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Test
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12.08.2015

Best Service Titan 2 Test

Synthesizer-Sample-Library

Titan 2 – Die (fast) 300

Mit Titan 2 liefert die Münchner Softwareschmiede Best Service nun die Fortsetzung ihrer Synthesizer-Library. Insgesamt 266 Synthesizer in 10000 Multisamples beinhaltet der riesige Synth und schreckt dabei auch nicht vor virtuellen Software-Synthesizern zurück. Kann der All-in-One-Synth mit seiner Masse an Sounds überzeugen, oder handelt es sich hierbei doch um „Quantität statt Qualität“? 

In Zusammenarbeit mit Yellow Tools hat sich Best Service schon einmal der Herausforderung gestellt, die beliebtesten Synthesizer zu sampeln und in einer Library zusammenzustellen. Inzwischen gehört der Software-Sample-Experte Yelow Tools zu Magix und frischt die erste Library, die vorher hauptsächlich aus Hardware-Geräten bestand, mit Software-Synthesizern auf. Synths wie Massive, Sylenth1 und Dune erfreuen sich wachsender Beliebtheit, da ist es nicht verwunderlich, dass man einige ihrer Sounds sampelt, in einer Library zusammenfasst und diese für einen Kampfpreis von 199 Euro in den Ring schickt.

Details

Die Library

Erhältlich ist die Sample-Library ausschließlich für den kostenlosen Sample-Player „Engine“. Titan 2 simuliert insgesamt 266 Synthesizer von den 70er Jahren bis heute, darunter nahezu jede erdenkliche Klangsyntheseart. Analoge Klassiker, Raritäten und ihre virtuelle Software-Kollegen wurden in 12800 Presets zusammengestellt, die nach Klangart (Categories) und Klangquelle (Synths) kategorisiert sind. Dabei werden zwar nicht die Namen der Originale genannt, allerdings wird beispielsweise mit „Massif“, „Neksos 2“ und „Alchemist“ unübersehbar mit dem Zaunpfahl gewunken. So findet man sich im Gegensatz zur ebenfalls enthaltenen Titan-1-Library schnell zurecht. Diese wurde bezüglich ihrer Benennung belassen und besteht somit weiterhin aus Kategorien und Zahlenwerten. Die ursprünglich 90 Gigabyte große Library wurde mit einer verlustfreien Datenkomprimierung im OGG-Format auf vergleichsweise geringe 25 Gigabyte minimiert.

Die Bedienoberfläche

Zur Bedienung ist Titan 2 aufgeteilt in „Quick Edit“ und „Pro Edit“. Ihr ahnt es: Unter dem sauber strukturiertem Quick Edit befinden sich die für den aktuellen Sound wichtigen Parameter wie Filter, Effekte und Amp-Hüllkurve, wohingegen unter dem mehr als unübersichtlichem Pro Edit die Feineinstellungen wie zum Beispiel Modulationen vorgenommen werden. Doch gerade für diese wären Regler mehr als wünschenswert. Stattdessen findet man fast nur Zahlenwerte in minimaler Schriftgröße in blau auf schwarz. Weder auf einem 17 Zoll Macbook Pro noch auf einem 27-Zoll-Bildschirm lässt sich mit einer Auflösung von 1920 x 1080 etwas erkennen, ohne die Augen zusammenzukneifen. Zwar ist es manchmal sinnvoll, viele Parameterwerte auf einer Seite zu platzieren, wenn dadurch allerdings die Übersichtlichkeit leidet, ist die Bedienoberfläche jedoch eher der Kategorie „frickelig“ zuzuordnen. Die weiteren Fenster „Browser“, „Mixer“ und „Preferences“ sind durch weniger Parameter(-Beschriftungen) dagegen aufgeräumter. Im Browser liegen alle Presets in einer Art Ordnerstrukur vor und können innerhalb von Titan in zwei Layern geladen werden. Das bedeutet, dass beispielsweise zwei verschiedene Synthesizer geladen werden können und jeder Synth seine unabhängig voneinander arbeitenden Filter, Hüllkurven, Modulationsmöglichkeiten und Effekte bekommen kann. Als wäre das nicht genug, kann man im Sample-Player Engine mehrere Instanzen von Titan 2 laden, wodurch dem Layering im Grunde keine Grenzen mehr gesetzt sind.

Mixer

Das virtuelle Mischpult ist übersichtlich gehalten und bietet neben den obligatorischen Fadern und Panorama-Potis auch Insert-Effekte und ein flexibles Routing mit Bussen von Mono über Stereo bis hin zu 8.1 Surround. In Verbindung mit der Multi-Output-Möglichkeit des Sample-Players „Engine“ können mit nur einer einzigen Engine-Instanz komplexe Projekte gefahren werden − sofern die Leistung des Computers es zulässt, versteht sich. Die Effekte des Mixers lassen bereits durch die Kategorien (EQ, Filter, Dynamic, Modulation, Distortion, Delay, Reverb, Helper, Special und Vandal) erahnen, dass hier Effekte in Hülle und Fülle vorhanden sind. Ein integrierter Faltungshall verfügt zudem 1000 Impulsantworten. 

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