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09.06.2015

Apple Music vs. Spotify

Apple hat seinen Streaming-Dienst veröffentlicht und wir haben verglichen

Apple hat gestern seinen neuen Streaming-Dienst „Apple Music“ vorgestellt, welcher seit einigen Tagen verfügbar ist. Das Prinzip ist bekannt: Gegen eine monatliche Pauschale kann der Nutzer das Musikangebot von Apple Music in vollem Umfang nutzen. Doch welche Vor- und Nachteile bietet Apples neue Plattform gegenüber dem etablierten Anbieter Spotify? Wir haben die beiden Dienste miteinander verglichen.

Was kostet der Dienst im Monat?

Apple verlangt für den Service 9,99 Euro im Monat. Für 14,99 Euro gibt es hier ein Familien-Abo, das bis zu sechs Nutzern einen Account zur Verfügung stellt. Spotify verlangt ebenfalls 9,99 Euro für ein Einzelabo pro Monat, durch ein Familien-Upgrade können weitere Lizenzen zu je 50 % des Einzelpreises hinzugebucht werden. Dem Nutzer stehen bis zu fünf Accounts für 29,99 € zur Verfügung.

Da Spotify auf dem europäischen Markt 9,99 € im Monat verlangt, liegt es Nahe, dass auch Apple Music für 9,99 € in Europa erhältlich sein wird. Das Spotify-Abonnement kann zu jedem Monatsende gekündigt werden, alternativ bietet das Unternehmen eine Pre-Paid Variante an. Ob auch Apple Music diese Möglichkeiten bietet, ist noch unklar.

Gibt es auch kostenlose Versionen?

Apple Music bietet keine kostenlose Variante an, Spotify hingegen bietet in der Test-Version eine nahezu uneingeschränkte Nutzung. Allerdings wird bei Spotify das Musik-Programm durch Werbung unterbrochen. Die mobile Version von Spotify kann nicht in vollem Umfang genutzt werden.

Wird eine Testphase angeboten?

Apple bietet eine Trial-Version für drei Monate an, Spotify Premium kann 30 Tage kostenlos getestet werden. Allerdings gibt es bei Spotify in regelmäßigen Abständen entsprechende Angebote, welche eine Gratis-Nutzung für 60 Tage beinhalten.

Wie umfangreich ist das Musikangebot?

Entscheidend ist für viele User sicherlich der Musikkatalog. Apple Music beinhaltet vorerst 30 Millionen Song-Titel. Alle Titel aus dem Apple iTunes Store, sind auch auf Apple Music verfügbar. Spotify ist hier schon einen Schritt weiter. Derzeit gibt es weit mehr als 30 Millionen Tracks zum anhören. Allerdings hat Apple auch Künstler anzubieten, die nicht auf Spotify zugänglich sind. Wie zum Beispiel die Beatles oder Taylor Swift. 

Wie ist die Wiedergabequalität?

Apple nutzt die gleiche Qualität im Streaming-Bereich wie auch im iTunes Store. Die Musikstücke werden im AAC Format angeboten und verfügen über eine Qualität von 256 kbps. Spotify nutzt das Ogg-Vorbis-Format zum Streaming. Der Nutzer hat die Wahl zwischen werbefinanzierten Streams in einer Qualität von 96kbps (Spotify mobil in niedriger Qualität) und 160 kbps (Standard). Ohne Werbung steht Premium-Accounts zusätzlich die höchste Qualitätsstufe von 320kbps (Desktop) zur Verfügung. 

Kann ich Musik offline hören?

Bei beiden Anbietern ist das Offline-Hören mit einem bezahlten Account möglich. 

Auf welchen Plattformen kann man die jeweilige App benutzen?

Apple Music ist auf iOS, Mac, Windows und auf dem Apple TV nutzbar. Eine Android-Version wird allerdings erst Ende 2015 erscheinen. Bei diesem Punkt hat Spotify die Nase vorn: Nutzer können die App auf Windows, iOS, Mac, der PS3, Android und auf Windows Phones benutzen.

Fazit:

Bei mehreren Nutzern biete Apple die deutlich billigere Variante. Allerdings kann Apple Music nicht mit einer dauerhaft kostenlosen Version dienen. Die Anzahl der Titel ist bei beiden Anbietern fast identisch, ebenso die Qualität.

Am Ende entscheidet dann wohl der Geschmack darüber, welcher Streaming-Dienst dem Nutzer mehr gefällt.  





Momentan sieht es danach aus, dass sich die Streaming-Dienste nicht stark voneinander unterscheiden werden. Beide Anbieter verfügen über eine Radio-Funktion, bieten Playlist-Editoren und können auf allen möglichen Plattformen genutzt werden. Am Ende liegt es also beim Hörer selbst, welche Plattform er bevorzugt. Wir sind gespannt auf die finale Version von Apples Neuzugang.

Interessant dürfte aus Musikersicht auch die Lizenzabrechnung sein. Hier gab es in der Vergangenheit ja wiederholt Kritik am Bezahlmodell von Spotify. Mal sehen, was sich Apple hier einfallen lässt.

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