Hersteller_Akai
Test
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06.07.2015

Praxis

Installation

Die Einrichtung des AKAI midimix könnte kaum einfacher sein: Der Controller wird mit dem Computer per USB-Kabel verbunden – und fertig! Nicht einmal in den MIDI-Einstellungen von Live muss man etwas konfigurieren, alles wird automatisch erledigt. Ihr müsst also nur noch Ableton Live starten und es kann los gehen. Dass alles funktioniert, erkennt ihr an den leuchtenden Mute- bzw. Spur-Aktivierungstastern. Ein Rahmen um die ausgewählten Clips bzw. Tracks - wie bei Push oder den APC Controllern - findet sich allerdings nicht.

Vorbelegung für Ableton Live

Standardmäßig steuert man mit den ersten acht Fadern des midimix natürlich den Pegel der ersten acht Fader von Live. Mit dem Master-Fader wird hingegen der Gesamtpegel bestimmt, wobei man aufpassen muss, dass dieser nicht voll hochgezogen wird und somit +6dB im Main-Out liefert. Man kann es nicht oft genug sagen: 0 dB sind die einzige „erlaubte“ Einstellung, welche für den Master-Fader gelten sollten.

Rec Arm schaltet die Spuren individuell aufnahmebereit, wodurch diese wie auch die Taster rot leuchten; auch mehrere Taster gleichzeitig können aktiviert werden. Das macht Sinn. Der Mute-Taster schaltet wiederum die Spuren stumm, wodurch der Taster dann allerdings nicht mehr leuchtet. Eine Beschriftung mit „Track On“ wäre hier also durchaus stimmiger gewesen. Nichtsdestotrotz leuchtet er orange, wenn eure Spur an ist. In diesem Zusammenhang ebenfalls nennenswert ist der Solo-Taster über dem Master-Fader: Hält man ihn gedrückt, kann man mit den Mute-Taster das Solo aktivieren. Die Farbe der Taster ändert sich dabei jedoch nicht. 

Die Drehregler über jedem Fader übernehmen die Steuerung der individuellen Sends A und B sowie des Panoramas. Warum solche Controller immer das Panorama bedienen - und nicht Send C - leuchtet mir allerdings nicht ein. Doch dazu später mehr.

Es bleiben noch die Bank-Taster, um in Achterblöcken umschalten zu können. Mit diesen könnt ihr, falls ihr mehr als acht Spuren in eurem Projekt nutzt, auch die Tracks ab Nummer 9 mit dem midimix steuern. Drückt ihr also auf Bank Right bedient Hardware-Fader 1 dann den Software-Fader 9, drückt ihr noch mal auf Bank Right steuert der Hardware-Fader 1 dann Software-Regler 17. Mit Bank Left schaltet ihr entsprechend zurück. Eine Visualisierung in Live oder am Gerät, wo man sich gerade befindet, findet indes leider nicht statt.

Der „Send All“-Taster hingegen ist eine äußerst clevere Funktion! Da dieser Controller über keine Motorfader oder Encoder verfügt, kann es zu Beginn einer Session durchaus passieren, dass Drehregler- und Fader-Positionen nicht mit der DAW-Software übereinstimmen. Früher musste man dann an jedem (!) Fader und Drehregler drehen, um deren Werte zu übermitteln. Nicht aber mit dem Send-All: Drückt man diesen, senden alle Hardware-Regler ihren aktuellen Zustand an Live und ihr müsst keine Parametersprünge befürchten. 

Ein echter Mixer und Performance Tool

AKAI bewirbt den midimix als Tool zum Mischen, was natürlich auch richtig ist und ohne Probleme funktioniert – nur, ob man mit den relativ kurzen Fadern und der Tatsache banken zu müssen wirklich auch komplexe Projekte mischen wird und einen echten Geschwindigkeits- und Präzisionsvorteil gegenüber der Maus hat, mag ich mehr als zu bezweifeln.

Ich sehe den midimix eher in der Live-Performance, wo es darum geht, schnell Signale ein- und auszublenden. Die echte Lautstärke-Balance der einzelnen Clips untereiander sollte man entsprechend vorher mit der Clip-Lautstärke definieren, da ich auch hier nicht glaube, dass im Club jemand auf 0,3 dB genau faden wird. Damit ist der Controller dennoch nicht nur für „Live“-DJs interessant, sondern auch für kleinere Bands, wo beispielsweise der Keyboarder die Backing-Tracks und deren Effekte steuert. Dafür ist der kleine Mixer meiner Meinung nach dann genau der Richtige! 

In diesem Zusammenhang verstehe ich auch nicht ganz die Vorbelegung des untersten Drehreglers mit Panorama. Im Club und auch auf der Bühne wird wohl kaum jemand anfangen, Sounds von links nach rechts zu sweepen. Meiner Meinung nach wäre hier die Belegung mit einem dritten Send durchaus sinniger gewesen. 

Aber auch Live-Keyboarder, die Ableton Live vor allem zu Laden und Spielen von virtuellen Instrumenten nutzen, dürften sich mit diesen Controller anfreunden können, da mit ihm schnell zwischen den verschiedenen Instrumenten gewechselt werden kann und die Channel-levels und Effekte komfortabel bedient werden können.

Editor

Mit Hilfe des midimix-Editors können die CC-Daten und die MIDI-Channels eines jeden Bedienelements angepasst werden, damit der Mixer komfortabel auch mit anderen Programmen genutzt werden kann. Bedenkt nur, dass die „Intelligenz“ des Controllers in Verbindung mit Live aus dem mitgelieferten Remote-Script und der bidirektionalen Kommunikation mit dem Rechner stammt. Wollt ihr also Mappings nicht nur „starr“ ändern, müsst ihr euch zwangsläufig in die Python-Scripts von Live einarbeiten, was wirklich überhaupt nicht einfach ist. 

Weitere Gedanken

Natürlich hätte man mit ein paar Doppelbelegungen durchaus mehr Funktionen von Live belegen können. Vor allem die Bedienmöglichkeit der Macro-Controls der Racks vermisse ich schmerzlich. Allerdings muss man auch zugeben, dass es noch eine Daseinsberechtigung für die anderen Controller geben muss (wie Push und APC) welche natürlich viel komplexer agieren können, aber dadurch auch komplizierter in der Einarbeitung sind – und vor allem deutlich teurer gehandelt werden. Insofern finde ich hier die Beschränkung auf das Wesentliche durchaus konsequent umgesetzt.

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