowie Comping, Operators, Spread & nativer Apple Silicon Support

Bitwig 3 brachte The Grid, eine modulare Sound-Design-Umgebung, Version 4 spendiert nun eine neue musikalische Timeline. U.a. gibt es nun auch Comping sowie Operatoren, die nun die Möglichkeit zum Ändern der Wahrscheinlichkeit, Wiederholung von Noten oder Audioereignissen mit sich bringen. Random Spread sorgt bei Expression Points für die perfekter Kontrolle von beispielsweisen Per-Note-Pitch oder Audio-Panning. Und nativer Support für Apple Silicon Macs sorgt für optimale Anpassung, sodass sogar Intel- und ARM-Plug-Ins nebeneinander arbeiten können.

Bitwig Studio 4 BETA ist ab sofort als Download verfügbar. Jeder mit einem aktiven Update Plant hat sofort Zugriff. Das offizielle Release ist für Ende Q2/Anfang Q§ 2021 geplant. Das Update ist für Besitzer des Upgrade Plang kostenlose. Alle neuen Features – mit Ausnahme von Comping – sind außerdem Teil von Bitwig 16 bzw. 8 Track.

Audio Comping

Seit der Erfindung von Audioaufnahmen ist die perfekte Performance das Ziel. Comping erlaubt es, die besten Momente aus vielen Takes zusammenzufügen, und das gibt es jetzt auch endlich in Bitwig Studio 4!

Jeder Take bekommt seine eigene Farbe, so das schon vom ersten Swipe her klar ist, aus welcher Quelle er stammt. Um in einen Ausschnitt zu einem anderen Take zu wechseln, klickt man ihn einfach an und drückt dann die Pfeil-hoch und Pfeil-runter-Tasten um durch die Takes zu blättern. In der Comp-Spur können Clip-Grenzen einfach durch Links-Rechts-Ziehen verändert werden, die Lautstärke der Clips kann per Hoch-Runter-Ziehen angepasst werden – und das Timing durch einfaches Sliding bestimmt werden!

Da es in Bitwig Studio Arranger und Launcher gibt, existiert Comping im Audio Clip. Wenn ihr also im Launcher komponiert, klickt ihr einfach direkt dort, um das Comping zu aktivieren. Außerdem könnt ihr Clips mit Take-Lanes in beide Bereiche ziehen, ohne dass es verloren geht. 

Trick 17: Klickt jeden Audio Clip an und wählt "Fold to Takes" wollt ihr einen acht Take langen Comp, wird der gesamte Clip in Take Lanes aufgelöst und das Comping kann losgehen. Oder ihr zieht Audiomaterial rein und schon wird eine neue Take Lane erstellt. Je seltsamer die Quellen, desto neuer das Resultat!

Operators

Modulation ist das zentrale Element von Bitwig Studio. Modulators waren von Anfang an dabei und haben Device Parameter in Bewegung gesetzt. Mit den Operators können MIDI Noten und Audioclips jetzt auch elektrifiziert werden. Das führt zu Clips mit unterschiedlichen Wahrscheinlichkeiten und Zeitachsen, beeinflusst durch Programmierung, Performance oder eben "Schicksal".

  • Operators bringen vier Modi mit die einzeln oder in jeder Kombination genutzt werden können.
  • Chance macht jedes Event mehr oder weniger wahrscheinlich
  • Repeats wiederholt jedes Event mit festgesetzter Geschwindigkeit oder teilt die Notenlänge in jede gewünschte Anzahl.
  • Timing kann per Ramp auch ansteigen und eine "Slice at Repeats" Funktion ist ebenfalls vorhanden, um die einzelnen Events zu bouncen.
  • Occurrence legt Bedingungen für jedes Event fest, wie zum Beispiel: Ist das der Loop-Anfang oder nicht? Ist der Performance-Control-Button "Fill" aktiviert oder nicht? Wurde der Event vorher abgespielt oder ist er still?
  • Recurrence sieht jedes Event als seine eigene geloopte Timeline.

Was bekommt man jetzt, wenn man das alles zusammenrechnet? Wie wäre zum Beispiel ein Loop mit Sechzehntelnoten, wo jede 50% hat und damit beständig neue Rhythmen erzeugt werden? Oder ein Beckenschlag auf der eins, der in jeder vierten Clipwiederholung abgespielt wird, aber nie in der ersten Runde? Oder zwei Noten zu verbinden, dass immer eine von beiden spielt, aber nie beide gleichzeitig? "Repeats"-kann man auch für Polyrhythmen benutzten – oder zerschneidet eine einzelne Note in viele kleine Events mit einer Timing-Ramp. 

Expression Spread

Bitwigs Engine erlaubt eine einzigartige "Expression"-Automation für Noten und Audio. Und wenn Zufall sowieso gerade in der Luft liegt, bekommt nun jeder "Expression"-Punkt mit den "Spread" weiter Parameter. Natürlich kann jede Note ihre Velocity-Randomisierung bekommen, aber darüber hinaus kann nun jede Note eines Akkords auch ihr eigenes Panning bekommen. Oder ihr erzeugt eine Note, die gestimmt genau auf einem Ton anfängt und dann sich dann langsam verstimmt. Oder gebt jedem Slice eines Audio-Clips leicht zufällig verteilt eine andere Lautstärke.

m geöffneten Editor werden alle vergebenen Zufallswerte visualiert, wenn der Clip startet. Beim nächsten Durchlauf wird dann der neue Zufallswert angezeigt. Wenn Oberfläche und Sound so eng verbunden sind, klar sich das Chaos schnell auf und ihr könnt einfacher Musik machen. Ihr könnt die Würfel auch einfach selbst werfen, in dem ihr in jedem Clip auf "Seed" klickt. Wenn euch gefällt, was ihr hört, ist dieses Zufallspattern jetzt in allen Spread-parametern verankert. Und in allen Events mit einem Chance-Operator. Kein Risiko, kein Problem.

Native Support für Apple Silicon

Apple stellt auf eigenen Prozessoren um und Bitwig Studio läuft jetzt auch nativ auf Apple Silicon. Eine weitere gute Nachricht ist, dass Ihre Intel- und ARM-VSTs nebeneinander leben können. Bitwig Studio hat Plug-Ins immer anders gehandhabt und sie getrennt von der DAW gehostet. Denn wenn ein Plug-In abstürzen muss, ist es besser, dass Bitwig Studio weiter spielt. Und jetzt bedeutet dies, dass auch VST-Architekturen genauso sicher gemischt werden.

Jede Plattform ist anders und Bitwig unterstützt drei davon. Egal, ob es sich um Apple Silicon handelt, eine vollständige Multitouch-Oberfläche für Windows und Linux oder native CV- und MPE-Unterstützung für alle, Bitwig Studio ist die DAW, die all diese Technologien miteinander vereint.

Weitere Features

  • Bitwig Studio ist jetzt auf Chinesisch, Japanisch und Deutsch erhältlich: Das Interface bleibt das selbe, aber Funktionen, Labels und Dokumentationen inklusive Interactive Help für über 300 Devices und Module wurden übersetzt.
  • Verbesserte Export-Optionen: Egal welche Tools und Devices man nutzt, am Ende wird alles Audio. Export in Version 4 wurde verbesserte und bietet weiter Export-Formate wie WAV, Flac, OGG und mp3 sowie den neuen Contender OPUS. Partielle Seleckionen des Arragments können in ein oder mehreren Formaten exportiert werden, genau wie Top Level Groups in Stems exportiert werden klönnen.
  • New import options: Ab sofort kann man FL Studio (FLP) und Ableton Live (ALS) Files in Bitiwig importieren, sodass Clips und Arrangments sowie VST- Plugins ziemlich sauber übernommen werden sollen. Und Nutzer von Auxy können jetzt direkt als Bitwig Studio project exportieren.
  • Content sliding und Gain handles for audio jetzt direkt im Clip und Event

 

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