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DEAN Deceiver Test

PRAXIS

Wie bereits erwähnt, kann man den Tragekomfort wegen des geringen Gewichtes und der ergonomischen Konturierung generell als hoch einstufen. Allerdings macht sich eine kleine Kopflastigkeit bemerkbar, sodass ein minimales Gegenlenken im stehenden Spiel nicht zu vermeiden ist. Da aber nicht allzu viel Kraft aufgewendet werden muss, ist das durchaus tragbar –im wahrsten Sinne des Wortes.

Im unverstärkten Spiel zeichnet sich die Gitarre durch eine sehr schnelle Ansprache und spürbar mitschwingendes Hals- und Korpusholz aus. Der Ton klingt geradlinig und lange nach, was ein solides Sustain verspricht und den EMGs in die Karten spielt, die für ihre klare und saubere Klangwiedergabe bekannt sind.

Folgerichtig kommt der Cleansound des 85er Hals-Pickups warm, voluminös und absolut Hi-Fi-mäßig aus den Speakern. Er zeigt also alle Qualitäten, die man vom Zugpferd der EMG-Schmiede erwartet. Nicht nur Lukather, Hammett und Co. setzen auf diesen für glasklare Präsenz bekannten Vertreter – grundsätzlich kommen alle Gitarristen, die auf eine satte, saubere und klare Tonentfaltung stehen, hier voll auf ihre Kosten.

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Neck-Pickup – Clean

Auch der Solo-Sound dieses Pickups ist sehr sauber, schmatzt aber dennoch schön und bietet alles, was für ein bluesig angehauchtes Solo wichtig ist. Der Sound kommt recht glockig, hohl und mit ordentlich Punch. Natürlich fehlt die gewisse Portion Dreck, aber wenn man die möchte, sollte man grundsätzlich lieber auf passive Triebwerke setzen.

Das Gleiche gilt für die verzerrte Akkordwiedergabe. Auch sie ist sauber, kräftig und untenrum großzügig mit bassiger Power versehen.

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Neck-Pickup – Drive

Am Steg lauert der EMG81, und der ist laut und bestens geeignet für attackreiche und drückende Rhythmusarbeit und fein gezeichnetes, aber durchaus aggressives Solospiel. Seine Qualitäten liegen definitiv in der unglaublich schnellen Ansprache und dem nicht enden wollenden Sustain. Zwar ist der Ton gerade obenrum recht bissig, aber keinesfalls nörgelig oder ohrenbetäubend. Und da auch die Dynamik stimmt, feuert er bis in die höchsten Lagen mit der gleichen unersättlichen Power aus allen Rohren.

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Bridge-Pickup – Riff Bridge-Pickup – Solo

Im cleanen Sektor liegen seine Stärken im Arpeggiospiel. Bei kräftig gestrichenen Chords wird es schnell knallhart. Diese Spielart sollte man lieber dem Hals-PU oder der Mittelposition überlassen.

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Bridge-Pickup – Arps

Letztere vereint die Stärken der beiden Triebwerke zu einer äußerst ausgewogenen Klangstruktur. Die Bässe vom 85er und der präsente Höhenanteil des 81ers, gepaart mit Reinheit und Eleganz, sorgen für einen gut klingenden Mix beider Extreme. Gerade die begleitende Akkordarbeit wird in diesem Setting hervorragend bedient.

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Middle – Chords

Beide Pickups arbeiten extrem nebengeräuscharm und geben ein insgesamt kristallklares, warmes, geradliniges und kraftvolles Bild ab – die Vorlieben eingefleischter Hardrocker und Metaller werden ohne Abstriche befriedigt. Gerade, wenn es lautstärkemäßig in das letzte Drittel der Röhrensättigung des Amps geht, machen die Pickups richtig Dampf. Und dank des aufgeräumten Klangbildes braucht man sich auch im extremen Hi-Gain keine Sorgen um die Transparenz zu machen. Die steht – auch dann, wenn man in Drop D oder tiefer rockt.  

Was ich bis dato noch gar nicht erwähnt habe, ist das komfortable Spielgefühl. Die Saitenlage ist ab Werk gleichmäßig flach eingestellt und lässt sich, dank der sauber und glatt aufgetragenen Halslackierung, auch mit Schwitzehändchen perfekt genießen. Der großzügige Cutaway gewährleistet einen ungehinderten Zugriff auf die hohen Lagen und die sauber geschliffenen Medium-Jumbo-Bünde unterstützen flinkes Gleiten über das sportlich geformte Griffbrett.

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