Gitarre Hersteller_AmpRX
Test
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12.05.2021

AmpRX Eurovolt Voltage Optimizer Test

Variabler Spannungsregler für Röhrenverstärker

Feinkost für den Amp

Die amerikanische Company AmpRX hat mit dem Eurovolt Voltage Optimizer ein Tool auf den Markt gebracht, mit der man eine Reduktion der Amp-internen Versorgungsspannung ermöglichen kann und die in den Staaten unter dem Namen "BrownBox" bekannt ist. Für den europäischen Markt, auf dem bekanntlich andere Voltzahlen herrschen, hat die niederländische Firma Elfring Amps den Vertrieb und die angepasste Konstruktion der BrownBox auf 230 Volt Netzspannung übernommen, die auch in den Niederlanden gefertigt wird.
Eine gut angepasste Versorgungsspannung ist hilfreich, wenn man will, dass jeder Amp an jedem Ort und jeder Bühne identisch klingt, doch die Box kann noch mehr. Seit Van Halen mit einem Variac die Spannung seines Plexis heruntergeregelt hat, um eine höhere Kompression und ein tighteres Spielgefühl zu erhalten, haben sich unzählige Gitarristen darum bemüht, den Van Halenschen "Brown Sound" zu erzielen. Durch die damals dafür verfügbaren Methoden, an der Spannung herumzudoktern, musste bedauerlicherweise der eine oder andere Amp auch schon mal sein Leben lassen. Diese Gefahr ist beim Eurovolt nicht gegeben, denn dieser ermöglicht nicht die Anhebung, sondern lediglich die Reduktion der Voltzahl und das in sicheren und wohl gewählten Schritten. Da uns neben der spielpraktischen Seite auch noch der technische Aspekt der Eurovolt interessiert, wollen wir uns das Kästchen mal etwas genauer vornehmen.

Details

Gehäuse/Optik

Der Eurovolt kommt in einem robusten, blaulackierten Gehäuse mit den Maßen 19 x 12 x 12 cm und bringt nahezu 2 kg auf die Waage, was nicht zuletzt dem verbauten Trafo geschuldet ist.
Die Bedienelemente fallen hier funktional spartanisch aus und so zeigen sich auf der Oberseite nur zwei goldfarbene, gerasterte Drehschalter, die sehr gut ablesbar sind und eine sehr wertige Haptik aufweisen. Im oberen Drittel ist ein 6 x 3cm großes LCD Display zu sehen, welches die Volt- und Ampere-Zahl anzeigt und monochrom gehalten ist. Geschützt werden die Potis durch einen ebenfalls goldenen Metallbügel, mit dem sich die Eurovoltbox auch gut tragen lässt.

Die Anschlüsse zeigen sich an der Stirnseite in Form eines männlichen Kaltgerätestecker-Eingangs und zwei weiblichen Kaltgerätestecker-Ausgängen. Hier befindet sich auch ein kleiner roter Switch, um das Gerät und damit dann auch die Stromversorgung des angeschlossenen Amps zu aktivieren.
Zum Lieferumfang gehören ein Kaltgeräteadapter, um den weiblichen Ausgang des AmpRX mit dem Netzteileingang des Amps zu Verbinden, sowie ein Kabeladapter mit Schutzkontaktstecker auf männlicher Kaltgerätestecker.

Bedienung

Beim AmpRX Eurovolt handelt es sich um einen Transformator zur Voltreduktion mit eingebautem Messgerät. Für den Einsatz wird das Kästchen mit einem Kaltgerätestecker mit der Steckdose verbunden und nun hat der User die Möglichkeit, bis zu zwei Amps, die in der Summe maximal eine Last von 450 Watt haben dürfen, anzuschließen. Neben der Voltreduktion aus klangästhetischen Gründen bietet das Kästchen noch den Nutzen, die Spannung auf Norm herunterzuregeln, wenn man sich z.B. an einem Ort befindet, an dem 240 Volt herrscht. Hinzu kommt, dass alte Amps noch für die alte Netzspannung von 220 Volt gebaut wurden, hierzulande aber seit 1987 die 230 Volt der Standard sind.

Falls eine Leistungsreduktion gewünscht wird, stellt man diese an den beiden Drehschaltern ein. Über "Fine Reduction" aktiviert man die Reduktion und es lässt sich zwischen "Bypass", und den Absenkungen von 2%, 4%,6% oder 8% auswählen. Beim Poti "Coarse Reduction" geht es nun in größeren Schritten Richtung Keller, denn hier können noch zusätzlich 10, 20 oder 30 Volt abgesenkt werden. Übrigens arbeiten beide Drehwähler im Verbund, d.h. steht "Fine Reduction" auf Bypass, hat der "Coarse Reduction" keine Funktion. Die flexible Rasterung erlaubt dadurch insgesamt ganze 16 Reduktionsstellungen, nämlich minus 2, 4, 6 und 8% bei Stellung Off oder minus 10, 20 und 30V, wobei bereits in der Off-Stellung eine Feinreduktion über den Fine Reduction-Wähler stattfinden kann. Die LCD zeigt hierbei nun die Betriebsspannung und die Stromstärke des Geräts an.

Zur grundsätzlichen Funktionsweise des Eurovolts muss man sich ein paar Dinge klarmachen: Normalerweise liegt die Betriebsspannung in einem Amp bei ca. 230 Volt. Wird diese heruntergeregelt, passieren zwei Dinge: Die Anodenspannung (genauer gesagt die Amp-interne Versorgungsspannung), und in der Folge auch proportional dazu der Bias, fallen ab. Andererseits sinkt auch die Heizungsspannung der Röhren, die am Beispiel einer Svetlana EL34 eine Nennspannung von ca. 6,3 V und einen Toleranzbereich von 5,7 - 6,3V besitzen.
Das Herunterregeln hat nun diverse Auswirkungen: Zum einen hat der Amp weniger Leistung, wird leiser, komprimiert jedoch auch stärker und besitzt weniger Headroom. Des Weiteren verkürzt sich die Lebensdauer der Röhre, wenn der Betrieb dauerhaft unter dem Toleranzbereich der jeweiligen Röhrenheizungsspannung gefahren wird.
Für den Test habe ich ein paar ausgewählte Settings vorgenommen, deren Werte ihr der unteren Tabelle entnehmen könnt, und die auch so in den Audiofiles eingesetzt werden:

Betriebsspannung Versorgungsspannung intern Amp Heizungsspannung Röhren Fine Red. Coarse Red.
225V 451V 6,1V Bypass Off
216V 433V 5,81V 4% Off
206V 414V 5,55V 8% Off
207V 416V 5,57V 4% -10V
199V 400V 5,35V 4% -20V
191V 384V 5,13V 4% -30V
182V 368V 4,89V 8% -30V
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