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06.07.2020

Archetype Cory Wong: Der amtliche Vulfpeck-Sound für eure DAW!

Als heute morgen die Info zum neuen Plug-in von Neural DSP in mein Postfach flatterte, dachte ich erst: „Bitte nicht noch eins für moderne Metalsounds!“ Meine Gebete wurden erhört, denn das neue Archetype: Cory Wong ist nach den Suiten für Nolly (Periphery), Abasi (Animals as Leaders) und Plini wirklich mal etwas ganz anderes.

Neural DSP

Die noch junge Firma Neural DSP hat es faustdick hinter den Ohren. 2019 kamen etliche Plug-ins für Gitarristen und Bassisten auf den Markt. Im Januar wurde zur NAMM 2020 sogar ein möglicher Kemper und Helix Killer angekündigt: Das Quad Cortex wird in der Gitarren-Szene mit großen Erwartungen als der neue aufgehende Stern am Floor-Board-Himmel verkündet. Im September sollen die ersten Vorbestellungen ausgeliefert werden. In der Zwischenzeit geht es nach einigen virtuellen Boutique-Verstärker-Nachbauten mit einem neuen Signature-Plug-in weiter.

Archetype: Cory Wong

Clean, cleaner, Cory Wong. Der Mann mit der Anschlagshand aus Gummi hat sich in meinen Ohren mit einem Prince-würdigen Funksound verewigt, der direkt aus einer guten alten analogen Konsole stammen könnte. Jedes Produkt aus der Archetype-Serie von Neural DSP beinhaltet Emulationen von Verstärkern, Boxen und Lieblingseffekten. Die Cory Wong-Edition enthält drei Amps namens D.I Funk Console, The Clean Machine und The Amp Snob. Wie nicht anders zu erwarten, bieten alle drei saubere, straffe und transparente Funk-Gitarrentöne. Schauen wir uns das genauer an.

Verstärker

Das GUI der D.I. Funk-Konsole mag an ein Verstärkertopteil erinnern, basiert jedoch auf einem Kanalzug eines analogen Mischpults mit ordentlich Röhrensättigung, einem kräftigen Kompressor, wählbaren Frequenzen in der EQ-Sektion sowie Hoch- und Tiefpassfilter. Die richtige Basis für einen guten Cory Wong-Klang. Der Name verrät es schon: Dieses Modul funktioniert auch sehr gut ohne Gitarrenlautsprecher.

Weiter geht’s mit der Clean Machine. Sie wird als ein „Mix der besten Clean-Amps der Branche“ beschrieben, der knackige Clean-Sounds mit einem wunderbar warmen Top-End liefert. Zu guter Letzt gibt es als Amp-Modul Nummer 3 den amüsant betitelten „The Amp Snob„. Ich gehe mal stark davon aus, dass mit „einem der seltensten Verstärker der Geschichte“ ein Boutique-Verstärker im Dumble-Stil gemeint ist. Der scheint aber sowas von in Mode zu sein. Vom kleinen Bodentreter von Joyo bis hin zum PRS Mark Tremonti Signature Amp will anscheinend jeder Hersteller ein Stück vom Kuchen abhaben.

Natürlich beinhaltet die Suite auch Lautsprechersimulationen. 108 IRs pro Lautsprecher stehen zur Verfügung, also insgesamt 324 Impulse-Responses. Das gibt euch eine große Auswahl bei der Gestaltung eures Gitarrenklanges. Sehr gut! Übrigens wurden sie von keinem Geringeren als Adam “Nolly” Getgood eingefangen.

Effekte

Die Effektsektion wird in Pre- und Post-Geräte unterteilt. Der Postal Service ist ein komplexes Hüllkurvenfilterpedal, der 4th Position Compressor sorgt für den typischen, hart komprimierten Wong-Klang. Außerdem gehören ein modifizierter Booster (The Tuber), Ein Wah Wah sowie das The Big Rig Overdrive dazu. Zwei weitere Effekte befinden sich in der Post-Position: Das analoge Delay-y-y und der Reverb namens The Wash.

Cory Wong gehört zu einem meiner absoluten Lieblingsgitarristen der vergangenen Jahre. Ich habe ihn mehrfach als Teil von Vulfpeck oder auch mit seinem Soloprogramm erleben dürfen und feiere neben seinem grandiosen Spiel und Klang auch die unbändige Spielfreude. Ich finde es großartig zu beobachten, wie er und alle anderen Personen rund um das Vulfpack eine neue Generation mit erstklassigen Funksounds und überzeugendem Können an ihren Instrumenten prägen. Toll, dass man sich diesen Klang nun einfach auf den Computer holen und selbst damit experimentieren kann. Und auch toll, dass Neural DSP über den Tellerrand hinaus blicken und nicht nur die Metal-Klänge abdecken.

Spezifikation und Preis

Neural DSP Archetype: Cory Wong bekommt ihr auf der Internetseite des Herstellers zum Einführungspreis von 95,20 Euro (danach 119 Euro). Ihr könnt vorher die uneingeschränkte Demoversion herunterladen und diese 14 Tage testen. Das Plug-in läuft auf macOS und Windows als 64 Bit VST/AU/AAX/Standalone. Zur Installation und Autorisation benötigt ihr den kostenlosen iLok-Lizenzmanager und ein iLok-Konto.

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