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Test
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10.07.2013

Behringer CMD PL-1 Test

DJ-Controller

Deck-Controller

Als klassischer Deck-Controller betritt der Behringer CMD-PL-1 die bonedo-Redaktion. Wie man es von einer solchen Konstruktion mitunter erwartet, bringt sie zahlreiche Bedienelemente zur Steuerung deckrelevanter Funktionen mit und präsentiert an zentraler Position ein oberflächensensitives Jogwheel. Damit dirigiert der geneigte DJ jedoch nicht nur eine virtuelle Abspieleinheit, sondern gleich vier: Ein Deckswitch schaltet zwischen den Befehlssätzen um.

Auf welchem Softwaredeck sich der DJ gerade bewegt, visualisiert ein numerisches Kontroll-Display. Ferner offeriert der CMD-PL-1 Steuerelemente für die Effektwerkzeuge einer Software. Ich würde mich ehrlich gesagt nicht wundern, wenn der eine oder andere dieses Teil auch in Ableton Live und zusammen mit Serato Bridge zu verwenden gedenkt.

Primäres Missionsziel indes dürfte die Kombination mit einem Mixer-Controller oder der Einsatz an der Seite eines Mischpultes sein. Der grundsätzliche Look mag ein wenig an Native Instruments´ Kontrol-X1 erinnern für 199 UVP (Test hier), vom Handling kommt der PL-1 allerdings einem DJ-Tech Kontrol One (UVP 189 Euro, Test hier) oder einem Denon SC-2000 (UVP 239 Euro, Test hier) näher, die auf ein ähnliches Layout setzen. Das Behringer-Modul ist nicht so „rock-solid“ wie Denons Metallwuppe und um einiges flacher als DJ-Techs Fernost-Variante. Mit 129 Euro samt Deckadance LE ist das Tool jedoch günstiger als die Konkurrenten.

Details

Im bunt bedruckten Karton finde ich einen PL-1, eine Serial-Card sowie ein USB-Kabel, das an der Rückseite des Controllers anzuschließen ist, wo auch die Ausfräsung für eine Diebstahlschutzvorrichtung Platz gefunden hat. Das Player-Modul misst wie der Rest seiner Geschwister 305 x 152 Millimeter, wohnt in einem Kunststoffgehäuse mit Fake-Metall-Optik und steht auch bei impulsiven Handlungen fest auf vier großen Gummimatten. Insgesamt tummeln sich 20 Tasten, acht Endlosregler mit integriertem Button, ein Fader, ein Dial und das Display an der Front, womit der Proband über 120 Steuerbefehle auf vier Layern senden kann. Bei der haptischen Inspektion des Jogwheels fällt auf, dass dieses mit einer sensitiven Metalloberfläche bestückt ist, wodurch sich Scratch-Vorgänge durch Berühren eben dieser Platte durchführen lassen. Die mit griffigen Mulden besetzten Seitenränder dienen dem manuellen Pitch-Bending. Der Rundlauf ist nicht zu 100 Prozent akkurat, sondern das Rad eiert ein wenig. Selbst wenn ich fester auf den Teller drücke, beispielsweise um zu scratchen, ist jedoch kein Kratzen festzustellen – das gefällt wiederum. In der Transportsektion springen natürlich die besonders groß geratenen Cue/Play-Tasten ins Auge, die wie ihre kleineren Kommilitonen zumeist mit einer Status meldenden Alternativbeleuchtung ausgestattet sind. Die milchtrüben Tasten lösen überwiegend vollflächig aus, allerdings sind mir Unregelmäßigkeiten an den oberen Ecken der Jogwheel-umgebenden Tasten aufgefallen, sodass mancher schon sehr bestimmt getroffen werden muss, um die Funktion auszulösen. Die Drehregler mit ihrer Button-Funktion umgarnt je ein LED-Kranz (orange) mit 15 Teilstrichen nebst Statuslämpchen (rot). Sie können die ihnen angedachte Parameterfahrt somit aktivieren oder deaktivieren, was die acht darunterliegenden Buttons für andere Zwecke freischaufelt. Sehr gut. Der 14-Bit-Tempofader legt ein ordentliches Gleitverhalten an den Tag und hat eine Pitch-LED (rot) verpasst bekommen. Wozu die gut ist, sehen wir noch im Praxisteil.

Software: Deckadance 2 OEM

Die OEM-Version ist genau genommen eine vollwertige DJ-Lösung. Jedoch ist sie speziell für die Kontrolleinheit gedacht und lässt einige Ausstattungsmerkmale der großen Brüder (V2, DVS) vermissen. So zum Beispiel DVS-Unterstützung, MIDI-Learn oder individuelle Editoren für Smart Knobs und Gross Beat. Stattdessen gibt es eine stattliche Anzahl an festen Presets, was, um auf den Geschmack zu kommen oder zum Ausprobieren, definitiv erst einmal ausreicht. Ferner fehlen auch die VST-Integration und ein Session-Rekorder zum Aufzeichnen der Mixsession. Soviel zu dem, was nicht ist. Kommen wir zu dem, was euch die Light-Variante zu bieten hat. Und das wären zunächst mal vier Softwaredecks mit farbcodierten Wellenformen, die ihr wahlfrei mit Musikalien der Formate MP3, FLAC, M4A, WMA, WAV, AIFF und OGG befüllen dürft. Zur Orientierung im Track dienen eine Wellenformübersicht mit Cuepoint-Anzeige und eine vergrößerte Ausschnittbetrachtung. Bis zu acht Smart-Panels pro Deck stehen für Loops, FX, Cuepoints, Pitch, Key, Grid und DVS bereit. Dazu gesellen sich in der oberen Screen-Hälfte der Mixer und die kreativen Bordmittel. Das Mixer-Panel kann zugunsten der Funktions-Panels aus dem Fokus weichen, sodass ihr stattdessen eine der folgenden Sektionen im Blick habt: Effekte, Sampler, Vertical-Waves, VSTs, Gross Beat. Für tiefer gehende Funktionsbeschreibungen empfehle ich die Lektüre des Testberichtes zur Deckadance Vollversion.

Der Browser nimmt in gewohnter Manier die untere Bildschirmhälfte ein und ist mit gängigen Tools zum Anlegen von Playlisten oder zum Filtern der Musikbibliothek ausgestattet. Besonders nützlich bei umfangreichen Musiksammlungen sind die Smart-Playlists, denn sie filtern den Datenbestand anhand flexibler Kenngrößen, wobei sich das Ergebnis sortieren und in der Menge beschränken lässt. Ein Beispiel: Suche bitte nach allen House-Titeln von David Morales, die bis zum Jahr 1999 veröffentlicht wurden, sortiere diese nach meiner höchsten Bewertung und beschränke das Ergebnis auf 10 Tracks. Was die globale Musikverwaltung angeht (Rechtsklick auf Library), bietet DD die Möglichkeit zum Import von Ordnern (Einzeltitel aktuell nur über Drag & Drop), ein Backup der Library anzulegen und diese zurückzusetzen. Ich vermisse hier einen manuellen Integritäts-Check mit Update-Funktion für verwaiste oder verschobene Musikstücke.

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