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Test
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19.08.2017

Akai MPC Live Test

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MPC to go!

Die neue MPC ist da – Dank dem Namenszusatz Live wird auch eindeutig klar, wo AKAI ihren Einsatzzweck sieht. Und da man Rechnern auf der Bühne nicht so richtig vertraut, setzt man bei AKAI wieder auf ein geschlossenes System. Das heißt aber nicht, dass die neue AKAI nicht auch als Controller für die MPC-Software verwendet werden kann – im Gegenteil „best of both worlds“ sozusagen.

Details

Allgemeines

Die MPC Live sieht aus wie eine MPC Touch, nur höher bzw. dicker. Das liegt an dem eingebauten „embedded“ 1,8 GHz Quadcore System mit immerhin 2GB RAM, auf dem die MPC Software auch „standalone“ läuft. Sie ist mit der computerbasierten MPC Software kompatibel, sprich Projekte können vom Computer zur MPC Live und vis-a-vis übertragen werden – und das mit nur wenigen Einschränkungen, wie reduzierten Audiotracks bzw. fehlender VST-Unterstützung.

Die neuste MPC 2.0 Software wurde bereits angekündigt, ist zum Testzeitpunkt aber noch nicht verfügbar. Ich werde mich hier deshalb auf den „Standalone“-Mode konzentrieren, auch weil der Controller-Mode im Prinzip identisch zur MPC Touch ist. Wer mehr Infos möchte, sollte sich den älteren Test durchlesen.

Mobil und Modern

Neu ist der eingebaute Akku, welcher mit ca. vier Stunden Laufzeit bei „normaler“ Nutzung erstaunlich lange hält. Modern sind ebenfalls die Anbindungen wie USB3. Ein eingebauter USB-HUB, ein SD-Card-Reader und die Option, intern eine SSD verbauen zu können, sorgt für reichlich Speicherplatzerweiterung. Es stehen somit viele Möglichkeiten zur Verfügung, um vorgefertigte Sounds zu laden bzw. eigene zu archivieren.

Ausgeliefert wird die MPC Live mit 16 GB Storage, wovon 10 GB mit Content und 4 GB mit dem MPC OS belegt sind. Mit ca. 3 kg ist die MPC Live außerdem zwar relativ leicht – kompakt würde ich sie jedoch nicht nennen (424 x 224 x 69 mm). Damit ist die MPC Live aber immer noch klein genug, um inklusive Case als Handgepäck durchzugehen.

Reichlich I/Os

Schauen wir die Rückseite an, finden wir weitere Anschlüsse: zweimal MIDI-In, zweimal MIDI Out und ein Stereo-Eingang zur Aufnahme, welcher sogar einen Phono-Amp am Start hat – AKAI hat die Wurzeln also nicht vergessen. Zwischen Phono-Preamp auf RCA inklusive Masse-Schräubchen und dem symmetrischen Line-In auf großer Klinke wird mit einem äußerst kleinen Schiebeschalter gewechselt, der gemeinsame Gain ist mit einem Poti regelbar. 

Hinzukommen sechs 6,35mm TRS-Ausgänge und ein Kopfhörerausgang, welcher allerdings seltsamerweise mit Mini-Klinke ausgestattet ist und auch nur mit dem Master-Out gemeinsam in der Lautstärke geregelt werden kann. Nicht so geil.

Die USB3-Buchsen sind blau: zwei zur Verbindung mit externem Speicher, eine für die Verbindung mit dem Computer. Der Netzteilanschluss bietet ferner eine Möglichkeit zur Sicherung des Kabels. Der daneben liegende Power-Schalter schaltet die MPC nicht direkt an und aus, was böse Überraschungen auf der Bühne vermeiden soll. Das Ein- und Ausschalten muss über den Touchscreen bestätigt werden, sodass unabsichtliches Schalten bzw. Leeren des Akkus effektiv vermieden wird.

Gewohnte Oberfläche

Das physische Layout wirkt vertraut und kann mit „typisch MPC“ beschrieben werden. 16 beleuchtete, anschlag- und druckempfindliche Pads sind zum Spielen von Noten bzw. Drums gedacht und in acht Banken organisiert – pro Track wohlgemerkt. Hinzu kommen die bekannten Funktionen Note-Repeat, Full-Level, 16 Level, Erase, Latch und Half-Level – die letzteren beiden sind über Shift erreichbar.

Am rechten Rand finden wir vier kleinere Encoder, die sogenannten Q-Links. Auch sie sind in Banks organisiert, womit insgesamt 16 Befehle erreichbar werden. Die Funktionen variieren je nach Mode. Der Q-Link Taster darüber wechselt zwischen den vier Banks.

Der große Encoder bietet einen Push-Befehl und ist im Allgemeinen für die Bedienung des gerade im Fokus stehenden Parameters gedacht. Was allen Encoder fehlt, ist eine Erkennung der Dreh-Beschleunigung bzw. ein Shift-Befehl, sodass Parameter mit einem großen Wertebereich ziemlich mühsam durchgekurbelt werden müssen. 

Manchmal korrespondieren die Q-Links allerdings nicht mit den Touchscreen-Pages bzw. sind nicht alle Werte alternativ über die Hardware-Bedienelemente erreichbar. Da ich einen Serien-Vorläufer mit einer nicht ganz aktuellen Firmware zum Test erhalten habe, gehe ich davon aus, dass sich das mit dem Update noch ändern wird.

Inklusive Software und Sounds

AKAI stellt zu der bereits installierten Sound-Library ein ca. 20 GB großes Software- und Sound-Paket zum Download bereit. Mit dabei sind die MPC Essential Sound Libraries, viele Software-Instrumente von AIR Music wie Hybrid 3 und Loom sowie die AIR FX Collection Plus. Ebenfalls enthalten sind AKAIs Legacy Expansions, The Bank, The 809, The Noise und The Wubs sowie Sonivox Virtual Instruments – an Klängen und Plug-ins mangelt es also nicht. Die Instrument- und Effekt-Plug-ins sind allerdings nur im Controller-Mode in Verbindung mit der Software auf dem Computer nutzbar. Denn im Stand-alone-Modus können keine Plug-ins geladen werden!

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